Nanomaterial

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Nanoteilchen stecken in vielen Produkten. Bis jetzt ist ihre Wirkung noch nicht genau bekannt.
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Was sind Nanoteilchen (Nanomaterialien) und wofür werden sie technisch eingesetzt? Wie kommt der Mensch mit ihnen in Kontakt und kennen wir besondere Risiken für die menschliche Gesundheit?

Über Risiken ist wenig bekannt

Nanotechnologie bezeichnet die Herstellung, Untersuchung und Anwendung von Strukturen, die in mindestens einer Dimension kleiner sind als 100 Nanometer. Das sind etwa Teilchen oder Schichten, die über 1.000 Mal dünner sind als der Durchmesser eines Menschenhaares. Nanoteilchen – oder auch Nanopartikel – sind derzeit vor allem für die Elektronikbranche, die Pharmazie, die Medizin, die Kosmetik, die Flächenveredelung und die Chemie von großem Interesse. So enthalten zum Beispiel Sonnenschutzmittel Titan- und Zinkoxidpartikel. Bislang müssen Herstellerinnen und Hersteller Produkte, die Nanopartikel enthalten, nicht kennzeichnen. Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren daher nicht, in welchen Produkten Nanoteilchen enthalten sind.

Die Nanotechnologie ist eine zukunftsträchtige Technologie, mit deren rasanter Entwicklung in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Die Zahl der Produkte, in denen synthetische, also künstlich erzeugte Nanopartikel enthalten sind, steigt stetig. Daher ist damit zu rechnen, dass Mensch und Umwelt künftig verstärkt synthetischen Nanopartikeln ausgesetzt sind.

Über die Wirkung von Nanoteilchen auf die Menschen und die Umwelt ist bisher sehr wenig bekannt. Die Partikel sind entweder fest in einen Stoff eingebunden oder liegen in freier Form vor. Die größten Risiken für Mensch und Umwelt können nach Ansicht des Umweltbundesamtes diejenigen Nanomaterialien bergen, die als freie Teilchen in Produkten enthalten sind - zum Beispiel in Sprays - und unkontrolliert freigesetzt werden. Sie können sich über die Luft verbreiten. und über die Atemwege aufgenommen werden. Unklar ist, ob giftige Substanzen, die den Teilchen anhaften könnten, über die Haut in den Körper gelangen können.

Durch den Mund zugeführte Nanopartikel - zum Beispiel in Arzneimitteln - können  über den Darm aufgenommen werden. Von dort können sie ins Lymphsystem gelangen und ins Blut übertreten.

Solange Nanopartikel fest in Materialien eingebunden sind und nicht freigesetzt werden, ist nach Ansicht des Umweltbundesamtes eine Gefährdung von Mensch und Umwelt kaum zu erwarten. Über die Freisetzung ursprünglich fest eingebundener Teilchen aus Produkten durch Alterungs- oder Abbauprozesse liegen bisher keine Informationen vor.

Über Umweltwirkungen von Nanopartikeln gibt es bisher nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen.

Aktivitäten des Umweltbundesamtes

Zum Thema „Synthetische Nanopartikel” organisierte das Umweltbundesamt im Herbst 2005 eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Das Treffen diente dazu, den aktuellen Wissensstand zu bündeln und nicht nur die Chancen, sondern auch mögliche gesundheitliche Risiken synthetischer Nanopartikel rechtzeitig zu erkennen. Die Interessenvertreterinnen und –vertreter wollten den Dialog fördern sowie einen Forschungs- und Handlungsbedarf konkretisieren. Die Veranstaltung  verdeutlichte, dass zwar Hinweise auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen durch synthetische Nanopartikel vorliegen, eine abschließende Risikobewertung jedoch aufgrund der unzureichenden Datenlage zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist.

Eine zukünftige Aufgabe des Umweltbundesamtes wird die Klärung der Frage sein, welche Wirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt mit dem Einsatz synthetischer Nanopartikel verbunden sind. Das Umweltbundesamt gründete deshalb einen Arbeitskreis, der sich mit den Chancen und Risiken der neuen Technologie auseinandersetzt.