Metallindustrie: Maßnahmen für mehr Ressourcenschonung entwickelt

In einer Gießerei gießen Arbeiter flüssiges, glühendheißes Metall in Formenzum Vergrößern anklicken
Die Herstellung von Metallen ist besonders energie- und rohstoffintensiv.
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Energieeffizientere Produktionsgebäude, mehr Rohstoffe aus dem Recycling oder erneuerbare Stromversorgung – viele unterschiedliche Maßnahmen sind nötig, um die Herstellung von Nichteisen-Metallen wie Aluminium oder Kupfer weniger energie- und rohstoffintensiv zu machen. Ein UBA-Forschungsprojekt zeigt, welche Maßnahmen besonders vielversprechend und welche Akteure gefragt sind.

Das Forschungsprojekt

Zunächst wurden im Projekt 165 Expertinnen und Experten aus Industrie, Wissenschaft, NGOs und Behörden nach Potenzialen für mehr Ressourcenschonung bis zum Jahr 2030 befragt. Der geographische Fokus lag auf Deutschland, wobei auch internationale Impulse berücksichtigt wurden. Der inhaltliche Fokus lag auf den vier Massenmetallen Aluminium, Kupfer, Blei und Zink. 

Die Ergebnisse der Befragung wurden anschließend mit den Stakeholdern in einem Zukunftsworkshop diskutiert und bewertet. In einem anschließenden Szenarienworkshop wurden vielversprechende Szenarien genauer beschrieben und bewertet.

Ermittelte Maßnahmen zur Ressourcenschonung

Die nach den Befragungen sowie dem Zukunftsworkshop am höchsten bewerteten Maßnahmen wurden in sechs Maßnahmenbündeln zusammengefasst und sowohl die zuständigen Akteure als auch der Zeithorizont für die Realisierbarkeit benannt.

Folgende Maßnahmenbeispiele verdeutlichen, dass sowohl die Industrie als auch Politik, Behörden, Investoren und die Wissenschaft gefragt sind:

Die Politik sollte stärkere Anreize für Investitionen in Energie- und Ressourceneffizienzmaßnahmen setzen, aber auch durch Vorgaben für das Produktdesign die Recyclingfähigkeit von Produkten erhöhen.

Die Industrie sollte das Erfassen und Recyceln ausgedienter Produkte verbessern und so mehr Primär- durch Sekundärrohstoffe ersetzen. Die Energieversorgung muss auf Erneuerbare umgestellt, Produktionsgebäude und -verfahren müssen energetisch optimiert werden.

Investoren und Teilhaber an Unternehmen sollten bei innovativen Projekten längere Amortisationszeiten akzeptieren.

Die Wissenschaft ist bei der Entwicklung neuer Produktions- und Recyclingverfahren gefragt.

Mehr zu den Ergebnissen und der Methodik des Forschungsvorhabens ist im Abschlussbericht nachzulesen.

Internationale Aktivitäten

Um die Ergebnisse des Vorhabens auch international bekannt zu machen, wurden diese zunächst im Rahmen der European Metallurgical Conference 2017 vorgestellt und diskutiert. 

Im November 2017 wurde im Rahmen der „European Raw Materials Week“ ein internationaler Workshop in Brüssel durchgeführt. Internationale Expertinnen und Experten aus Industrie, NGOs, EU-Kommission und Wissenschaft diskutierten dabei die Themenkomplexe „Recycling und Reststoffbehandlung“ sowie „Energieerzeugung- und Nutzung in der NE-Metallindustrie“. Als Ergebnis wurde ein Recommendation Paper (PDF) mit Maßnahmenempfehlungen für einzelne Stakeholdergruppen erstellt.