Nr.: 73Newsletter Klimafolgen und Anpassung

Liebe Leserinnen und Leser,

Extreme Wetterereignisse nehmen vermehrt zu und die Nachfrage nach aktuellen Klimavorsorgediensten und Wissensplattformen steigt stetig. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung das Deutsche Klimavorsorgeportal "KLiVO" ins Leben gerufen. Seit 2018 werden dort Klimavorsorgedienste qualitätsgeprüft und für verschiedenste Handlungsfelder gebündelt zur Verfügung gestellt. In unserem Schwerpunktartikel erfahren Sie mehr über die Entwicklung des KLiVO-Portals, die in den vergangenen vier Jahren vorangeschritten ist.

Eine spannende Lektüre wünscht
Ihr KomPass-Team im Umweltbundesamt

Schwerpunktartikel

Service Klimaanpassung: vier Jahre Deutsches Klimavorsorgeportal

Logo des Klimavorsorgeportals
KLiVO-Portal Logo
Quelle: Stockwerk2

Das KLiVO-Portal hat sich seit seinem Launch in 2018 zu einem echten Service im praktischen Umgang mit den Folgen des Klimawandels entwickelt. Mit Such- und Filterfunktionen werden Leitfäden, Karten oder Daten empfohlen. Mehr als 100 Klimaanpassungsdienste zeigen, wie Klimafolgen in Planungen berücksichtigt werden können. Das Feedback sowohl von Dienste-Anbietenden wie auch von Anwender*innen fällt nach knapp vier Jahren positiv aus.

KomPass - In eigener Sache

Analyse zu Klimarisiken für Deutschland vom UBA vorgestellt

Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 für Deutschland (KWRA) vorgestellt. Erstellt wurde sie zusammen mit Expert*innen aus 25 Bundesbehörden und -institutionen aus neun Ressorts. Im Ergebnis bestätigt die KWRA die Ergebnisse der Vulnerabilitätsanalyse des Bundes von 2015, allerdings sind viele Klimarisiken im Vergleich zum damaligen Stand gestiegen. Analysiert wurde die Gegenwart und zwei Zukunftsszenarien für die Mitte (2031 bis 2060) und das Ende des Jahrhunderts (2071 bis 2100). Für die Zukunft wird in der KWRA einmal der pessimistische Fall eines starken Klimawandel und einem Anstieg von 3 Grad Celsius sowie der schwächere Fall mit einem Anstieg von 2,4 Grad Celsius vorgestellt. Insgesamt wurden 31 Wirkungen des Klimawandels mit sehr dringendem Handlungsbedarf identifiziert. Insbesondere hohe Klimarisiken sieht die Analyse beispielsweise für die natürlichen Lebensgrundlagen, wie Böden, Wälder und Gewässer und damit auch für die Wirtschaftssysteme, die auf diese Grundlagen angewiesen sind. Aber auch die biologische Vielfalt und die menschliche Gesundheit werden als ausdrücklich gefährdet benannt. Besonders anschaulich zeigt der Bericht die Wirkungsketten, die durch Veränderung der natürlichen Systeme infolge des Klimawandels ausgelöst werden. Die natürlichen Systeme besser zu schützen, um ihnen eine Anpassung an die Klimaveränderungen zu ermöglichen, ist deshalb ein wesentliches Fazit des Berichts – ebenso wie die Empfehlung mit verschiedenen Anpassungsmaßnahmen unverzüglich zu beginnen, da diese sehr lange brauchen um wirksam zu werden.

Entwurf der Nationalen Wasserstrategie vorgelegt

Im Rahmen des 3. Nationalen Wasserforums legte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) den Entwurf einer Nationalen Wasserstrategie sowie ein darin enthaltenes Aktionsprogramm vor. In der Strategie werden die wichtigen Aspekte beim zukünftigen Management von Wasser zu zehn strategischen Themen dargestellt, wobei auch das Themenfeld der Klimaanpassung immer wieder eine relevante Rolle spielt. So erfordern die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen des Klimawandels, aber auch der Digitalisierung, der Landnutzungsänderungen oder des demografischen Wandels diese sektorübergreifende Strategie.

