Nr.: 47Newsletter Klimafolgen und Anpassung

Geehrte Leserinnen und Leser,

bereits über 90 Prozent aller deutschen Großstädte sind in der Klimaanpassung aktiv und jede zweite Stadt hat eine strategische Ausrichtung zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Wie die Anpassungsaktivitäten von Großstädten nach Größe, Lage oder dem Verschuldungsgrad variieren, lesen Sie in unserem Schwerpunktartikel.

Außerdem:
KomPass sucht eine wissenschaftliche Mitarbeit für ein EU-Projekt zu Governance von Klimaanpassung im Alpenraum.
Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ ist gestartet: Kommunen, Regionen und Landkreise können sich bis zum 15. April 2017 bewerben.
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Eine interessante Lektüre wünscht
Das KomPass-Team im Umweltbundesamt

Schwerpunktartikel

UBA-Studie: Wie deutsche Großstädte sich an den Klimawandel anpassen

Eine Großstadt mit Gebäuden und Bäumen

Anpassungsaktivitäten in deutschen Großstädten
Quelle: Manolofranco/pixabay.com

Autor und Autorin: Christian Kind, Katharina Sartison (adelphi)

Jede zweite der 76 deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern hat bereits eine eigene Strategie veröffentlicht, wie sie mit den Folgen des Klimawandels umzugehen plant. Viele weitere Städte erarbeiten aktuell entsprechende Strategien oder führen andere Anpassungsaktivitäten durch. Insgesamt sind damit mehr als 90 Prozent aller deutschen Großstädte im Bereich der Klimaanpassung aktiv, wie eine aktuelle Recherche von adelphi im Auftrag des Umweltbundesamtes ergab. Festgestellt wurde auch, dass der Verschuldungsgrad der Großstädte sich nicht erkennbar in den Aktivitäten der Städte niederschlägt, auch mittel- und hochverschuldete Städte engagieren sich in der Klimaanpassung. Weiterhin wurden die Aktivitäten hinsichtlich der Größe und Lage der Städte in den alten oder neuen Bundesländern ausgewertet. Es wird davon ausgegangen, dass die Aktivitäten der Großstädte zur Anpassung an den Klimawandel in den nächsten Jahren weiter zunehmen werden. Weiterlesen

KomPass – In eigener Sache

Gesucht: wissenschaftliche Mitarbeit im EU-Alpenraumprojekt „GoApply“

Für das Drittmittelvorhaben „GoApply – Multidimensional governance of climate change adaptation in policy making and practice” sucht KomPass ab sofort wissenschaftliche Unterstützung. Wenn Sie Interesse an der Analyse von Governancestrukturen und Stakeholderbeteiligung haben, Stakeholderworkshops organisieren und durchführen wollen sowie Aufgaben in der Projekt- und Netzwerkarbeit im Alpenraum übernehmen wollen, bewerben Sie sich bis zum 7. März 2017!

Zwei UBA-Kooperationsbörsen zur Anpassung an den Klimawandel im März 2017

Die nächsten Kooperationsbörsen zur Anpassung an den Klimawandel finden am 23. März 2017 in der Region Allgäu und am 27. März 2017 in der Kurstadtregion Elbe-Elster statt. Eingeladen sind Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Ämtern, Vereinen und Verbänden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Neues KomPass-Projekt: Politikinstrumente zur Klimaanpassung

Wie wirken sich Klimaschäden und Anpassungsreaktionen gesamtwirtschaftlich aus? In dem Projekt „Vertiefte ökonomische Analyse einzelner Politikinstrumente und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ wird das der Analyse zugrunde liegende gesamtwirtschaftliche Modell PANTA RHEI spezifiziert. Auf Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse wird ein Policy-Mix erarbeitet, mit dem die Erstellung des nächsten Aktionsplans Anpassung zur DAS fachlich unterstützt werden soll.

