Weniger ist mehr – auch beim Frühjahrsputz!

Umweltfreundlich Saubermachen ist gar nicht schwer.

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Vorschlag zur Anmoderation 1:
In vielen Haushalten wird aktuell bzw. demnächst wieder geschrubbt, gebohnert, gefeudelt und gesaugt: Es ist die Zeit des Frühjahrsputzes. Und damit alles wirklich sauber wird, hat jeder so seine Geheimtipps und Mittelchen, die zum Einsatz kommen. Aber – und ich möchte hier kein/keine Spielverderber/-in sein – haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wie umweltfreundlich Ihre Putzmittel sind? Sarah Fuchs hat sich darüber mit einem Experten aus dem Umweltbundesamt unterhalten.

Vorschlag zur Anmoderation 2:
Beim Umweltschutz geht es nicht nur um die besonders präsenten Themen wie Autofahren, Fleischkonsum oder Verpackungsmüll. Auch in anderen Bereichen gibt es eine Menge zu tun: zum Beispiel beim Reinigen oder Putzen. 2019 haben in Deutschland private Verbraucherinnen und Verbraucher etwa 1,5 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel gekauft. Die Stoffe aus diesen Produkten gelangen teilweise über das Abwasser trotz Kläranlage bis in die Umwelt. Welche Stoffe man vermeiden sollte und wie umweltfreundliches Putzen aussieht, dazu ein Beitrag von Sarah Fuchs.

Beitrag (1:24 Minuten)

Sprecher*in: Jedes Jahr gelangen beim Waschen und Putzen allein in Privathaushalten etwa 550.000 Tonnen Chemikalien in die Umwelt. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Frühjahrsputz dieses Jahr ausfällt. Aber Verbraucher sollten sich auf wesentliche Produkte konzentrieren, sagt Marcus Gast vom Umweltbundesamt. Die sind zum Beispiel...

O-Ton 1 (Marcus Gast): „Ein Sanitärreiniger fürs Bad, der entfernt Kalk. Dann ein Allzweckreiniger und eine Scheuermilch für den Bereich der Küche, und zum Fensterputzen noch ein Spülmittel. Worauf man nach Möglichkeit verzichten sollte, sind aggressive Reinigungsmittel mit Salzsäure oder mit starken Laugen, die als ätzend gekennzeichnet sind, und insbesondere auf Desinfektionsreiniger. Die soll man nur anwenden, wenn ein Arzt das empfiehlt. Und selbst unter Corona-Zeiten ist ein vorsorgendes Desinfizieren in Privathaushalten nicht erforderlich.“

Sprecher*in: Bei der Wahl der umweltverträglichsten Reinigungsmittel helfen Verbrauchern zum Beispiel staatliche Umweltsiegel.

O-Ton 2 (Marcus Gast): „Das sind der Blaue Engel oder das EU-Ecolabel. Da gibt es eine unabhängige Kontrolle und Vergabe. Weitere Labels sind auch bestimmte Bio-Siegel: Da ist allerdings nicht immer ganz klar, wie umweltfreundlich die Produkte sind. Wichtig ist, dass es diese Umweltzeichen wie den Blauen Engel auch für die Allzweckreiniger, Sanitärreiniger, Glasreiniger, Handspülmittel und all die anderen Produkte gibt, die notwendig sind. Das heißt, die Qualität der Produkte ist gewährleistet: Sie müssen genauso gut putzen wie ein konventionelles Produkt.“  

Sprecher*in: Aber auch bei Reinigungsmitteln mit Umweltzeichen kommt es auf die Menge an, die eingesetzt wird: Wird zu viel verwendet, ist der Umweltschutz dahin.

Vorschlag zur Abmoderation:
Weitere Infos zum Thema „umweltfreundlicher Frühjahrsputz“ gibt’s im Netz unter blauer-engel.de.

O-Töne (2:36 Minuten)

Vorschlag zur Anmoderation 1:
In vielen Haushalten wird aktuell bzw. demnächst wieder geschrubbt, gebohnert, gefeudelt und gesaugt: Es ist die Zeit des Frühjahrsputzes. Und damit alles wirklich sauber wird, hat jeder so seine Geheimtipps und Mittelchen, die zum Einsatz kommen. Aber – und ich möchte hier kein/keine Spielverderber/-in sein – haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wie umweltfreundlich Ihre Putzmittel sind? Marcus Gast vom Umweltbundesamt weiß darüber einiges zu berichten.

Vorschlag zur Anmoderation 2:
Beim Umweltschutz geht es nicht nur um die besonders präsenten Themen wie Autofahren, Fleischkonsum oder Verpackungsmüll. Auch in anderen Bereichen gibt es eine Menge zu tun: zum Beispiel beim Reinigen oder Putzen. 2019 haben in Deutschland private Verbraucher etwa 1,5 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel gekauft. Die Stoffe aus diesen Produkten gelangen teilweise über das Abwasser trotz Kläranlage bis in die Umwelt. Welche Stoffe man vermeiden sollte und wie umweltfreundliches Putzen aussieht, darüber spreche ich jetzt mit Marcus Gast vom Umweltbundesamt. 

