Bebauung und Versiegelung

Straße mit Asphalt und Bürgersteig mit Betonpflasterzum Vergrößern anklicken
Mehr und mehr Grün weicht Asphalt und Beton
Quelle: ThomBal / Fotolia.com

Jede Baumaßnahme betrifft unmittelbar den Boden. Je nach Intensität der baulichen Veränderungen verliert der Boden dabei komplett oder teilweise seine wertvollen Funktionen. Bedeckt mit Beton oder Asphalt geht ein Lebensraum verloren. Der Wandel von natürlichen, aber auch landwirtschaftlich genutzten Böden ist ein Flächenverbrauch, der reduziert werden kann.

Als Folge großflächiger Versiegelung des Bodens entsteht besonders in Ballungsräumen das Stadtklima. Es ist gekennzeichnet durch erhöhte Lufttemperaturen im Vergleich zu Wäldern und „Grünen Oasen“. Auch bildet sich hier weniger Grundwasser neu, weil der Regen nicht mehr den Poren des Bodens zugeführt, sondern über Kanalsysteme abgeleitet wird.

Der ungebremste Verlust an natürlichem Boden führt zu einer Verinselung von Landschaften und Lebensräumen. Räumliche Korridore, besonders für die heimische Tierwelt, werden langfristig eingeschränkt. Etwa 46 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen sind versiegelt, das heißt bebaut, betoniert, asphaltiert, gepflastert oder anderweitig befestigt. Derzeit liegt die tägliche Umwidmung von unbebautem Boden in bebaute oder anderweitig genutzte Flächen in Deutschland bei circa 66 Hektar am Tag. Das zeigt eine leicht abnehmende Tendenz in den letzten Jahren, ist jedoch weit von dem Ziel der Bundesregierung entfernt, den Verbrauch auf weniger als 30 Hektar pro Tag im Jahr 2030 zu senken.

Ein Diagramm stellt in Balkenform für jedes Jahr dar, wie viel Hektar Fläche in Deutschland zwischen 1993 und 2016 pro Tag neu für Siedlungs- und Verkehrsflächen ausgewiesen wurden. Ergänzend wird als Linie der Vier-Jahres-Durchschnitt abgebildet.
Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

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Bodenversiegelung - Wie wir uns der besten Flächen berauben

Straßen und Parkplätze versiegeln den Erdboden, sodass dieser immer weniger CO2 aus der Atmosphäre aufnimmt. Oft gehen dadurch auch landwirtschaftliche Flächen verloren, die vorher Menschen mit Nahrung versorgt haben. Green Radio hat mit Jean Charles Munch, Direktor am Institut für Bodenökologie des Helmholtz-Zentrums München über dieses globale Problem gesprochen.

Quelle:
Green Radio