Anpassungspolitik - Bund, Länder, Kommunen

Norddeutsche Bundesländer beziehen Position zur Klimaanpassung

Umweltminster*innen und -senator*innen der norddeutschen Bundesländer haben bei der 6. Regionalkonferenz des Bundes und der norddeutschen Länder eine gemeinsame Erklärung zur Klimaanpassung abgegeben. Die Politiker*innen sehen für Norddeutschland und seine Küstenregionen eine besondere Betroffenheit durch den Klimawandel, etwa durch den Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten, aber auch durch ein verändertes Niederschlagsgeschehen mit Starkregenereignissen und längeren Trockenperioden. In sieben Punkten wird die Notwendigkeit der Entwicklung von Strategien gegen Klimawandelfolgen dargelegt, dabei seien vor allem rechtzeitige Maßnahmen gefragt wie etwa die Anpassung von kritischer Infrastruktur, aber auch der Anstoß einer Diskussion zur zukünftigen Nutzung von Wasser wird gegeben. 

Wasserwirtschaft: Wasser zentraler Baustein der Klimaanpassung

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) machte anlässlich einer Präsentation ihrer Position zur „Wasserbewussten Entwicklung unserer Städte“ deutlich, dass sie im urbanen Raum Wasser als einen zentralen Baustein für Anpassung an den Klimawandel sieht. In der Erklärung stellte die DWA die Bedeutung von Wasser für zahlreiche Aspekte der Klimaanpassung heraus. Als zentralen Punkt für die Zukunft nennt die DWA den natürlichen Wasserhaushalt. Hier müssten Grundwasserneubildung und Verdunstung gestärkt werden sowie der Abfluss aus den Städten begrenzt werden. Flächen so zu gestalten sei bereits jetzt technisch und gesetzlich möglich. Diese Positionen hat die DWA auch in einem Politikmemorandum zur kommenden Bundestagswahl bekräftigt und präzisiert.

Bayern erhöht Förderung für Beratungsangebot zur Klimaanpassung

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber und Bauministerin Kerstin Schreyer haben die Förderung für die Beratungsstelle Energieeffizienz und Nachhaltigkeit (BEN) der Bayerischen Architektenkammer verdoppelt. Damit erhält die BEN zukünftig 200.000 Euro für ihre Arbeit und kann so ihr Angebot ausweiten und auch zum Thema Klimaanpassung eine kostenfreie Erstberatung anbieten. Damit sollen die Problematiken und Erfordernisse rund um die Anpassung an den Klimawandel beim Bauen bekannter werden – gerade im Bereich blaue und grüne Infrastrukturen. Die BEN soll in diesem Sinne nicht nur beraten, sondern auch bei der Umsetzung helfen.

Bremen: Gewerbeflächenentwicklungen als Beitrag zur Klimaanpassung

In Bremen hat die hat die Senatorin für Wirtschaft gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Bremen und der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau ein neues Konzept zur Erschließung neuer Gewerbegebiete und bei der Weiterentwicklung bestehender Wirtschaftsstandorte vorgelegt. Es sieht vor künftig den Schwerpunkt dabei auf Klimaschutz, Klimaanpassung und Biodiversität zu legen. In puncto Klimaanpassung sieht das Konzept vor, die städtebaulichen Strukturen anzupassen. Dafür soll in Zukunft unter anderem mit Flächen sparsamer umgegangen werden und die Fassadengestaltungen sowie Gründächer für ein positives Mikroklima sorgen.

Prämien für klimaresiliente Wälder

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat auf dem 2. Nationalen Waldgipfel mit der Bundesinitiative „Klimaschützer Wald“ ein zweistufiges Modell zur Honorierung der Klimaschutzleistung der Wälder vorgestellt. Neben Zahlungen für die Speicherung von Kohlenstoff, soll auch der Erhalt, die Entwicklung und die Bewirtschaftung besonders klimaresilienter Wälder vergütet werden. Voraussetzung für die Förderung ist die Vorlage einer Nachhaltigkeitszertifizierung, Höhe und Staffelung sollen sich nach Art und Zustand des Waldes richten. Die Vergütung soll über mehrere Jahre hinweg fließen. In dieser Zeit soll es Überprüfungen geben, ob die Voraussetzungen weiter erfüllt werden. 

Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Ideen für eine nachhaltige Zukunft gesucht

Zusammen mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis vergibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung in diesem Jahr erneut den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Bei diesem Mal sind die Anpassung an den Klimawandel und der Umgang mit Extremwetterereignissen in Städten und Regionen der Schwerpunkt der Auszeichnung. Es werden anwendungsnahe Projekte gesucht, die Lösungen zur Klimaanpassung in Städten und Regionen bieten und dabei einen nachhaltigen Ansatz verfolgen. Bis zum 30. Juni 2021 können sich Forscher*innen oder Forschergruppen aus Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Unternehmen oder gemeinnützigen Organisationen bewerben.

Aus Forschung und Praxis

Regional

Niedersachsenweites Projekt zur Klimawandelanpassung im Tourismus

Niedersachsen will seine Tourismusindustrie mit dem Projekt „Klimawandel anpacken – Anpassungsstrategien für den Tourismus in Niedersachsen“ auf Klimafolgen vorbereiten. In den kommenden 18 Monaten soll dafür mit den Reiseregionen des Landes herausgearbeitet werden an welchen Stellen die Folgen des Klimawandels besonders spürbar werden und welche Lösungen es geben könnte. Am Ende des Projekts soll ein Maßnahmenkatalog stehen. Zur ersten Information zum Thema hat das Tourismusnetzwerk Niedersachen die Broschüre „Klimawandel verstehen – Wegweiser für den Tourismus in Niedersachsen” herausgegeben, der unter anderem auch auf den Handlungsleitfaden „Anpassung an den Klimawandel: Die Zukunft im Tourismus gestalten“ des Umweltbundesamtes verweist.

NRW: Karte zu Waldstandorten durch Klimaprojektionen erweitert

Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) informiert in zwei neuen Varianten seiner „Forstlichen Standortkarte NRW“ auf dem Internetportal Waldinfo.NRW über die potentielle Dürreempfindlichkeit, Anbauempfehlungen sowie die Standorteignung ausgewählter Baumarten. Bisher wurden die Standorte in der frei verfügbaren Karte anhand der Faktoren Gesamtwasserhaushalt, Nährstoffversorgung und Vegetationszeit (Wärmehaushalt) beschrieben. Die zwei neuen Varianten haben als Grundlage Klimaprojektionen, die einmal einen „moderaten“ Anstieg der Treibhausgaskonzentration voraussetzen und einmal von stetig steigenden Konzentrationen ausgehen. Damit sollen Waldbesitzende und Waldbewirtschaftende bei ihren Entscheidungen zum Waldbau unterstützt werden.

Forschungsverbund testet nachhaltigen Hochwasserschutz

Mit dem voranschreitenden Klimawandel steigt auch die Gefahr von Hochwassern. Der Schutz erfordert nachhaltige und flexible Lösungen, um auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet zu sein. Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe forscht gemeinsam mit der RWTH Aachen und der Gütersloher Firma topocare im Projekt „InnKubaTubes“ an solchen Lösungen. Jetzt wurde ein erster Test mit einer neuen Deichbauweise unternommen. Diese bietet gleich mehrere Vorteile und könnte für bei der Klimaanpassung eine nachhaltige Lösung bieten. Denn die 20 Meter langen Schläuche, die die Forscher*innen entwickelt und aufeinander gestapelt haben, ermöglichen es beim Bau Fläche und Material zu sparen. Zudem kann der Damm nicht brechen oder überspült werden.

