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Nachhaltige Produktion

Letzte Änderung: 17.10.2011

Nanotechnik

In der Nanotechnik werden Partikel oder Oberflächen, die mindestens in einer Dimension kleiner als 100 Nanometer sind, also 10 Millionstel Meter, hergestellt, untersucht oder angewendet. Das Umweltbundesamt prüft und bewertet umweltrelevante Aspekte der Nanotechnik. Der Themenschwerpunkt "Umweltschutz und Innovation durch neue Produktionstechniken" des Umweltbundesamtes untersucht die ökologische Verträglichkeit neuer Techniken einschließlich der Nanotechnik.

In welchen Bereichen kann die Nanotechnik zur Anwendung kommen?

Künstlich erzeugte Nanomaterialien besitzen neue Eigenschaften, die gezielt zur Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen genutzt werden. Von der Nanotechnik werden zahlreiche innovative Entwicklungen in verschiedenen technischen Bereichen (u.a. Energietechnik, chemische Produktionstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik) und unterschiedlichen gesellschaftlichen Anwendungsfeldern sowie Wirtschaftszweigen erwartet. Produkte der Nanotechnik, wie kratzfeste Beschichtungen oder organische Solarzellen, erobern in rasch wachsender Zahl den Markt und wirken positiv auf die Wirtschaft. In Deutschland gab es im Jahr 2006 etwa 550 Unternehmen mit rund 50.000 Beschäftigten, die im Bereich Nanotechnik tätig waren. Die Industrie erwartet im Jahr 2015 einen weltweiten Umsatz mit Nanotechnikprodukten bis zu einer Billionen US-Dollar.

Welche Vorteile bringt die Nanotechnik für die Umwelt?

Die Umwelt kann von der Nanotechnik profitieren. Entlastungseffekte für die Umwelt werden grundsätzlich durch die Einsparung stofflicher Ressourcen, die Verringerung des Anfalls umweltbelastender Nebenprodukte, die Verbesserung der Effizienz bei der Energieumwandlung, die Verringerung des Energieverbrauchs und die Entfernung umweltbelastender Stoffe aus der Umwelt erwartet. Daten liegen hierzu derzeit kaum vor. Im Auftrag des Umweltbundesamtes erarbeitet die Universität Bremen, Fachgebiet „Technik Gestaltung Technologie Entwicklung” (Prof. Dr. Arnim von Gleich) die Studie „Entlastungseffekte für die Umwelt durch nanotechnische Verfahren und Produkte” mit dem Ziel, die Chancen nanotechnischer Verfahren und nanotechnisch hergestellter Produkte für die Umwelt und den Umweltschutz qualitativ und – wo möglich – quantitativ zu zeigen.

Welche Risiken sind mit ihrer Anwendung verbunden?

Gleichzeitig ist noch sehr wenig über Expositionen der Menschen und der Umwelt durch Nanopartikel und deren Wirkung auf den Menschen und die Umwelt bekannt. Untersuchungen zur Umwelt- und Gesundheitsrelevanz sind zurzeit im Verhältnis zu anderen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in der Nanotechnik außerordentlich wenig entwickelt. Als wesentliche Elemente der Umwelt- und Gesundheitsrisiken stellen sich bislang besonders Nanopartikel dar. Während sich die Toxizität von Nanopartikeln in Laborexperimenten analysieren lässt, gibt es derzeit noch keine anerkannten und standardisierten Methoden, mit denen Nanoteilchen in der Umwelt detektiert und analysiert werden können und mit denen die Gefahr geschätzt werden kann, die sich aus einer Freisetzung von Nanoteilchen in die Umwelt ergeben können. Für eine umfassende Risikoanalyse müssen noch geeignete Instrumente entwickelt werden.

Aktuelle Aktivitäten

Die gezielte Erhebung und Ermittlung von Daten und Fakten wird als eine vordringliche Aufgabe gesehen, um Chancen und Risiken besser schätzen und darauf basierend Rahmenbedingungen festlegen zu können, die die Entwicklung einer nachhaltigen Nanotechnik ermöglicht.

Das Umweltbundesamt hat in einem Hintergrundpapier „Nanotechnik: Chancen und Risiken für Mensch und Umwelt" vom Oktober 2009 das aktuelle Wissen über Umweltentlastungspotenziale zusammengefasst, Risiken für Mensch und Umwelt benannt und Handlungsempfehlungen formuliert.

Ausgehend von der Analyse des derzeitigen Technikstandes der Nanotechniken und einer Bestandsaufnahme der bestehenden und sich entwickelnden nationalen und europäischen Umweltgesetzgebung hat die Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse (sofia) e.V., Darmstadt, in Zusammenarbeit mit dem Ökoinstitut e.V. im Auftrag des Umweltbundesamtes in einem Rechtsgutachten Regelungslücken, Ansätze diese Lücken auszufüllen und Empfehlungen für das weitere regulatorische Vorgehen zu Nanomaterialien entwickelt (UBA-Texte 10/2007).

Im Rahmen des „NanoDialog 2006 – 2008” sollen Stakeholder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Verbänden die Chancen und Risiken von Nanomaterialien erarbeiten. Zu diesem Zweck hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) eine Nanokommission eingesetzt, die den Dialog in drei Arbeitsgruppen koordiniert und strategisch begleitet. Mitarbeiter des UBA sind hieran beteiligt.

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