Autoren: Christian Kind, Katharina Sartison (adelphi)
Großstädte sind Innovations- und Wachstumszentren sowie Motoren der Wirtschaftsentwicklung im eigenen Land und weltweit (EEA 2016). Durch die Vielzahl an Einwohnerinnen und Einwohnern sowie die dichte Infrastruktur haben viele Risiken des anthropogenen Klimawandels, zum Beispiel Starkniederschläge, Sturmfluten oder Hitzewellen, Auswirkungen auf unterschiedliche urbane Funktionen, Infrastrukturen und Dienstleistungen in der Großstadt. Daraus entstehen beträchtliche Anpassungserfordernisse und damit verbundene Kosten (WBGU 2016). Daher ist es von großem Interesse, wie intensiv sich Großstädte in Deutschland bislang mit Folgen des Klimawandels und der Anpassung auseinandergesetzt haben. Diese Analyse ist für die weitere Gestaltung von Anpassungspolitik relevant, insbesondere wenn Förderprogramme, Weiterbildungs- und Informationsangebote weiterentwickelt werden.
Onlinerecherche zu Klimaanpassung deutscher Großstädte
Im Auftrag des Umweltbundesamtes hat adelphi im Dezember 2016 eine Recherche zum aktuellen Stand der Aktivitäten deutscher Großstädte zur Anpassung an den Klimawandel durchgeführt und dabei folgende Fragen untersucht:
- Wie viele Großstädte haben sich in Deutschland bisher näher mit Folgen des Klimawandels auseinandergesetzt?
- Was sind inhaltliche Schwerpunkte der vorliegenden Anpassungsstrategien?
- Gibt es bestimmte Faktoren (zum Beispiel Größe, Lage, Verschuldungsgrad), die mit der Intensität der Auseinandersetzung mit Klimafolgen in Großstädten korrelieren?
- Auf welche Partner oder Förderprogramme wurde bei der Erstellung der Strategien zurückgegriffen?
Wir gingen diesen Fragen mit einer Onlinerecherche nach: Im ersten Schritt suchten wir im Dezember 2016 über eine Internetsuchmaschine mit verschiedenen Kombinationen von Begriffen nach Aktivitäten jeder deutschen Großstadt zum Umgang mit Folgen des Klimawandels. Anschließend recherchierten wir weitere Daten zur Charakterisierung jeder Großstadt (zum Beispiel Einwohnerzahl oder Verschuldung) und setzten diese in Verbindung mit den Anpassungsaktivitäten der Städte. Die Onlinerecherche stellt den öffentlich zugänglichen Stand dar. Eventuell ablaufende Aktivitäten, die nicht im Internet zu finden sind, konnten hier nicht beachtet werden und eine Befragung der Verantwortlichen in den jeweiligen Städten war in dieser Studie nicht vorgesehen.