Treibhausgas-Emissionen in Deutschland

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind 2014 gegenüber dem Vorjahr erstmals seit drei Jahren wieder gesunken. Die Emissionen nahmen demnach um mehr als 43 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente oder 4,6 Prozent ab. Das entspricht einer Minderung um 27,7 Prozent im Vergleich zum internationalen Referenzjahr 1990.

Emissionsentwicklung 1990 bis 2014

In Deutschland konnten die Treibhausgas-Emissionen seit 1990 deutlich vermindert werden. Die in Kohlendioxid (CO2)-Äquivalente umgerechneten Gesamtemissionen (ohne Kohlendioxid-Emissionen aus Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft) sanken bis 2014 um rund 346 Millionen Tonnen (Mio. t) oder 27,7 Prozent (%). Für das Jahr 2014 wurden Gesamtemissionen in Höhe von 902 Mio. t berichtet, mit über 43 Mio. t bzw. 4,6 Prozent der stärkste Rückgang seit dem Wirtschaftskrisen-Jahr 2009.

Nach einer Nahzeitprognose des Umweltbundesamts haben hohe Stromexporte, eine im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung und günstigere Kraftstoffpreise im Jahr 2015 zu einem leichten Anstieg der Treibhausgas-Emissionen geführt. Demnach stiegen die Emissionen um sechs Mio. t auf 908 Mio. t Kohlendioxid-Äquivalente, das entspricht 0,7 %. Gegenüber 1990 sind die Emissionen demnach um 27,2 % gesunken (siehe Abb. „Treibhausgas-Emissionen in Deutschland seit 1990 nach Gasen“ und Tab. „Emissionen von direkten und indirekten Treibhausgasen und von Schwefeldioxid“ sowie Tab. „Reduktion der Emissionen von direkten und indirekten Treibhausgasen und von Schwefeldioxid“).

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Entwicklung der verschiedenen Treibhausgase

Die Kohlendioxid (CO2)-Emissionen werden fast ausschließlich (ca. 95 %) durch Verbrennungsprozesse verursacht. Insgesamt sanken die Kohlendioxid-Emissionen; sie unterliegen jedoch witterungsbedingten Schwankungen, wie in den Jahren 1996, 2001, 2010 und 2013 zu sehen ist. Auch der deutliche Rückgang im Jahr 2014 ist zu einem großen Teil auf die milde Witterung zurückzuführen, ebenso wie die prognostizierten Emissionen im Jahr 2015, die nur geringfügig über dem Niveau des warmen Vorjahres lagen.

Die Methan (CH4)-Emissionen wurden zwischen 1990 und 2009 etwa halbiert. Bis auf das Jahr 2012 sanken die Emissionen seit 1990 jedes Jahr, in den letzten Jahren liegen die Emissionen knapp unter 60 Millionen Tonnen Kohlendioxid -Äquivalente.

Hauptemittenten von Distickstoffoxid (N2O) waren im Jahr 1990 zu über 50 Prozent (%) die Landwirtschaft und zu 36 % die Industrie. Bis 2014 sanken die Gesamt-Emissionen um rund 40 Prozent (siehe Abb. „Trend der Emissionen von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid“). Der Anteil der Emissionen aus der Landwirtschaft stieg wegen nur kleinerer Minderungen auf 79 %.

Zwischen 1995 und 2014 stiegen die Emissionen von teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (H-FKW, engl. HFC) berechnet in Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten um 30 % signifikant an. Im Jahr 1995 überstiegen dabei die Emissionen bei der Herstellung die aus der Verwendung um nahezu das Doppelte. 2014 entstammen die Emissionen hingegen fast nur noch dem Verbrauch. In den letzten Jahren ist insgesamt ein weiterer leichter Anstieg zu verzeichnen, kurz unterbrochen durch die Effekte der Wirtschaftskrise.

Die Emissionen der vollfluorierten Kohlenwasserstoffe (FKW. engl. PFC) gingen seit 1995 berechnet in Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten um fast 89 % zurück.

