Großprojekte des Verwaltungsabkommens zur Altlastenfinanzierung

Kurzinformationen zu Großprojekten

Großprojekte in gemeinsamer Bearbeitung von Bund und Ländern

Berlin

Lage: Das Großprojekt besteht aus einem nahezu geschlossenen Industriegebiet an der Spree im Südosten Berlins. Es umfasst eine Fläche von ca. 19 km2

Historie: Ausgehend vom Beginn der Industrialisierung um 1870 hatte sich die Region bis in die jüngste Zeit zum größten Industriegebiet Berlins entwickelt. Es siedelte sich produzierendes und verarbeitendes Gewerbe an (wie chemische und Pharmaindustrie, Energieerzeugung, Metallverarbeitung, Elektronik, Fahrzeug- und Motorenbau). Viele der damaligen DDR-Großbetriebe mussten nach der Wende ihre Arbeit einstellen.

Gefährdungssituation und Bearbeitungsstand: Der gesamte Industriekomplex befindet sich in der Trinkwasserschutzzone III im unmittelbaren Einzugsbereich dreier Wasserwerke. Ein breit gefächertes Schadstoffspektrum mit den Hauptkontaminanten leicht flüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW), Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), monoaromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX), Phenole, Cyanide und Schwermetalle verursachte hohe lokale Bodenverunreinigungen und großflächige Grundwasserkontaminationen im Transfergebiet zu den Wasserwerken.

Von 220 bewerteten Grundstücken wurden 74 mit einer Gesamtfläche von 408 ha saniert oder befinden sich noch in der Sanierung. Hinsichtlich grundstücksbezogener Maßnahmen werden die wesentlichen Aufgaben voraussichtlich in einigen Jahren erfüllt sein. Grundwassermonitoring-Maßnahmen im Rahmen der Nachsorge sowie die Grundwassersanierungsmaßnahmen zum Schutz der Wasserwerke werden längerfristig erforderlich sein.

Weitere Informationen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Bundesland Brandenburg

PCK Schwedt

Lage: Das Großprojekt befindet sich im Nordosten des Landes Brandenburg (Uckermark), in Odernähe.

Historie: Auf dem ca. 940 ha großen Areal als Stammbetrieb des Petrolchemischen Kombinates Schwedt erfolgte seit 1964 die Herstellung von Mineralöl- und Petrolchemieprodukten sowie von Düngemitteln aus Rohöl. Später wurde für kurze Zeit auch Futterhefe hergestellt. Die Produktionsrückstände wurden seit Betriebsbeginn auf betriebseigenen sowie betriebsfremden Deponien auf dem Betriebsgelände und im Umland abgelagert.

Gefährdungssituation und Bearbeitungsstand: Im Umfeld des Standortes befinden sich Trinkwasserschutzgebiete. Lokale Bodenkontaminationen und großflächige Kontaminationen des Grundwassers z. B. mit auch in Phase vorliegenden Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), monoaromatischen Kohlenwasserstoffen (BTEX), Naphthalin, Schwermetallen, Ammoniumsalzen und Nitrat. 

Mit aufwändigen Sanierungsmaßnahmen wurde eine deutliche Reduzierung des Schadstoffpotenzials erreicht. Unter Beachtung des laufenden Raffineriebetriebes ist die Durchführung weiterer Detail- und Sanierungsuntersuchungen, Sanierungs- sowie Nachsorgemaßnahmen vorgesehen. Der Weiterbetrieb der Abwehrbrunnenanlage und das standortbezogene Grundwassermonitoring sind noch längerfristig notwendig.

Weitere Informationen beim Landesamt für Umwelt des Landes Brandenburg.

Oranienburg

Lage: Das Großprojekt umfasst zahlreiche im Landkreis Oberhavel gelegene Standorte, die den Teilprojekten Oranienburg, Velten, Hennigsdorf und Birkenwerder / Hohen Neuendorf zugerechnet werden. Der größte Teil der Standorte ist im Bereich von Vorflutern (Havel, Stichkanäle) gelegen.

HistorieDas Gebiet ist eine der ältesten Industrieregionen im Osten Deutschlands, in der sich vielfältige Industrie- und Gewerbebranchen wie Hüttenwerke, Rüstungsindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Chemie- und Baubetriebe, Holzverarbeitung, Pharma- und Lebensmittelbetriebe ansiedelten. Im zweiten Weltkrieg war das Industriegebiet Ziel massiver Bombenangriffe.

