Indikator: Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung der KWK-Nettostromerzeugung von 2003 (78 Terawattstunden) bis 2018 (115,4 Terawattstunden) sowie die Ziele nach KWK-Gesetz für 2020 und 2025.zum Vergrößern anklicken
Nettostromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Quelle: Statistisches Bundesamt / Öko-Institut / Umweltbundesamt / AGEE Stat Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugte Strommenge ist bis 2017 kontinuierlich gestiegen. Der Rückgang von 2018 ist auf eine genauere energiestatistische Erfassung der KWK-Anlagen ab 2018 zurückzuführen.
  • Im KWK-Gesetz ist festgeschrieben, dass im Jahr 2020 durch KWK 110 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugt werden sollen. Im Jahr 2025 sollen es 120 TWh sein.
  • Im Jahr 2018 wurde das Ziel für 2020 leicht übertroffen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Bei der Stromerzeugung entsteht üblicherweise auch Wärme, die in konventionellen Kraftwerken in der Regel ungenutzt bleibt. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird diese verwendet. KWK-Systeme haben somit einen deutlich höheren Brennstoffausnutzungsgrad im KWK-Betrieb. Sie nutzen einen deutlich größeren Teil der in den Brennstoffen enthaltenen Energie als herkömmliche Systeme. Im Vergleich zu einer Anlage auf dem neuesten Stand der Technik, die Strom und Wärme separat erzeugt, sind bis zu 20 % Einsparungen an Primärenergie möglich.

Verringert sich der Energiebedarf, sinken auch die mit der Energiebereitstellung und -wandlung verbundenen Umweltbelastungen. Beispielsweise lässt sich der Ausstoß von Treibhausgasen verringern, wenn verstärkt auf KWK gesetzt wird. Auch der Bedarf an Energieträgern nimmt ab. Der Einsatz von KWK kann so zu einer ressourcensparenden Wirtschaftsweise beitragen.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Stromerzeugung aus Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung hat sich bis 2018 positiv entwickelt: Die erzeugte Elektrizität stieg 78,3 TWh im Jahr 2003 auf 115,4 TWh im Jahr 2018. Dieser Zuwachs wurde vor allem durch den Ausbau der Nutzung von Biomasse zur Energieerzeugung sowie durch den Zubau der Erdgas-KWK getragen. Der Rückgang von 2017 auf 2018 ist im Wesentlichen auf eine verbesserte energiestatistische Erfassung der KWK-Anlagen ab 2018 zurückzuführen (für weitere Informationen siehe Gores, Klump 2018).

Mit der Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) zum 01.01.2016 wurde als Ziel festgeschrieben, dass im Jahr 2020 Strom im Umfang von 110 TWh und im Jahr 2025 120 TWh aus KWK-Anlagen erzeugt werden soll. Mit den Regelungen des neuen Gesetzes sollen die Rahmenbedingungen für KWK verbessert werden. Weiterhin wurde festgelegt, dass KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung zwischen 1 und 50 Megawatt zukünftig ausgeschrieben werden müssen. Dies führt zu Unsicherheiten, die Einfluss auf den zu erwartenden KWK-Nettozubau haben. Dennoch wurden die Zielvorgaben für 2020 im Jahr 2016 bereits übertroffen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes für öffentliche und industrielle Kraftwerke (Monatsbericht über die Elektrizitätsversorgung sowie Fachserie 4, Reihe 6.4). Durch diese Erhebungen werden jedoch nicht alle Anlagen erfasst. Deshalb wurden Modelle entwickelt, um auch die Stromerzeugung durch weitere Anlagen einbeziehen zu können: In Gores et al. 2014 sowie Baten et al. 2014 werden die Modelle und Berechnungsverfahren näher beschrieben.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)".