Anpassungspolitik – Neues aus Bund, Ländern und Kommunen

NRW: 100 Millionen Euro für Klimaschutz und Klimaanpassung in Kommunen

Im neuen Förderprogramm „KommunalerKlimaschutz.NRW“ unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen seine Kommunen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung. Beantragt werden können etwa Maßnahmen in den Bereichen Mobilität, Versorgung und Entsorgung oder klimagerechte Quartiers-, Stadt- und Raumentwicklung. Projektskizzen können bis zum 16.03.2017 eingereicht werden.

NRW: Kabinett beschließt Starkregenkonzept

Das Land NRW gibt Regionen und Kommunen in einem neuen Konzept einen Überblick, wie sie Starkregenereignisse bekämpfen können. Dargestellt werden die rechtlichen Instrumente, Handlungsfelder und Fördermöglichkeiten, um präventiv tätig zu werden. So sollen Kommunen widerstandfähiger gegen Extremwetterereignisse werden.

Waldzustandsberichte: Wie der Klimawandel auf den Wald wirkt

Aktuelle Waldzustandsberichte mehrerer Länder thematisieren die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder. Insbesondere das Thema Trockenstress wird als Herausforderung für den Waldumbau genannt. Genauere Informationen sind etwa in den Berichten der Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt nachzulesen.

Aus Forschung und Praxis

Regional

Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2017“ gestartet

Das Logo des Wettbewerb zeigt den Titel "Klimaaktive Kommunen 2017" und die Ausrichter Bundesumweltministerium und Deutsche Institut für Urbanistik

Wettbewerb Klimaaktive Kommunen
Quelle: BMUB und Difu

Kommunen und Regionen sind deutschlandweit aufgerufen, sich mit vorbildlichen Projekten zum Klimaschutz und zur Klimafolgenbewältigung am Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2017“ zu beteiligen. Gefragt sind erfolgreich realisierte Aktivitäten wie klimagerechtes Bauen und Sanieren, urbanes Grün, klimafreundliche Mobilität, Suffizienz oder überregionales Klimaengagement. Bewerbungsschluss ist der 15. April 2017. Ausgelobt wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und vom Deutschen Institut für Urbanistik.

klimAZUBI – Auszubildende begegnen dem Klimawandel

Um langfristig wirtschaftlich Erfolg zu haben, müssen sich Unternehmen auch an die regional- und branchenspezifischen Folgen des Klimawandels anpassen. Doch wie kommt das Klimawissen in die Unternehmen? Das vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt klimAZUBI setzt auf Bottom-up Ansätze und erarbeitet Lernmodule zur Klimaanpassung für betriebliche Ausbildung in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Neues Webportal: Wetterextreme in Hessen

Das interaktive Webportal „Wetterextreme in Hessen“ visualisiert und erläutert die Klimareihen von 23 Messstationen in Hessen. Ausgewählt werden können neben Daten wie Temperaturen und Niederschlägen auch Wetterextreme wie die Anzahl der Tropennächte oder die längsten Trockenperioden. Die Daten werden monatlich aktualisiert und bieten verschiedene Auswertungsmöglichkeiten.

Themenheft: Invasive Stechmücken

Die Asiatische Buschmücke und die Asiatische Tigermücke wurden in den letzten Jahren vermehrt in Deutschland beobachtet. Beide Arten können potenziell gefährliche Krankheiten übertragen. Ein Themenheft des Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen Rheinland-Pfalz zeigt, wie die Arten vom Klimawandel profitieren, welches Ausbreitungs- und Gefahrenpotenzial sie haben und gibt Handlungsempfehlungen.

Essen: Grüne Hauptstadt Europas 2017

Nach Stockholm, Hamburg und anderen trägt in diesem Jahr Essen den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“, den die EU-Kommission vergibt. Eine Jury bewertet die Kommunen in zwölf Bereichen wie etwa Anpassung an den Klimawandel, Verkehr, Luftqualität, Lärmschutz, Abwasserbehandlung und Energieeffizienz. Essen ist die erste ehemalige Montanindustrie-Stadt, die den Titel bekommt.