Landwirtschaft: Klimaanpassung mit nicht heimischen Gewächsen

Die Landwirtschaft ist von den Folgen des Klimawandels mit am stärksten betroffen. Das Projekt AgroBaLa versucht Lösungen für eine klimaresiliente Landwirtschaft zu finden. Die Forscher*innen vom Fachgebiet Bodenschutz und Rekultivierung der BTU Cottbus-Senftenberg untersuchen deshalb die Bewirtschaftung von Ackerkulturen oder Grünland gemeinsam mit Gehölzen auf einer Fläche – im sogenannten Agroforstsystem. In dem Projekt werden dafür nicht heimische Kräuter, Feldfrüchte und Gehölzarten verwendet, die auf den eher trockenen Böden der Lausitz gut wachsen. Als Ergebnis soll ein Pflanzenbaukasten herauskommen, der es Landwirtschaftsbetrieben ermöglichen soll, den agroforstlichen Systemansatz individuell zur Klimaanpassung zu nutzen.

Forschungsverbund startet Messkampagne zu Wetterextremen

Um die komplexen physikalischen Prozesse zu verstehen, die beim Entstehen extremer Wetterereignisse ablaufen, untersucht die Helmholtz-Initiative MOSES, zusammen mit anderen Forschungszentren, in der Messkampagne „Swabian MOSES“ Trockenheit und Starkniederschlag. Als Gebiet für die Messungen wurden die Schwäbische Alb und das Neckartal in Baden-Württemberg ausgewählt, da dort sowohl Gewitter als auch Hitze- und Dürreperioden häufig auftreten. Ziel des Beobachtungssystem MOSES (Modular Observation Solutions for Earth Systems) ist es, die Ursachen, Auswirkungen und Wechselwirkungen hydro-meteorologischer Extreme ganzheitlich zu untersuchen. Ein besseres Verständnis hätte auch für die Klimaanpassung großen Wert.

Anpassung an den Klimawandel spielerisch erlernen

Das neue Projekt „MainKlimaPLUS“ der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) will Unternehmen auf spielerische Art und Weise dabei helfen sich mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinanderzusetzen. Das vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt hat im Kern ein Planspiel, in dem Spieler*innen simulierte, klimatische Bedingungen vorfinden, auf die sie mit selbst initiierte Anpassungsstrategien reagieren können. Der weitere Verlauf des Spiels zeigt dann die Wirkung dieser Strategien. Auf diese Weise sollen Akteure aus der Wirtschaft motiviert und dazu befähigt werden, eigenständig individuelle Strategien für die Klimaanpassung in ihren Unternehmen und Lieferketten zu identifizieren.

National

Forschungskooperation zu Klimaanpassung in der Landwirtschaft

Um dem Informationsbedarf in der Landwirtschaft und Politik in puncto Klimaanpassung nachzukommen, haben das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und das Julius-Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Da Dürreperioden, Starkregenereignisse und Rekordhitze für Unsicherheit darüber sorgen, wie sich die Erträge in der Landwirtschaft entwickeln, wollen das ZALF und das JKI dynamische, prozessbasierte Pflanzenwachstumsmodelle untersuchen. Dafür simulieren sie die Interaktionen zwischen Kulturpflanzen, Umweltbedingungen und Anbaumanagement. JKI und ZALF wollen die Modelle zur Abschätzung von klimabedingten Ertragsänderungen sowie Möglichkeiten zur Sortenanpassungen erarbeiten und weiterentwickeln.

Studie zur Bedeutung der Baumdiversität für den Borkenkäferbefall

In den vergangenen Jahren haben lange Trockenperioden viele Bäume in den Wäldern in Deutschland geschwächt. In der Folge versagten oft die natürlichen Abwehrmechanismen beispielsweise gegen Borkenkäfer. Daraus resultierte ein starker Befall, der viele Wälder krank gemacht hat. Da zukünftig mit intensiveren und längeren Trockenperioden zu rechnen ist hat ein Team aus Forscher*innen der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen und der Fakultät für Biologie von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau nun untersucht, ob die Zusammensetzung der Baumarten eines Waldes das Fressverhalten der Borkenkäfer beeinflusst. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass Baumdiversität nicht wie bisher angenommen den Befall reduziert.

