Schickes Smartphone, anfälliger Akku?

Drei Smartphones werden gleichzeitig über ihre Ladegeräte mit Strom geladen. zum Vergrößern anklicken
Auch im Leerlauf noch Stromfresser: Handyladegeräte, die unnötig am Netz hängen.
Quelle: Tolola / iStock / Thinkstock

Akkus aus Smartphones und Tablets verschleißen schnell. Nicht alle lassen sich kinderleicht austauschen. Das ist weder umwelt- noch verbraucherfreundlich.

Fotos knipsen und in sozialen Netzwerken teilen, schnell die E-Mails von Kollegen checken oder den Tisch im Restaurant reservieren, das alles und noch vielmehr geht heute kinderleicht von unterwegs, mit Smartphones und Tablets. Allerdings nur so lange wie der Akku reicht. Durch die intensive Nutzung der Geräte kann die Akku-Kapazität schon nach ca. 400 bis 500 Ladevorgängen rapide abnehmen. Wer sein Gerät viel nutzt, muss darum bereits nach zwei bis drei Jahren die Akkus tauschen. Bei Smartphones und Tablets sind die Akkus fest montiert, wie bei vielen anderen Elektrogeräten auch. Sie lassen sich nicht eigenständig wechseln, weshalb die Geräte in vielen Fällen eingeschickt werden müssen. Wer es sich zutraut, kann auch mit Spezialwerkzeug wie Mini-Schraubendreher und Heißluftpistole versuchen den Austausch vorzunehmen. Im Regelfall verfällt dann die Herstellergarantie. Vor solchen komplizierten Geräteeingriffen und kostenintensiven Akku-Umtauschaktionen schrecken viele zurück und kaufen sich lieber gleich ein neues Produkt. Produktdesigns mit fest verbauten Akkus können die Lebensdauer elektrischer Geräte also verkürzen. Ließen sich die Akkus wie bei einer Fernbedienung problemlos austauschen, würde viele Menschen ihre elektrische Geräte länger nutzen – und zwar  nicht nur Handys, Smartphones und Tablet-Geräte, sondern auch Navigationsgeräte, mp3-Player oder elektrische Zahnbürsten.

Je häufiger elektrische Geräte ausgetauscht werden desto umweltschädlicher ist das. Das betrifft vor allem Tablet und Smartphones. Zu den stärksten Umweltauswirkungen kommt es nämlich bei ihrer Herstellung. Dabei werden die so genannten Seltenen Metalle benötigt. Diese werden oft unter schlechten Arbeitsbedingungen gefördert und mit negativen Folgen für die Umwelt vor Ort. Viele dieser Metalle lassen sich heute noch nicht wirklich wiedergewinnen. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger schlägt deshalb vor, vorübergehend Handy-Depots einzurichten: So lange bis ihre Bestandteile weitgehend recycelt werden können, würden zum Beispiel die Handys und Smartphones darin eingelagert werden.

Bisher fehlen gesetzliche Regelungen, die für Akkus ein umwelt- und verbraucherfreundlicheres Produktdesign vorschreiben. Das Umweltbundesamt setzt sich daher EU-weit für eine bessere Recycling- und Demontage-Fähigkeit ein, zum Beispiel durch eine Modul-Bauweise von Smartphones, Tablets und Laptops. Es gibt heute schon Produkte, die diese Kriterien zum Teil erfüllen. Daher empfehlen wir nur Geräte zu kaufen, bei denen sich die Akkus problemlos ohne Zubehör auswechseln lassen. Das betrifft auch die Speicherkapazität. Die soll jeder Nutzer und jede Nutzerinnen bei Bedarf selbst erweitern können.

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Wohin mit den Althandys?

80 Millionen alte Handys liegen schätzungsweise in unseren Schubladen. Und jedes Jahr kommen mehrere Millionen dazu. Dabei enthalten sie wertvolle Metalle: Gold, Silber, Kupfer oder Kobalt. Das Recyceln ist aber auch aus einem anderen Grund wichtig: Die Akkus bestehen aus giftigen Stoffen, die in den Sondermüll gehören. Abgeben können Sie Ihr Handy zum Beispiel bei der Deutschen Umwelthilfe. Was das bringt, erklärt Michael Hadamczik im Interview mit Green Radio.

Quelle:
Green Radio
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