Touristische Leistungsträger und Verbände bzgl. Klimaänderung sensibilisieren
Bei der Entwicklung einer touristischen Destination kommt der Berücksichtigung des Klimawandels und einer aktiven Anpassung daran eine entscheidende Bedeutung zu, sei es im Rahmen von destinationsweiten Strategien und Projekten oder den Aktivitäten im Einflussbereich der einzelnen touristischen Leistungsträger. In einigen Regionen wird die Notwendigkeit einer Anpassung an den Klimawandel noch nicht von allen touristischen Akteuren erkannt. Ziel ist es daher, durch eine Sensibilisierung die Unterstützung der einzelnen Akteure für einen Klimaanpassungsprozess in der Destination zu gewinnen. Dies ist besonders entscheidend, da einige Projekte die Eigeninitiative der touristischen Betriebe erfordern. Dafür sind die Schaffung einer gemeinsamen Wissensgrundlage und die Sensibilisierung für Klimaänderungen wichtige Voraussetzungen.
Abhängig von der Interessenslage und dem bereits vorhandenen Wissensstand der touristischen Akteurinnen und Akteure muss ein passender Ansatz für die Sensibilisierung ausgewählt werden. Wenn beispielsweise die Folgen des Klimawandels in einer Region schon sicht- und spürbar sind und das Bewusstsein daher schon stärker ausgeprägt ist, dann kann die Förderung eines Austauschs zwischen den Beteiligten (z. B. runde Tische, Diskussionsrunden) eine zielführende Strategie sein.
Zu Beginn ist es wichtig, das Ergebnis und Ziel der Sensibilisierung konkret festzulegen. Dementsprechend kann dann der Fokus auf ein relevantes und aktuelles Thema gelegt werden oder gezielt eine bestimmte Zielgruppe innerhalb der touristischen Akteure angesprochen werden. Alle Themen und Zielgruppen auf einmal abzudecken, dürfte in den meisten Fällen nur schwer möglich sein. Grundsätzlich sollten die Folgen für den Tourismus im Einzelnen möglichst anschaulich dargestellt werden. Wichtig ist, dass neben den Chancen einer Anpassung und den Risiken bei Nicht-Handeln auch konkrete Handlungsoptionen (z. B. passende Good Practice Beispiele) aufgezeigt werden. Dann sollte festgelegt werden, in welcher Form die Inhalte am besten vermittelt werden können. Je nach den individuellen Gegebenheiten kann ein mehr praxisorientierter oder wissenschaftlicher Ansatz notwendig sein.
Ideal ist es, wenn sich eine Sensibilisierung mit bereits laufenden Projekten, wie z. B. der Erstellung einer Anpassungs- oder Nachhaltigkeitsstrategie für den Tourismus, verbinden lässt. Auch eine Teilnahme an Forschungsprojekten bietet Möglichkeiten zur Einbindung und damit Sensibilisierung der Akteurinnen und Akteure. Über interne Newsletter oder E-Mail-Verteiler können gezielt Informationen vermittelt werden. Wenn keine geeigneten Strukturen vorhanden sind, in die das Thema Klimawandelanpassung sinnvollerweise eingebunden werden kann, muss überlegt werden, wie das Interesse der Zielgruppe am besten geweckt werden kann. Für Informations- oder Beteiligungsformate ist es hilfreich, wenn diese möglichst interaktiv und ergebnisorientiert ausgerichtet sind. Das Ergebnis kann zum Beispiel die Einigung auf ein gemeinsames Ziel und eine entsprechende Strategie im Umgang mit Klimawandelfolgen sein. Somit werden die Akteure auf der einen Seite sensibilisiert, gleichzeitig aber auch die Bereitschaft zur Unterstützung des Anpassungsprozesses erhöht. Für interessierte Akteurinnen und Akteure sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, sich weiter mit dem Thema auseinandersetzen zu können (z. B. Gründung eines Arbeitskreises zur Steuerung des Anpassungsprozesses in der Destination).
Für einen höheren Praxisbezug können z. B. bereits umgesetzte Anpassungsmaßnahmen in der Destination im Rahmen einer Exkursion besucht werden. Auch eine Schulung der touristischen Betriebe und eine entsprechende Zertifizierung kann eine Möglichkeit zur Erhöhung des Bewusstseins bieten.
Insgesamt sollte auch versucht werden, die kommende Generation der Tourismusakteurinnen und -akteure miteinzubeziehen. Hier können sich daher Kooperationen oder gemeinsame Projekte mit Berufsschulen oder Hochschulen mit touristischem Schwerpunkt anbieten.