Neues EU-Projekt zur Geschlechtergerechtigkeit in der Forschung

Frau in Laborkleidung schaut in ein Mikroskop, das Bild wird auf einen Monitor übertragenzum Vergrößern anklicken
Die Europäische Union will mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Forschung schaffen.
Quelle: iStockphoto / Thinkstock

Am 17./18. Mai 2018 fiel der Startschuss für ein dreijähriges Projekt, bei dem das UBA Partner ist. Das von der Europäischen Union geförderte Projekt soll die Geschlechtergerechtigkeit in Forschungsinstitutionen und in der Forschungsförderung vorantreiben. Dafür sollen Wissensvermittlung und gegenseitiges Lernen gestärkt werden.

Das Projekt “Communities of Practice for Accelerating Gender Equality and Institutional Change in Research and Innovation across Europe” –  kurz ACT – wird über das EU-Förderprogramm „Horizon 2020“ gefördert und ist mit einem Gesamtbudget von drei Millionen Euro ausgestattet. 

Koordiniert wird das Projekt von der Universitat Oberta de Catalunya (UOC), Hauptverantwortlicher ist Jörg Müller. Es sind insgesamt 17 Partnerorganisationen aus zehn europäischen Ländern sowie Argentinien involviert. Der Kick-Off findet am 17. und 18. Mai 2018 in Barcelona statt.

Ziele, Aktivitäten und erwartete Wirkung

ACT wird Wissensaustausch zu Geschlechtergerechtigkeit in Forschungseinrichtungen des Europäischen Forschungsraumes betreiben, indem Praxis-Communities und “Agents of Change” Gender in ihren Organisationen und in die Forschungs- und Ausbildungsinhalte implementieren. Besonders drei Bereiche stehen im Mittelpunkt: Personalmanagement, Entscheidungsprozesse und Inhalt von Forschung und Innovation, letzteres betrifft auch Hochschul-Curricula.

Zwar wurden in der Europäischen Union in der zurückliegenden Dekade beachtenswerte Fortschritte erreicht, dennoch sind die gesammelten Erfahrungen und Praktiken verstreut, was deren systematische und systemische Einbeziehung verhindert. ACT setzt sich mit dieser Situation auseinander und entwickelt ein Netzwerk von sieben Praxis-Communities. In diesen Netzwerken werden maßgeschneiderte Mechanismen für neues Lernen und neue Praktiken bereitgestellt, wie beispielsweise der Online-Hub zum Wissensaustausch, ein anpassbares und flexibles Evaluierungsrahmenwerk, mit dem die Aktivitäten und Gleichstellungspläne ausgewertet werden können, Toolkits mit guten Praktiken, Schulungsmaterialien und Workshops, die sich partizipativer Methoden zur Herbeiführung von institutionellem Wandel bedienen sowie Synergiekonferenzen im Online- und Face-to-Face-Format. Bei diesen Maßnahmen bilden sich sowohl die institutionelle Vielfalt (zum Beispiel das ⁠UBA⁠ als Ressortforschungsbehörde für Umweltforschung) als auch die national unterschiedlichen Kontexte ab.

Die erwarteten Wirkungen sind:

  1. Verbessertes transnationales Lernen zu Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Praxis, um sicherzustellen, dass die Forschungsgemeinschaft besser gegen Gender-Bias gerüstet ist.
  2. Verbessertes Verständnis, wie Gender die Qualität von Forschungs- und Innovationsprozessen und Wissensproduktion beeinflusst.
  3. Fortschrittlichere Standards für die Bewertung von institutioneller Exzellenz, die Gender als ein Erfolgskriterium dafür einordnen.
  4. Systematischere und systemische Anwendung von Instrumenten und Beispielen guter Praxis bei der Implementierung von Gleichstellungsplänen.

Das Konsortium

Das ACT Konsortium besteht aus 17 Institutionen, die in zehn verschiedenen Europäischen Ländern und Argentinien angesiedelt sind: 

Universitat Oberta de Catalunya (Spanien), Portia (Vereinigtes Königreich), NOTUS (Spanien), Joanneum Research Forschungsgesellschaft MBH (Österreich), Advance HE (zuvor Equality Challenge Unit) (Vereinigtes Königreich), Loughborough University (Vereinigtes Königreich), Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales (Argentinien); Technische Universität Berlin (Deutschland), Karolinska Institutet (Schweden), Science Foundation Ireland (Irland), Umweltbundesamt (Deutschland), Deutsches Elektronen-Synchroton (Deutschland), Centre National de la Recherche Scientifique (Frankreich), Centre de Regulació Genòmica (Spanien), Uniwersytet Jagiellonski (Polen), ZRC SAZU (Slowenien) und Haskoli Islands (Island).

Mehr Information:

ACT wird einen Online-Knoten für “Communities of Practice” (CoPs) im Rahmen des bestehenden GenPORT Portals (http://www.genderportal.eu/) aufbauen. GenPORT ist ein community-basiertes Internet-Portal, das Ressourcen zu Gender in der Forschung bereitstellt. Während der Laufzeit von ACT (Mai 2018 – April 2021) wird GenPORT zu GenPORT+, einem zentralen Wissens- und Praxis-Hub für Geschlechtergerechtigkeit in Europa. 

Kontakt am UBA:

Marlene Sieck: Tel: 0340 / 2103-2301; E-Mail: marlene [dot] sieck [at] uba [dot] de

Arn Sauer: Tel: 0340 / 2103-2293; E-Mail: arn [dot] sauer [at] uba [dot] de

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Schlagworte:
 Gleichstellung  Gender Mainstreaming  Forschung