Global

Konzepte für nachhaltiges und gerechtes Wassermanagement entwickelt

Mit dem fortschreitenden Klimawandel wird auch ein effizienteres Wassermanagement in trockenen Regionen und Phasen zu einem wichtigen Thema. Das Verbundprojekt TRUST hat am Beispiel des Flusseinzugsgebiets des Rio Lurín in Peru inter- und transdisziplinäre Konzepte zur Trinkwassernutzung sowie zur sicheren Abwasserentsorgung und Wasserwiederverwendung entwickelt. Im Abschlussbericht stehen fünf Thesen und 20 Empfehlungen für die Bereiche Wasserressourcen, Wassernutzung und Wassermanagement in Regionen mit Wasserknappheit in Entwicklungsländern. Dabei wird unter anderem die Entwicklung einer gemeinsamen Wassernutzungsplanung empfohlen, um Konflikte zu vermeiden.

Klimawandel erfordert neue Sorten in der Landwirtschaft

In einer Simulationsstudie konnten Forscher*innen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) feststellen, dass angepasste Sorten in der Landwirtschaft die Ertragsminderung aufgrund steigender Temperaturen verringern können. Dazu haben die Wissenschaftler*innen in vier Klimaszenarien simuliert, welchen Effekt der Klimawandel auf die globale Produktion von Mais, Reis, Soja und Weizen hat. Parallel wurde untersucht, welchen Einfluss die Verwendung lokal angepasster Sorten auf die Erträge hätte. Die Ergebnisse zeigen, dass bei einer moderaten Erwärmung eine gute Anpassung möglich ist. Umso höher die Erwärmung jedoch ausfallen würde, umso mehr angepasste Sorten würden benötigt - bei einem steigenden Risiko, dass keine angepasste Sorte mehr zur Verfügung stünde.

Verbesserte saisonale Vorhersagen für mehr Klimaresilienz

Maßnahmen gegen Klimafolgen sind wirkungsvoller, wenn sie rechtzeitig ergriffen werden. Eine Voraussetzung für frühzeitiges Handeln können präzise saisonale meteorologische Prognosen für die kommenden Monate sein. Ein Forscherteam des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) konnte nun globale Vorhersagen mit statistischen Verfahren so verbessern, dass sie regional nutzbar werden. In Untersuchungsregionen wie beispielsweise im Sudan oder in Ecuador konnten anormale Hitze- und Trockenheitsperioden mit der neuen Methode bis zu sieben Monate im Voraus besser vorhergesagt werden, als es bislang möglich war. Mit solchen Vorhersagen ließe sich im Sinne der Klimaanpassung etwa die Saatgutauswahl für die Pflanzsaison besser planen und Schäden reduzieren.

Publikationen

Deutschsprachig

Praxisbeispiele aus der Klimaanpassung

Jährlich vergibt das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) den Preis für die Klimaaktive Kommune. Unter den Preisträgern des vergangenen Jahres finden sich zahlreiche Best Practice Beispiele auch zum Thema Klimaanpassung. Diese hat das Difu jetzt in einer Broschüre zusammengetragen. Zur Klimaanpassung finden sich darin beispielsweise Preisträger wie die Stadt Dresden und ihre Selbstverpflichtung zur Klimaanpassung bei kommunalen Hochbauvorhaben oder der Probeanbau der Energiepflanze „Durchwachsene Silphie“ im Landkreis St. Wendel. Alle Projekte werden ausführlich beschrieben sowie mit der Begründung der Jury für die Preisvergabe dargestellt.

Fortschrittsbericht zur New Urban Agenda und zur Agenda 2030

Die New Urban Agenda und die Agenda 2030 der Vereinten Nationen geben seit ein paar Jahren den Rahmen für eine nachhaltige Stadtentwicklung weltweit. Die Agenden sollen dabei helfen, Städte auf allen Ebenen resilienter und nachhaltiger zu gestalten. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat jetzt einen Fortschrittsbericht zur Umsetzung beider Agenden in Deutschland veröffentlicht. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass beide Agenden in Deutschland schon sehr erfolgreich umgesetzt werden, die Herausforderungen aber immer noch groß sind. Laut des Berichts werden bei der Klimaanpassung in Deutschland vorrangig Maßnahmen für den ökologischen Umbau des städtischen Grüns, die energetische Gebäudesanierung, den Hochwasserschutz sowie für die Aufklärungsarbeit getroffen.

