Gut fürs Klima – frisches Obst aus der Region

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Äpfel
Quelle: CC Vision

Äpfel im Herbst, Erdbeeren im Mai, Kirschen im Juli – regionales und saisonales Obst entlastet dank kürzerer Kühlzeit und geringerer Transportwege die Umwelt. Das ist gut fürs Klima und den Vitamingehalt.

Je länger Obst gelagert und gekühlt wird, desto mehr klimaschädliche Emissionen werden verursacht. Hinzu kommen unter Umständen lange Transportwege, die durch Emission von Treibhausgasen und Luftschadstoffen Klima und Umwelt belasten. Nachhaltig und klimaschonend ist deshalb vor allem frisches Obst aus der Saison und der Region.

Beispiel Apfel

Im Lebenszyklus eines Apfels – also auf seinem Weg vom Baum bis in unsere Hand – beeinflussen zahlreiche Faktoren die verschiedenen Umweltwirkungen. 

Das fängt schon bei den Anbaubedingungen an, ob der Apfelbaum beispielsweise auf einer Streuobstwiese oder im Plantagenanbau wächst. Deutliche Unterschiede gibt es auch bei Bio- und konventionellen Anbau – insbesondere der Pestizideinsatz in der konventionellen Produktion hat Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Neben den „Schädlingen“ sind zahlreiche andere Lebewesen direkt, aber auch indirekt durch die toxische Wirkung der Pestizide gefährdet, da sie das Nahrungsangebot einschränken oder völlig zerstören.  So sind nicht nur die behandelten Flächen selbst, sondern auch angrenzende Biotope wie zum Beispiel Flüsse und Seen betroffen. In Form von belastetem Obst und Gemüse können Pestizide auch zur Gesundheitsgefahr für den Menschen werden. 

Ein weiterer Aspekt ist der Transport. Kurze Transportwege von regional erzeugten Äpfeln erzeugen weniger Umweltlasten (zum Beispiel hervorgerufen durch den Ausstoß von Klimagasen und Luftschadstoffen wie Feinstaub oder Stickoxiden), als längere Wege aus einer anderen Ecke von Deutschland, der EU oder gar vom anderen Ende der Welt. Einfluss nimmt nicht nur die Länge des Weges, die Lasten hängen auch vom gewählten Transportmittel ab – ob LKW, Bahn, Schiff oder Flugzeug. Hierbei ist immer die gesamte Transportkette, welche möglicherweise aus der Kombination verschiedener Verkehrsmittel besteht, zu berücksichtigen. Der Schiffstransport aus Übersee weist zwar nur geringe Umweltlasten pro Kilometer auf, schlägt aber auf Grund der großen Transportentfernung ähnlich stark wie der innerdeutsche Transport zu Buche.  Gerade bei ausländischen Äpfeln sind die Vertriebsstrukturen (Lastwagen, Schiff, Bahn, Flugzeug, und ggf. alles in Kombination) zudem  oft unklar und die Auswirkungen schwer zu beziffern.

Den Unterschied macht am Ende die Frische des Apfels. Damit er genießbar bleibt, muss er nämlich gekühlt werden – und diese Kühlung verursacht hohe Energieaufwände und damit verbundene Emissionen. Ein deutscher Apfel, im Juni gekauft, stammt sicher aus der vorjährigen Herbsternte und wurde somit über ein halbes Jahr lang gekühlt gelagert. Äpfel sind im Juni auch aus dem europäischen Ausland eigentlich noch nicht frisch erhältlich. Stellt man diesem Apfel nun einen frischen Apfel aus Neuseeland gegenüber, der zwar einen wesentlich weiteren Transport mit dem Schiff nach Deutschland hinter sich hat, kann der neuseeländische Apfel möglicherweise trotzdem die bessere Ökobilanz vorweisen. Nicht zuletzt hängt die Ökobilanz eines Apfels auch stark vom eigenen Einkaufsverhalten (zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto) und dem eigenen Konsum- und Wegwerfverhalten ab. 

Am besten greift man auf saisonales, frisches Obst aus der Region zurück. Im Juni beispielsweise gibt es in Deutschland anderes frisches Obst wie Erdbeeren, Himbeeren oder Kirschen. Und jetzt im Herbst ist der Apfel eine gute Wahl. Frische Produkte und kurze Transportwege belasten die Umwelt im geringsten Maße. Und das tut auch der Gesundheit gut: Der Vitamingehalt eines frischen Apfels ist deutlich höher als der eines gelagerten Apfels – je länger ein Apfel gelagert wurde, desto weniger Vitamine sind noch enthalten. Das gilt für Gemüse übrigens genauso wie für Obst. 

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 Obst  Äpfel  Nachhaltiger Konsum  Klimaschutz  Regionale Produkte