Begrüßung: Hallo, Herr Gast!

O-Ton (Marcus Gast): „Herzlich willkommen!

Frage 1: Herr Gast, inwiefern schadet Putzen der Umwelt?

O-Ton 1 (Marcus Gast): „Das große Problem mit den Wasch- und Reinigungsmitteln ist, dass wir einfach ganz viele davon einsetzen: 1,5 Millionen Tonnen an Wasch- und Reinigungsmitteln werden verkauft, 550.000 Tonnen Chemikalien gelangen so in die Umwelt, zum Teil in die Innenraumluft, zum Teil in die Gewässer.“ (00:13) 

Frage 2: Welche Putzmittel sind sinnvoll, und worauf sollte ich besser verzichten?

O-Ton 2 (Marcus Gast): „Die wesentlichen Produkte, die man für den Haushalt braucht, sind ein Sanitärreiniger fürs Bad, der entfernt Kalk. Dann ein Allzweckreiniger und eine Scheuermilch für den Bereich der Küche, und zum Fensterputzen noch ein Spülmittel. Worauf man nach Möglichkeit verzichten sollte, sind aggressive Reinigungsmittel mit Salzsäure oder mit starken Laugen, die als ätzend gekennzeichnet sind, und insbesondere auf Desinfektionsreiniger. Die soll man nur anwenden, wenn ein Arzt das empfiehlt. Und selbst unter Corona-Zeiten, ist ein vorsorgendes Desinfizieren in Privathaushalten nicht erforderlich.“ (00:30) 

Frage 3: Wie erkenne ich, welche Stoffe in Putzmitteln enthalten sind?

O-Ton 3 (Marcus Gast): „Die Inhaltsstoffe sind teilweise auf dem Etikett direkt angegeben, teilweise findet man sie im Internet. Auf dem Etikett selber sind zum Beispiel allergene Duftstoffe genannt oder auch die enthaltenen Konservierungsmittel. Dann gibt es zusätzlich einen Link auf dem Etikett: Da kann man die komplette Zusammensetzung des Produktes denn erfahren. Dort sind ähnlich wie im Kosmetik-Bereich alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Das heißt, der Stoff mit der höchsten Konzentration ist oben genannt und die Stoffe in geringer Konzentration kommen zum Schluss.“ (00:29)

Frage 4: Welche Siegel und Label sind wichtig und zuverlässig?

O-Ton 4 (Marcus Gast): „Aus unserer Sicht sind die staatlichen Siegel erst mal die empfehlenswerten: Das sind der Blaue Engel oder das EU-Ecolabel. Da gibt es eine unabhängige Kontrolle und Vergabe. Weitere Labels sind auch bestimmte Bio-Siegel: Da ist allerdings nicht immer ganz klar, wie umweltfreundlich die Produkte sind. Wichtig ist, dass es diese Umweltzeichen wie den Blauen Engel auch für die Allzweckreiniger, Sanitärreiniger, Glasreiniger, Handspülmittel und all die anderen Produkte gibt, die notwendig sind. Das heißt: die Qualität der Produkte ist gewährleistet. Sie müssen genauso gut putzen wie ein konventionelles Produkt.“ (00:30)

Frage 5: Manche Menschen stellen ihre eigenen Putzmittel her, zum Beispiel mit Natron, Soda, Zitrone oder Essig. Ist das wirklich eine umweltfreundliche Alternative?

O-Ton 5 (Marcus Gast): „Do-it-yourself Produkte haben leider so ihre Tücken: Man hat häufig keine konkrete Dosierung und auch die Inhaltsstoffe sind nicht zwingend immer umweltfreundlich; denn es wird viel damit geworben, dass man doch natürliches Orangen-Öl zum Beispiel verwenden sollte. Das enthält allerdings Limonen, das ist giftig für Wasser-Organismen und schlecht biologisch abbaubar in einer Kläranlage, und sogar noch Allergie-auslösend. Oder es wird Essigsäure empfohlen, Essig-Essenz. Essig-Essenz kann Chromteile angreifen und würde damit also dann im Badezimmer die Armaturen angreifen. Aber auch bei den Umweltzeichen ist zu beachten, dass die Dosierung maßgeblich ist. Wenn das Produkt überdosiert wird, ist der Umweltnutzen dahin.“ (00:35)

Verabschiedung: Herr Gast, vielen Dank für das Gespräch!

O-Ton (Marcus Gast): „Ich danke Ihnen!“

Vorschlag zur Abmoderation:  
Weitere Infos zum Thema „umweltfreundlicher Frühjahrsputz“ gibt’s im Netz unter blauer-engel.de.

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Beitrag: Weniger ist mehr – auch beim Frühjahrsputz!

Quelle:
neues handeln AG

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O-Töne: Weniger ist mehr – auch beim Frühjahrsputz!

Quelle:
neues handeln AG
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Schlagworte:
 Blauer Engel  Frühjahrsputz