Internationale Ressourcenpolitiken

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Die globalen Rohstoffbedarfe drohen drastisch zu steigen.
Quelle: Zarathustra / Fotolia

In den vergangenen Jahren hat die europäische und internationale Diskussion zur Schonung natürlicher Ressourcen und zur Umsetzung einer gesteigerten Ressourceneffizienz erheblich an Fahrt aufgenommen und die umweltpolitische Debatte mitgeprägt. Ein UBA-Forschungsvorhaben hat nun konkret die Ressourcen-Politiken und -Instrumente in neun Ländern wissenschaftlich untersucht.

Das Ausmaß der globalen Rohstoffnutzung hat sich seit 1970 mehr als verdreifacht. Nach Angaben des Internationalen Ressourcen Panels wurden im Jahr 2015 weltweit 85 Milliarden Tonnen Rohstoffe gefördert. Das entspricht einem Bedarf von durchschnittlich 12 Tonnen pro Kopf und Jahr.

Die intensive Ressourcennutzung durch den Menschen ist in vielen Fällen mit negativen, z. T. drastischen ökologischen Auswirkungen verbunden.

Die unkontrollierte Förderung von metallischen Rohstoffen im Bergbau, die Verbrennung von fossilen Rohstoffen oder die unsachgemäße Entsorgung von Abfällen sind Beispiele dafür, wie die Rohstoffnutzung zu einer Verschärfung von Umweltproblemen wie Klimawandel, Bodendegradation und Verlust der Biodiversität beiträgt. Letztendlich führt die steigende Nachfrage nach Ressourcen zu einer weiteren Verschärfung der globalen und lokalen Umweltauswirkungen.

Vor diesem Hintergrund werden weltweit Maßnahmen für eine effizientere und nachhaltigere Nutzung von natürlichen Ressourcen ergriffen. Ziel ist es, das Wirtschaftswachstum und die Ressourceninanspruchnahme voneinander zu entkoppeln und eine absolute Reduktion der negativen Umweltauswirkungen zu erreichen. 

Dazu sind bereits verschiedene supranationale Organisationen aktiv: Die G7 hat auf Vorschlag der deutschen Präsidentschaft im Jahr 2015 eine G7-Allianz für Ressourceneffizienz  gegründet. Auch die G20 beschloss im Jahr 2017, einen Ressourceneffizienzdialog mit dem Ziel einzurichten, die effiziente und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen zu einem Kernelement zukünftiger G20-Diskussionen zu machen. Die europäische Kommission hat einen Circular Economy Action Plan entwickelt. Weitere Aktivitäten im internationalen Kontext findet man beispielsweise bei der OECD oder bei den Vereinten Nationen („International Ressource Panel“).

Um das Wissen auch über nationalstaatliche Politikmaßnahmen weltweit zu erhöhen, hat das Umweltbundesamt im Jahr 2016 das Forschungsvorhaben „Monitoring internationale Ressourcenpolitik“ gestartet, in dem das ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH - in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein Monitoring-System entwickelt und die Ressourcen-Politiken und - Instrumente von insgesamt neun Ländern untersucht hat. Zu diesen Ländern zählen: Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Russland, Südafrika, Südkorea und die USA.

Als Ausgangspunkt wurden zu Beginn des Monitorings Ländersteckbriefe erstellt. Dazu wurde eine Erhebung über die Struktur der Ressourcennutzung, Akteure, Politiken und Programme sowie Maßnahmen zur Ressourceneffizienz durchgeführt. Für das Monitoring wurde ein Schema entwickelt, das eine systematische Erfassung und einen einfachen Überblick über wesentliche Ansatzpunkte, Themen und Neuerungen ermöglicht. Die Informationen wurden auf der Grundlage von Desktop- Recherchen gesammelt, insbesondere durch Informationen von Ministerien, Verbänden oder Nichtregierungsorganisationen sowie durch Interviews mit Expertinnen und Experten vor Ort.

Das Forschungsvorhaben wird in den Jahren 2019 bis 2022 fortgesetzt und das Monitoring auf weitere Länder ausgedehnt.