"Weniger ist mehr – auch beim Frühjahrsputz"

Schwamm auf einer Fensterscheibezum Vergrößern anklicken
Falsch dosierte Reinigungsmittel belasten die Umwelt besonders stark
Quelle: rcfotostock / Fotolia.com

Verschiedene Stoffe aus Reinigungsmitteln gelangen über das Abwasser in die Umwelt und belasten die Ökosysteme – UBA-Experte Marcus Gast gibt Tipps für den umweltfreundlichen Frühjahrsputz.

Was brauche ich unbedingt für meinen Frühjahrsputz? 

Auch für den jährlichen Frühjahrsputz braucht es keine besonderen Reinigungsmittel. Die Klassiker wie Allzweckreiniger, Spülmittel, Badreiniger und Scheuermilch reichen völlig aus, um den Schmutz von wisch- und scheuerbeständigen Flächen zu beseitigen. Am besten verwendet man dabei spezielle Textilien aus Mikrofaser. Diese wirken wie eine feine Bürste und unterstützen den Reinigungsprozess. Komplett verzichten sollte man auf scharfe Reiniger mit starken Säuren, starken Laugen oder mit Desinfektionsreiniger.

Warum? Ist das schädlich für die Umwelt, oder für die Gesundheit? 

Desinfektionsreiniger enthalten zusätzlich Wirkstoffe, um Mikroorganismen abzutöten. Gelangen diese Wirkstoffe in größeren Mengen ins Abwasser – was beim Putzen ja normalerweise der Fall ist – kann das in den Kläranlagen problematisch werden. Denn hier erfolgt der biologische Abbau von Stoffen durch Mikroorganismen, die dann ebenfalls abgetötet werden und – einfach gesprochen – ihren Job nicht mehr erledigen können. Studien belegen außerdem, dass in Haushalten, in denen häufiger Desinfektionsmittel eingesetzt werden, auch häufiger Allergien aufgetreten.

Produkte mit starken, anorganischen Säuren oder Laugen wirken zwar schneller. Hier ist aber auch die Gefahr beispielsweise von Verätzungen höher. Auch empfindliche Oberflächen können von diesen aggressiven Reinigern angegriffen werden.  In jedem Fall gilt: Vorsorglich bei allen Reinigern die Gebrauchsanweisung lesen und etwaige Sicherheitshinweise  beachten.

Woran erkenne ich denn, ob anorganische Säuren enthalten sind? Und was ist das überhaupt? 

Eine starke anorganische Säure ist beispielsweise Salzsäure, eine starke anorganische Lauge  zum Beispiel die Natronlauge. Diese aggressiven Stoffe sind als "ätzend" eingestuft. Die Hersteller müssen alle Inhaltstoffe eines Reinigungsmittels im Internet veröffentlichen. Hier kann man also nachschauen,  ob Säuren oder Laugen als Bestandteil aufgeführt werden. Stehen sie weit oben in der Liste, dann ist dies ein Hinweis auf eine verhältnismäßig hohe Konzentration in Produkt. 

Auf welche Siegel und Label sollte ich achten, welche sind empfehlenswert? 

Auch Siegel bieten Orientierung und liefern Hinweise zu Umwelt- und Gesundheitsschutz. Besonders empfehlenswert sind Reinigungsmittel mit dem EU- Umweltzeichen "Euroblume" oder mit dem Blauen Engel. Produkte mit diesen Umweltzeichen sind im Vergleich zu konventionellen Produkten besonders umweltschonend und besitzen außerdem eine gute Reinigungsleistung. Diese wird übrigens durch eine unabhängige Stelle überprüft.

Doch auch bei weniger umweltbelastenden Reinigungsmitteln mit Umweltzeichen sollte man auf die Dosierung achten – denn nur bei korrekter Dosierung sind diese tatsächlich umweltfreundlicher als andere Produkte. Es gilt also auch hier: Weniger ist mehr. 

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 Frühjahrsputz  Reinigungsmittel