NRW legt Wiederbewaldungskonzept für klimastabile Wälder vor

Insgesamt hat sich der ökologische Zustand der Wälder in Nordrhein-Westfalen (NRW) über die vergangenen 35 Jahre verschlechtert. Durch Stürme sowie die Dürren- und Trockenperioden der vergangenen Jahre hat sich diese Situation weiter verschlimmert. Nach der forstlichen Aufarbeitung der geschädigten Flächen, steht vielerorts die Wiederbewaldung an. Dafür hat das Land NRW ein Wiederbewaldungskonzept vorgelegt, das vertiefte Informationen im Bereich der Bestandsbegründung nach Schadereignissen bietet. Auch aktuelle Daten zu Klimafolgen und neueste Forschungserkenntnisse werden mit einbezogen. Praktischen Mehrwert bieten darüber hinaus digitale Karten, aus denen Empfehlungen für Baumarten und Mischbestände für klimastabile Wälder ableitbar sind.

Englischsprachig

Klimaanpassung im Lokalen effektiv gestalten

Das kürzlich erschienene Buch „Handbook of Climate Change Management“ geht in mehreren Kapiteln auf unterschiedliche Aspekte der Klimaanpassung ein. Ein Kapitel widmet sich beispielsweise der Problemstellung, die eine Implementierung von Anpassungsstrategien auf lokaler und regionaler Ebene haben kann. Als Probleme werden dabei vor allem der Mangel an Ressourcen sowie fehlendes Wissen für die Umsetzung ausgemacht. Um mögliche Herangehensweisen zu zeigen, liefert das Kapitel Kriterien und Faktoren für die einzelnen Phasen einer erfolgreichen Zusammenarbeit bei der Klimaanpassung. Versehen sind die einzelnen Darstellungen mit praktischen Beispielen und zusätzlichen Informationsangeboten.

Tatenbank - Nichts zum Ausruhen

Antworten auf die Probleme bei Hitze in der Pflege

Menschen vor einem Haus unter der Sonne
GUT DURCH DIE SOMMERHITZE IN DER STATIONÄREN PFLEGE
Quelle: Dr. Julia Schoierer

Heiße Tage, Hitzewellen und tropische Nächte gehören im Süden zum Sommer oft dazu, aber könnten auch hierzulande mit dem fortschreitenden Klimawandel bald fester Bestandteil der warmen Jahreszeit werden. Ältere, gesundheitlich geschwächte Menschen sind besonders anfällig für hitzebedingte Gesundheitsprobleme und gehören zu den Gruppen, die in solchen Situationen besonders geschützt werden müssen. Für Pflegeeinrichtungen und ihre Beschäftigten ist es deshalb wichtig, Problemstellungen und mögliche Maßnahmen zu kennen, die die Gesundheit von Pflegebedürftigen in solchen Phasen schützen.

Maßnahmenplan für alle Bereiche der Pflege

Das Institut und die Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin am LMU Klinikum in München haben darum gemeinsam mit stationären Münchener Pflegeeinrichtungen den „Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege – Empfehlungen aus der Praxis für die Praxis“ entwickelt. Der Plan will grundsätzlich über die Probleme von Pflegebedürftigen aufklären und hält dabei vor allem praktische Tipps und Vorgehensweisen bereit. Ein Großteil der beschriebenen Maßnahmen richtet sich an alle Beschäftigten in der Pflege – von den Hilfskräften bis hin zum Qualitätsmanagement. Der Plan befasst sich aber auch mit der Einbindung von Angehörigen, externen Dienstleistern oder der Küche und bietet dabei Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten für jedes Feld.

Aus der Praxis für die Praxis

Beispielsweise wird anhand von Checklisten gezeigt, welche Symptome auf Austrocknung hindeuten können, wie Medikamente bei Hitze am besten gelagert werden oder wie Veränderungen im Ablaufplan für Abkühlung sorgen können. Alles entwickelt aus der Erfahrung von Pflegeinrichtungen und fachlichem Know-how aus der Medizin.

Termine

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