Indikator: Emission von Treibhausgasen

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland von 1990 mit 1.251 Mio. t CO2-Äquivalente bis 2016 mit 906 Mio. t CO2- Äquivalente. Die Balken sind nach Sektoren unterteilt. Alle Zielwerte bis 2050 sind abgebildet.zum Vergrößern anklicken
Emission der von der UN-Klimarahmenkonvention abgedeckten Treibhausgase
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die deutschen Treibhausgas-Emissionen sind zwischen 1990 und 2016 um rund 28 % gesunken.
  • Deutschlands Treibhausgas-Emissionen sollen bis 2020 um 40 % und bis 2050 um 80 bis 95 % gegenüber den Emissionen von 1990 sinken.
  • Ohne massive und rasche zusätzliche Anstrengungen werden die gesetzten Ziele nicht erreicht.
  • Mit dem „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ und dem „Klimaschutzplan 2050“ will die Bundesregierung die Klimaschutzziele erreichen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Treibhausgase werden weit überwiegend durch die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle oder Erdöl freigesetzt. Sie entstehen aber auch bei industriellen Prozessen oder durch Tierhaltung in der Landwirtschaft. Wenn der Gehalt von Treibhausgasen in der Atmosphäre ansteigt, führt dies zur Erwärmung der Erdatmosphäre und somit zum Klimawandel. Die globale Erwärmung hat vielfältige negative Auswirkungen, wie zum Beispiel den Anstieg des Meeresspiegels und die Zunahme der Risiken von Überschwemmungen, Dürreperioden oder anderen extremen Wetterereignissen. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich deshalb im Jahr 2015 auf dem Klimagipfel in Paris darauf geeinigt, dass der globale Anstieg der Temperatur die Schwelle von 1,5 Grad nach Möglichkeit nicht überschreiten soll. Maximal soll der Anstieg 2 Grad betragen. Dies kann nur gelingen, wenn der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen schnell und drastisch reduziert wird.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Ausstoß (Emission) von Treibhausgasen geht in Deutschland seit 1990 zurück: von 1.251 Millionen Tonnen (Mio. t) Kohlendioxid-Äquivalenten im Jahr 1990 auf 906 Mio. t im Jahr 2016 – einen der niedrigsten Werte seit 1990. Dies entspricht einem Rückgang von 28 %. Sieht man vom niedrigen Wert im Krisenjahr 2009 ab, folgt der Indikator einem langfristigen Abwärtstrend. In den letzten Jahren stagnierte der Trend jedoch und stieg zuletzt wieder leicht an. In diesem Zeitraum ist der Trend eher durch das Wetter und die wirtschaftliche Konjunktur geprägt.

Ende 2015 wurde mit dem Übereinkommen von Paris ein Nachfolge-Abkommen für das Kyoto-Protokoll vereinbart. Deutschland verpflichtete sich bereits 2010 im Energiekonzept zu folgenden Klimazielen (Bundesregierung 2010): Bis 2020 sollen die Emissionen um 40 % und bis 2050 um 80 bis 95 % unter denen von 1990 liegen. Die bisherige Entwicklung macht deutlich, dass intensive Anstrengungen beim Klimaschutz notwendig sind, um die Ziele zu erreichen. Die Bundesregierung hat dazu mit dem „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ sowie dem „Klimaschutzplan 2050“ Maßnahmen eingeleitet (BMUB 2014 und 2016).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator basiert auf den Daten des Nationalen Treibhausgasinventars der Jahre 1990 bis 2015. Die Methodik zur Berechnung wird im jeweils aktuellen Inventarbericht beschrieben (UBA 2016). Dabei werden die Emissionen aller im Kyoto-Protokoll geregelten Treibhausgase (zum Beispiel Kohlendioxid, Methan) normiert zusammengefasst. Da die verschiedenen Gase das Klima unterschiedlich beeinflussen, wird ihre Wirkung auf die Wirkung von Kohlendioxid normiert („Kohlendioxid-Äquivalente“). Die Angaben für 2016 beruhen auf einer Expertenschätzung des Umweltbundesamtes.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Treibhausgas-Emissionen in Deutschland".