Abfallvermeidung messbarer machen

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Abfallvermeidung messbarer machen durch geeignete Indikatoren
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Abfälle vermeiden schont Ressourcen und schützt Mensch und Umwelt. Im Abfallvermeidungsprogramm des Bundes wurden darum 2013 Ziele und Maßnahmen festgehalten und bereits mögliche Indikatoren benannt. Bisher ist jedoch unbekannt, wie wirksam diese sind. Um den Erfolg von Abfallvermeidungsmaßnahmen wissenschaftlich messbar zu machen, wurden für eine UBA-Studie geeignete Indikatoren entwickelt.

Um die mit der Abfallerzeugung verbundenen Umweltauswirkungen unabhängig vom Wirtschaftswachstum zu betrachten, müssen Ziele und Maßnahmen zur Abfallvermeidung überwacht und fortgeschrieben werden. Im Abfallvermeidungsprogramm des Bundes unter Beteiligung der Länder aus dem Jahr 2013 wurden bereits mögliche Indikatoren benannt. Inwieweit diese das Entstehen von Abfällen darstellen und die Wirksamkeit von Abfallvermeidungsmaßnahmen abbilden können, ist bislang offen. Eine Entkopplung des Wirtschaftswachstums von den mit der Abfallerzeugung verbundenen Umweltauswirkungen ist noch nicht deutlich zu erkennen. Eine Analyse in Frage kommender Indikatoren hinsichtlich auf ihre Eignung, den Erfolg von Abfallvermeidungsmaßnahmen kontinuierlich zu messen sowie die Erarbeitung eines geeigneten Indikatorensets erläutert eine neue Publikation des Umweltbundesamtes.

Die UBA-Publikation zeigt, welche möglichen Bewertungsmaßstäbe für die Messung des Abfallvermeidungserfolges denkbar wären und erarbeitete ein geeignetes Indikatorenset, das eine kontinuierliche Messung des Erfolges von Abfallvermeidungsmaßnahmen ermöglichen würde.

So wird beispielsweise dargestellt, dass in manchen Bereichen die Datenbasis nicht ausreicht, um robuste und glaubhafte Indikatoren zu bilden, sodass mit erst- und zweitbesten Indikatoren (First und Second Best) gearbeitet wurde. Insgesamt wurden 8 Indikatoren formuliert und 12 Kennzahlen entwickelt.

Außerdem wurde eine erste Datenbasis zur Erfassung der Mengen von in Deutschland wiederverwendeten Produkten mithilfe einer Befragung von ca. 400 Wiederverwendungseinrichtungen geschaffen und auf dieser Basis mit einer Hochrechnung für ganz Deutschland eine jährliche Gesamtmenge für Wiederverwendung bzw. Vorbereitung zur Wiederverwendung von 127.000-137.500 Tonnen Elektro(nik)geräten, 43.000 Tonnen für Textilien und 116.600 Tonnen für Möbel bei Wiederverwendungseinrichtungen abgeschätzt. Zudem wurden die Abfallvermeidungsindikatoren für Lebensmittelabfälle vertiefend untersucht und ein Verfahrensvorschlag zur kontinuierlichen Abschätzung der Lebensmittelverluste erarbeitet.