Indikator: Gesamtrohstoffproduktivität

Ein Diagramm zeigt die Gesamtrohstoffproduktivität sowie den „Primärrohstoffeinsatz“ und die Summe aus Bruttoinlandsprodukt und Wert der Importe zwischen 2000 und 2014 (2000 = 100). zum Vergrößern anklicken
Gesamtrohstoffproduktivität
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die Gesamtrohstoffproduktivität stieg von 2000 bis 2014 um 26 %.
  • Die Gesamtrohstoffproduktivität soll nach dem Willen der Bundesregierung von 2010 bis 2030 pro Jahr um durchschnittlich 1,5 % wachsen.
  • Mit einem jährlichen Wachstum von im Schnitt 1,9 % liegt die aktuelle Entwicklung über diesem Ziel.
  • Der Indikator bezieht auch Rohstoffe ein, die für die Herstellung der importierten Güter benötigt wurden.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Primärrohstoffe werden vor allem im Bergbau, aber auch in der Forst- und Landwirtschaft gewonnen. Diese wirtschaftlichen Aktivitäten haben teilweise massive Umweltwirkungen. Ein Ziel der Umweltpolitik ist deshalb, dass die Volkswirtschaft Rohstoffe möglichst effizient einsetzt. Um diese Entwicklung zu messen, setzt der Indikator „Gesamtrohstoffproduktivität“ die Leistung der Volkswirtschaft mit der Rohstoffinanspruchnahme in Bezug.

Deutschland im- und exportiert jedoch zu einem großen Teil verarbeitete Güter und fertige Produkte. Der Indikator „Primärrohstoffeinsatz“ gibt das Ausmaß der tatsächlich eingesetzten Primärrohstoffe wieder. Er basiert auf den „Rohstoff-Äquivalenten“. Damit umfasst er das Gesamtgewicht der Primärrohstoffe, die benötigt wurden, um die Güter herzustellen, die in der deutschen Volkswirtschaft produziert oder in diese importiert wurden. Für die Berechnung der Gesamtrohstoffproduktivität wird der Primärrohstoffeinsatz mit der gesamten Wertschöpfung ins Verhältnis gesetzt, die mit diesen Rohstoffen geschaffen wurden, also mit der Summe aus Bruttoinlandsprodukt (BIP) und dem Wert der Importe.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Gesamtrohstoffproduktivität erhöhte sich in Deutschland zwischen 2000 und 2014 um 26 %. Grund war vor allem das deutliche Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und der Importwerte, während der Einsatz von Primärrohstoffen weitgehend stagnierte. Auch wenn die Entkopplung der Größen positiv zu bewerten ist, ist die inländische Primärrohstoffnutzung für Konsum und Investitionen immer noch zu hoch (siehe Indikator „Rohstoffkonsum“).

In der Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie von 2016 hat sich die Bundesregierung für das weitere Wachstum der Gesamtrohstoffproduktivität ein neues Ziel gesetzt: Zwischen den Jahren 2010 und 2030 soll der Wert jährlich im Durchschnitt um 1,5 % steigen. Von 2010 bis 2014 liegt das Wachstum bei etwa 8 %. Dies entspricht einem Anstieg von durchschnittlich 1,9 % pro Jahr.

Das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm II (ProgRess II) zeichnet für die Jahre 2016 bis 2019 eine Vielzahl von Maßnahmen auf, mit denen die Rohstoffproduktivität weiter gesteigert werden soll. Für die Zeit ab 2020 muss ProgRess weiterentwickelt werden.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Die Gesamtrohstoffproduktivität ergibt sich aus dem Verhältnis zweier Größen: Den Zähler bildet die Summe aus Bruttoinlandsprodukt und dem monetären Wert der deutschen Importe. Diese Größe wird durch die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung des Statistischen Bundesamtes bereitgestellt. Der Nenner enthält die Angaben zum „Primärrohstoffeinsatz“ in Deutschland durch Produktion und Importe in Tonnen. Das Verfahren zur Bestimmung der indirekten Importe („Rohstoff-Äquivalente“) ist in einem Forschungsbericht beschrieben (UBA 2016).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Rohstoffproduktivität“.