2014 waren die Schwefelhexafluorid (SF6) -Emissionen 47,5 % niedriger als die des Jahres 1995. Die Emissionen waren bis 1995 angestiegen und sanken mit kleinen Ausreißern bis ca. 2009. In den letzten Jahren steigen die Emissionen jedoch leicht, auch in Zukunft wird mit einer Fortsetzung dieses Trends gerechnet.

Emissionen von Stickstofftrifluorid (NF3) sind derzeit noch sehr gering, es wird jedoch damit gerechnet, dass diese Substanz in der Halbleiter- und Solarzellenherstellung zunehmend Verwendung finden wird (siehe Abb. „Anteile der Treibhausgase an den Emissionen“ und Tab. „Reduktion der Emissionen von direkten und indirekten Treibhausgasen und von Schwefeldioxid gegenüber dem Vorjahr“).

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Treibhausgas-Emissionen nach Kategorien

Die mit über 84 Prozent (%) bedeutendste Quelle von Treibhausgas-Emissionen ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe (siehe Tab. „Emissionen der sechs im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase in Deutschland nach Kategorien“). Insgesamt nahmen die energiebedingten Emissionen aller Treibhausgase zwischen 1990 und 2014 um rund 26 % ab.

Die Industrieprozesse sind mit einem Anteil an den Gesamtemissionen von knapp 7 % zusammen mit der Landwirtschaft die bedeutendste der anderen Kategorien. Die Emissionen sanken gegenüber 1990 um 36,8 %.

Die Landwirtschaft liegt in der gleichen Größenordnung mit einem über die letzten Jahre relativ gleich bleibenden Anteil von zwischen 6,5 und knapp über 7 %. Die Emissionen sanken gegenüber 1990 jedoch nur um rund 15 %.

Die deutlichste relative Minderung der Treibhausgas-Emissionen (-70 %) trat in der Abfallwirtschaft auf, so dass der Anteil an den Gesamtemissionen 2014 nur noch 1,2 % betrug (siehe auch „Klimaverträgliche Abfallwirtschaft“).

Die Emissionen von Treibhausgasen durch Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft blieben (ohne Betrachtung der Kohlendioxid-Senken) zwischen 1990 und 2014 relativ konstant bei um die 1,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente, das waren 0,2 % der Gesamtemissionen in 2014.

Die Tabelle listet für die Jahre 1990 bis 2014 die Treibhausgas-Emissionen aus sechs verschiedenen Quellkategorien.
Tab: Emissionen der sechs im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase in Deutschland ...
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung

Minderungsziele für Treibhausgase

Die Bundesregierung hat sich im Jahr 2007 mit dem „Integrierten Energie- und Klimaprogramm“ national zu einer 40 %igen Minderung der deutschen Treibhausgas-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 verpflichtet. Im Energiekonzept aus dem Jahr 2010 wird dieses Ziel ergänzt durch ein Minderungsziel von mindestens 55 % bis zum Jahr 2030, mindestens 70 % bis zum Jahr 2040 und 80-95 % bis zum Jahr 2050. Diese Ziele werden auch im Aktionsprogramm Klimaschutz der Bundesregierung vom Dezember 2014 bekräftigt. Damit unterstreicht Deutschland seine Vorreiterrolle im Klimaschutz.

Die Europäische Union (EU) hat sich dazu verpflichtet, die EU-weiten Treibhausgas-Emissionen im Zeitraum 2013 bis 2020 um 20 % unter das Niveau von 1990 senken und dieses Ziel auf 30 % erhöhen, sofern sich andere Industrieländer verpflichten, ihre Emissionen vergleichbar zu reduzieren und auch die wirtschaftlich weiter fortgeschrittenen Entwicklungsländer einen Beitrag leisten.

Bezogen auf die EU-Mitgliedsstaaten wurde das Ziel durch entsprechende Regelungen im europäischen Emissionshandelssystem und die sogenannte „Effort Sharing Decision“ konkretisiert. Letztere verpflichtet Deutschland dazu, seine Emissionen außerhalb des Emissionshandels bis 2020 um 14 % gegenüber 2005 zu senken.

Weitere Informationen über Treibhausgasminderungsziele sind hier zu finden.

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