Gefährdungssituation und Bearbeitungsstand: Die Standorte befinden sich überwiegend innerhalb von Trinkwasserschutzzonen zweier größerer Wasserwerke. Mehrere Unternehmen verfügten über Eigenwasser-Versorgungsanlagen, von denen einige noch in Betrieb sind. Es wurden sowohl großflächige Schadstoffeinträge in Boden und Grundwasser als auch lokal begrenzte Kontaminationen nachgewiesen: Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), monoaromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX), chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW), polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Phenole und pharmatypische Stoffe. Die innerhalb des Großprojektgebietes liegenden Grundwasserfassungen sind durch Schadstoffeinträge gefährdet. 

Mittels aufwändiger, teils lang laufender Dekontaminationsmaßnahmen wurden und werden erhebliche Schadstoffmengen aus Boden, Bodenluft und Grundwasser entfernt. Zum Schutz der Wasserwerke erfolgen Sicherungs- und Monitoringmaßnahmen. Auch zukünftig werden Untersuchungs-, Gefahrenabwehr- und Überwachungsmaßnahmen erforderlich sein.

Weitere Informationen beim Landesamt für Umwelt des Landes Brandenburg.

BASF Schwarzheide

Lage:Das Großprojekt befindet sich im südöstlichen Teil des Landes Brandenburg. Es nimmt eine Gesamtfläche von 230 ha ein.

Historie: Zuerst carbochemisches Unternehmen zur Herstellung von Mineralölprodukten aus Braunkohle, später Verarbeitung von Erdöl und Herstellung von Herbiziden.

Gefährdungssituation und Bearbeitungsstand: Hohe Boden- und Grundwasserbelastung durch Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), Phenole, monoaromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX), chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW), polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffen (PAK) und Schwermetalle. Hohe Gefährdung durch die werkseigene Deponie am Kabelbaggerteich. 

In den zurückliegenden Jahren wurden Anlagen und eine Altablagerung saniert, Abfälle entsorgt und eine große Menge an Schadstoffen aus dem Grundwasser entfernt. Die Sanierung des Grundwassers und Monitoringmaßnahmen sind fortzusetzen sowie die Sanierung der Werksdeponie nach Abschluss bergbaulicher Sicherungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen. Auch gefahrenrelevante Bodenkontaminationen sind noch zu untersuchen.

Weitere Informationen beim Landesamt für Umwelt des Landes Brandenburg.

Stadt Brandenburg an der Havel

Lage: Das Großprojekt umfasst Standorte in der Altstadt von Brandenburg, die zum Teil an Oberflächengewässern gelegen sind.

HistorieVor über 100 Jahren begann die gewerblich-industrielle Nutzung des Siedlungsgebietes mit der Ansiedlung von Metallurgie- und metallverarbeitender Industrie, Rüstungsbetrieben, Energie- und Gasversorgung, Bau- und Transportbetrieben, Chemie- und Leichtindustrie.

Gefährdungssituation und Bearbeitungsstand: Das Großprojekt umfasste, verteilt auf einer Fläche von ca. 7,8 km2, 94 Standorte sowohl in innerstädtischer Lage als auch in Randgebieten. Ihre Untersuchung und Bewertung bestätigte bei etwa 20 davon eine Altlastrelevanz: Leicht flüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW), monoaromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX), Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) hatten zumeist lokal begrenzte Boden- und Grundwasserkontaminationen verursacht. 

Die Altlastenbearbeitung wurde auf den meisten Standorten beendet, drei befinden sich in abschließender Bearbeitung. Die Gefahrenabwehrmaßnahmen werden voraussichtlich bis zum Jahr 2018 abgeschlossen. Im Rahmen der Nachsorge erfolgt ein Grundwassermonitoring.

Weitere Informationen beim Landesamt für Umwelt des Landes Brandenburg.

Pauschalierte Großprojekte

  • Zur Information:

    Die Sanierungskosten für diese Großprojekte wurden von den Finanziers (Bund / Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) abschließend vertraglich vereinbart (pauschaliert). Sie befinden sich nunmehr in eigenverantwortlicher Bearbeitung der jeweiligen Bundesländer

    Pauschalierte Großprojekte

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Schlagworte:
 Großprojekt  Sanierung  Industriestandort  Gefahrenabwehr