National

DWD: 2016 mit Plus von 1,4 Grad in Deutschland deutlich zu warm

Das Jahr 2016 verlief in Deutschland mit einem Plus von 1,4 Grad deutlich zu warm – brachte aber nicht wie 2014 und 2015 neue Temperaturrekorde, vermeldete der Deutsche Wetterdienst (DWD). Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gab bekannt, dass die weltweite Jahresmitteltemperatur im Jahr 2016 um 1,1 °C über dem Temperaturniveau des vorindustriellen Zeitalters lag. 2016 war damit das weltweit wärmste Jahr seit Beginn der Messungen.

DIN: Aufruf zur Mitarbeit im Ausschuss Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Der DIN-Normenausschuss „Grundlagen des Umweltschutzes“ sucht Expertinnen und Experten zur Mitarbeit an Normen zu Vulnerabilitätsanalysen und Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die Arbeiten spiegeln die entsprechenden Aktivitäten der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Insbesondere Wirtschaftsvertreter werden noch für eine Mitarbeit in dem Ausschuss gesucht. Bei Interesse oder Rückfragen melden Sie sich bitte bei Dr. Wiebke Meister (wiebke.meister[at]din.de).

Forschungsprojekt gestartet: Mit Stadtgrün dem Klimawandel trotzen

Parks, Kleingärten und andere Grünflächen in Städten können dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels zu dämpfen, indem sie Hitzewellen oder Starkregenereignisse abschwächen. Das neue vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „Stadtgrün wertschätzen“ unterstützt Kommunen dabei, eine Argumentationsgrundlage für mehr Grünflächen in der Stadt zu schaffen.

Global

Online verfügbar: Neue Daten zum Klimawandel für Österreich

Das Datenzentrum des Österreichischen Klimaforschungsnetzwerks ist jetzt online zu erreichen. Damit stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern alle für die Klimaforschung relevanten Daten an einer zentralen Stelle zur Verfügung – unter den derzeit 370 Datensätzen befinden sich zum Beispiel die aktuellsten österreichischen Klimaszenarien.

Broschüren: Klimaanpassung ökonomisch bewerten

Wie ökonomische Methoden genutzt werden können, um Klimaanpassung zu bewerten, erklären zwei Broschüren mit dem Titel „The Economics of Climate Change Adaptation“ des EU-Projekts ECONADAPT. Eine stellt interessierten Ökonomen und politischen Entscheidern Bewertungsmethoden vor, eine zweite gibt vertiefte Einblicke.

Erderwärmung und Extremwetter – WMO-Bulletin zur Wissenschaftskommunikation

Unter der Überschrift „(Un)Natural Disasters“ (deutsch: „(Un)Natürliche Katastrophen“) hat die Weltmeteorologie-Organisation (WMO) ein Bulletin herausgegeben, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Tipps gibt, wie sie überzeugender über den Zusammenhang von Erderwärmung und Extremwetter kommunizieren können. Unterm Strich: Mehr Klarheit!

Veröffentlichungen

Deutschsprachig

BfN-Studie: Urbanes Grün in der „doppelten Innenentwicklung“

Die Studie des Bundesamts für Naturschutz zeigt, wie Städte maßvoll baulich nachverdichtet und gleichzeitig innerstädtische Freiräume entwickelt werden können. Sie richtet sich an zuständige Akteure der Stadtentwicklung in den Kommunen und Planungseinrichtungen und gibt Empfehlungen, wie das Prinzip der sogenannten „doppelten Innenentwicklung“ in der Praxis umgesetzt werden kann.

BBSR: Studien zu Raumentwicklung und klimaresilientem Stadtumbau

Zwei neue Studien des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zur Anpassung an den Klimawandel liegen vor. Die Broschüre „Klimaresilienter Stadtumbau“ des Projekts StadtKlimaExWoSt zielt darauf ab, Kommunen bei der Einbindung von Anpassungsmaßnahmen in ihre Planungs- und Stadtumbauprozesse zu unterstützen. In „Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel“ werden Ergebnisse der Modellvorhaben Transfer KlimaMORO und MORO KlimReG vorgestellt.

