Indikator: Abfallmenge – Siedlungsabfälle

Ein Diagramm zeigt das Aufkommen an Siedlungsabfällen in den Jahren 2002 bis 2017. Das Aufkommen sank in diesem Zeitraum von 52,8 Millionen Tonnen auf 51,8 Millionen Tonnen.zum Vergrößern anklicken
Abfallaufkommen der Kategorie Siedlungsabfälle
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Das Aufkommen von Siedlungsabfällen zeigt im Zeitablauf nur geringe Schwankungen und lag im Jahr 2017 bei 51,8 Millionen Tonnen.
  • Ziel der Umweltpolitik ist die Entkopplung des Abfallaufkommens vom Wirtschaftswachstum.
  • Dieses Ziel wurde erreicht. Um den Ressourcenverbrauch zu verringern, müssen die Siedlungsabfälle jedoch weiter zurückgehen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Um den Rohstoffbedarf der Volkswirtschaft zu reduzieren, verfolgt die Politik verschiedene Strategien. Ein Ansatz ist die Vermeidung von Abfällen. So definiert das Kreislaufwirtschaftsgesetz in Paragraph 6 eine Abfallhierarchie: Höchste Priorität hat demnach die Abfallvermeidung (KRWG 2012). Abfälle sollen nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen.

Das gesamte Abfallaufkommen Deutschlands wird vor allem von Bauabfällen dominiert, die rund 53 % am Aufkommen ausmachen. Das gesamte Abfallaufkommen bildet somit vor allem die Konjunktur der Bauindustrie ab.

Der hier verwendete Indikator stellt die Entwicklung der Siedlungsabfälle dar, die 2017 rund 13 % des gesamten Netto-Abfallaufkommens ausmachten. Unter Siedlungsabfällen werden im Wesentlichen die Abfallarten zusammengefasst, die bei kommunalen Abfallwirtschafts-Betrieben anfallen. „Abfallproduzenten“ sind vor allem private Haushalte, Verwaltung und Gewerbe-Betriebe. Das Siedlungsabfall-Aufkommen bildet somit das Verhalten eines breiten Spektrums von Abfallverursachern ab.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Menge der Siedlungsabfälle hat sich im Zeitraum zwischen 2002 und 2006 leicht verringert: Lag sie im Jahr 2002 noch bei 52,8 Mio. t, war der Tiefpunkt des Aufkommens im Jahr 2006 bei 46,4 Mio. t erreicht. Seit 2013 ist jedoch wieder ein leichter Anstieg auf zuletzt 51,8 Mio. t zu beobachten.

Mit dem Ziel, die Abfallvermeidung zu stärken, hat die Bundesregierung gemäß § 33 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) 2013 ein Abfallvermeidungsprogramm des Bundes unter Beteiligung der Länder beschlossen (BMU 2013). Wirtschaftswachstum und Abfallmenge sollen entkoppelt werden, die Abfallmenge höchstens so schnell wachsen wie die Wirtschaft. Beim Siedlungsabfall wurde dieses Ziel erreicht: Während die deutsche Wirtschaft zwischen 2002 und 2017 um 21 % und die Zahl der Haushalte um 7 % wuchsen, hat sich die Menge der Siedlungsabfälle in dieser Zeit verringert. Dennoch sind weitere Anstrengungen erforderlich, um die Abfallmengen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette wirksam zu reduzieren.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Das Abfallaufkommen wird jährlich in der Abfallbilanz des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht (Destatis 2019). Die Abfallstatistik basiert auf einer Reihe unterschiedlicher Erhebungen, die zur Abfallbilanz zusammengefasst werden. Weitere Angaben zu den abfallstatistischen Erhebungen sind in den jeweiligen Qualitätsberichten zu finden. 2002 gab es durch die Umstellung auf das europäische Abfallverzeichnis größere Verschiebungen zwischen den Kategorien. Deshalb wird der Indikator erst ab 2002 dargestellt.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Abfallaufkommen".