Klimaneutral zum nachhaltigen Konsum in Kommunen und Landkreisen

ein Fahrradkurier transportiert Pakete und Päckchen auf einem Lastenradzum Vergrößern anklicken
Zusammendenken, was zusammengehört: Kommunaler Klimaschutz und nachhaltiger Konsum
Quelle: PIKSEL / iStock / Getty Images Plus

In kommunalen Klimaschutzkonzepten kommt die Förderung nachhaltigen Konsums häufig nicht vor, gleichzeitig haben Initiativen für nachhaltigen Konsum nur selten Klimaneutralität zum Ziel. Eine neue UBA-Broschüre zeigt deshalb an kommunalen Best-Practice-Beispielen, wie die zahlreichen Synergien der beiden umweltpolitischen Themenfelder genutzt werden können.

Nachhaltiger Konsum und lokaler und regionaler Klimaschutz mit dem Ziel der Klimaneutralität passen zusammen und können sich gegenseitig befruchten. Das ist das zentrale Ergebnis der UBA-Studie „Klimaneutrale Regionen und Kommunen als Metastrategie zur Förderung nachhaltiger Lebensstile“.

Auf der Basis dieser Studie hat das UBA jetzt eine Broschüre für kommunalpolitisch engagierte Akteure wie Klimaschutzmanagerinnen und -manager oder ehrenamtlich im Klimaschutz engagierte Menschen erstellt, die die Chancen und Herausforderungen genauer beleuchtet.

Denn die Zusammenführung von nachhaltigem Konsum und kommunalem Klimaschutz passiert nicht einfach automatisch, sondern muss aktiv angegangen werden. Wichtig ist dabei vor allem, nachhaltigen Konsum als festen Bestandteil eines politisch beschlossenen Klimaschutzkonzeptes zu verankern, Klimaschutzmanagerinnen und -manager oder ähnliche Akteure dauerhaft zu etablieren und ein klares Bekenntnis zur Klimaneutralität zu verfolgen.

Klimaneutralität als Ziel

Das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung legt fest: Deutschland soll bis spätestens 2050 klimaneutral sein.

Ambitionierte Ziele zur Klimaneutralität bieten auch auf lokaler Ebene nicht nur der Politik, sondern auch NGOs und privaten Verbraucherinnen und Verbrauchern eine wichtige Orientierung. Die quantifizierbaren und überprüfbaren Ziele können in der Kommunikation zum nachhaltigen Konsum aufgegriffen werden und eine Orientierung des Handelns bilden. Aus einer diffusen Debatte über nachhaltige Konsummuster kann so dauerhaft ein zielgerichteter und handlungswirksamer Veränderungsprozess entstehen.

Jede Kommune oder Region verfolgt dabei unterschiedliche Ansätze, wie die Praxisbeispiele in der Broschüre zeigen. Während in der Region Hannover das eigene Verwaltungshandeln als wichtiger Treiber für weitergehende Veränderungsprozesse genutzt wird, geht die Stadt Beckum in Nordrhein-Westfalen den Weg verstärkt über Bildung und Schulen. Während Frankfurt am Main das Thema Ernährung systematisch als Türöffner für Konsumfragen nutzt, hat das baden-württembergische Bad Säckingen ein Mobilitätskonzept als zentralen Baustein im Klimaschutzkonzept verankert.

Durch die Einbettung in das Gesamtprogramm „Klimaneutralität“ entfalten diese Projekte aber erst eine übergreifendere und dynamischere Wirkung.

Mit Konsumperspektive den Horizont erweitern

Viele Treibhausgasemissionen entstehen außerhalb der betrachteten Region und werden deshalb häufig in kommunalen oder regionalen Klimaschutzkonzepten nicht oder nur am Rande berücksichtigt. Dies betriff zum Beispiel Flugreisen, Nahrungsmittel oder andere Güter und Dienstleistungen, die außerhalb der Region hergestellt, gekauft oder in Anspruch genommen werden. Wird alles betrachtet, was Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde oder Region konsumieren, kann diese Lücke geschlossen werden. Denn auch wenn die Emissionen außerhalb der Region anfallen, können diese „Big Points“ eines nachhaltigen Konsums auf lokaler und regionaler Ebene adressiert und beeinflusst werden.

Mit dem UBA-CO2-Rechner, der im vergangenen Jahr fast eine Million Zugriffe hatte, können solche Konsumweisen sogar stichprobenhaft erfasst und im kommunalen Monitoring berücksichtigt werden.