Leitfaden: Wassersensible Stadt- und Freiraumplanung

Wie können Städte häufigeren Überflutungsereignissen, einem sich verschlechternden Stadtklima, einer schlechteren Luftqualität sowie fehlenden Rückzugsmöglichkeiten ins Grüne entgegenwirken? Der Bericht der Universität Stuttgart stellt Handlungsstrategien und Maßnahmenkonzepte zur Anpassung an Klimatrends und Extremwetter dar.

Andreas Marx: Klimaanpassung in Forschung und Politik

Das Buch „Klimaanpassung in Forschung und Politik“, herausgegeben von Andreas Marx, Koordinator des Mitteldeutschen Klimabüros am UFZ, stellt das Themenfeld Anpassung an den Klimawandel aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen vor – von der Ökonomie über Geographie und Rechtswissenschaft bis hin zu Politikwissenschaft und Soziologie. Darüber hinaus diskutiert der Sammelband Vulnerabilität und Resilienz sowie Indikatoren und Leitfäden für die Anpassung.

Englischsprachig

EEA-Report: Klimawandel, Folgen und Vulnerabilität in Europa 2016

Der Report “Climate change, impacts and vulnerability” der Europäischen Umweltagentur (EEA) zeigt, dass der Klimawandel Ökosysteme, die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft in Europa zunehmend bedroht. Auf Basis einer Trendanalyse und Zukunftsprojektionen kommt der Bericht zu dem Schluss, dass es besserer und flexiblerer Anpassungsstrategien und -maßnahmen bedarf, um die Klimafolgen abzumildern.

Jörg Knieling: Governance von Klimaanpassung in Städten und Regionen

Herausgeber Jörg Knieling von der HafenCity Universität Hamburg zeigt mit dem Buch “Climate Adaptation Governance in Cities and Regions” die theoretischen Grundlagen und praktischen Erfahrungen, wie Städte und Regionen sich an den Klimawandel anpassen. Anhand zahlreicher Fallstudien aus der ganzen Welt beschreibt der Sammelband, welche Akteure, Institutionen und Netzwerke mitarbeiten, um Maßnahmen zur Klimaanpassung zu organisieren, umzusetzen und zu verwalten.

Großbritannien: Klimarisikobericht 2017

Der Bericht „UK Climate Change Risk Assessment 2017“ stellt dar, welche Chancen und Risiken die britische Regierung mit dem Klimawandel verbindet. Behandelt werden etwa die Themen Überflutungen und Küstenänderungen, Wasserknappheit oder Seuchen und Krankheiten. Zum Umgang mit diesen und anderen Klimawandelrisiken folgt demnächst ein nationales Anpassungsprogramm.

Werden in Städten zukünftig mehr Fassaden begrünt?

Obwohl bekannt ist, dass Fassadenbegrünung die Folgen von urbaner Hitze in mittleren Breiten dämpfen kann, gibt es noch wenig Wissen darüber, welche Faktoren eine stärkere Nutzung dieser Anpassungsmöglichkeit hemmen oder fördern. Mit der Methode des Bayes’sches Netzes hat sich ein Forscherteam der Technischen Universität Berlin dieser Frage angenommen.

BfN-Studie: Naturnahe Lösungen für Klimaschutz und -anpassung in Städten

Gründächer, begrünte Fassaden, Parks und Straßenbegleitgrün können dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels in Städten zu dämpfen. Das Bundesamt für Naturschutz stellt in der Studie „Nature-based solutions to climate change mitigation and adaptation in urban areas“ aktuelle Forschungsergebnisse vor, mit dem Ziel, Praktikern Anregungen für naturnahe Anpassungslösungen zu geben.

World Disasters Report 2016: Klima verursacht Naturkatastrophen

Der Weltkatastrophenbericht der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung gibt an, dass in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 108 Millionen Menschen von Katastrophen betroffen waren, bei denen in 92 Prozent der Fälle das Klima eine Rolle spielte. Der Report behandelt insbesondere, wie mit Resilienz die Widerstandsfähigkeit gegenüber (Extrem-)Ereignissen gestärkt werden kann.

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Wörlitzer Platz 1 
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Internet: www.anpassung.net

REDAKTION
Kirsten Sander und Petra Mahrenholz

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