Recyclingpapier – Eine gute Alternative zu Frischfaserpapier

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Recyclingpapier ist so gut wie Frischfaserpapier
Quelle: Robert Kneschke / Fotolia.com

Bedenken gegenüber Recyclingpapier gibt es immer noch, beispielsweise wegen des Weißegrades oder der Haltbarkeit. Berechtigt sind sie nicht mehr.

Recyclingpapier wird aus der Wiederverwertung von Altpapier, Pappe sowie Karton gewonnen. Das Altpapier wird in Wasser in seine einzelnen Papierfasern zerlegt, gereinigt, entfärbt und anschließend zu neuem Papier gepresst. Die ökologischen Vorteile liegen auf der Hand: Im Vergleich zu Frischfaserpapier muss kein neues Holz geschlagen und nicht so intensiv gebleicht werden. Bei der Herstellung wird nur die Hälfte an Energie und zwischen einem Siebtel bis einem Drittel der Wassermenge von Frischfaserpapier eingesetzt  Da jede/r Arbeitnehmer/in pro Tag durchschnittlich 25 Seiten druckt und somit pro Jahr bei 228 Arbeitstagen etwa 5.700 Seiten Papier zusammenkommen, ist das Einsparpotenzial erheblich. Mit zunehmender Tendenz stellen zum Beispiel viele Kommunen auf Recyclingpapier um.
Einige Eigenschaften des Recyclingpapiers sind umstritten. Ein Faktencheck: 

Verfällt Recyclingpapier schneller als Frischfaserpapier?

Nein. Bei der Lebensdauer steht Recyclingpapier Frischfaserpapier in nichts nach. Mittels Tests zur beschleunigten Alterung bei erhöhter Luftfeuchtigkeit und Temperatur wurde nachgewiesen, dass es auch die höchste von vier Lebensdauerklassen (LDK 24-85) erreichte. Nach heutigem Kenntnisstand haben Papiere mit dem Blauen Engel eine Überlebensdauer von fast 100 Jahren. Viele öffentliche Dokumente in Verwaltungen müssen aber nur wenige Jahre bis Jahrzehnte aufbewahrt werden.
Auch der sogenannte "Säurefraß", der zu einer Zerstörung der Blattstruktur führen könnte, ist ausgeschlossen. Seit über 25 Jahren werden alle in Europa hergestellten Primär- und Sekundärfaserpapiere für Kopier- und Druckzwecke mit Alkalipuffern zur Neutralisierung des Säureeintrags aus Druckfarben hergestellt.

Können Recyclingpapiere Spuren von Mineralöl enthalten?

Ja, das können sie. Die Papierhersteller entfernen zwar einen Großteil der bedenklichen Stoffe, die aus Druckfarben von Zeitungen und Verpackungen stammen, können das Papier aber nicht ganz von Mineralöl befreien. Deshalb ist es wichtig, Druckereien auf mineralölfreie Farben umzustellen. Für den Einsatz im Büro stellen Recyclingpapiere jedoch keine gesundheitliche Gefahr dar, da die Mineralölkonzentration gesundheitlich unbedenklich ist. 

Ist Recyclingpapier dunkler?

Nicht unbedingt. Recyclingpapier wird von 60er bis 100er Weiße (nach ISO 2470) angeboten. Aus ökologischer Sicht gilt, dass Papier nur so weiß wie nötig sein sollte, weil mit einer höheren Weiße aufwändigere Aufbereitungsschritte verbunden sind. Zudem können zur Herstellung von hochweißen Recyclingpapiersorten nur hochweiße Altpapiersorten verwendet werden. Die Optik des Recyclingpapiers unterscheidet sich nicht von Frischfaserpapieren. Untersuchungen ergaben, dass ein auf Recyclingpapier gedrucktes Magazin gleich gut bewertet wird wie ein inhaltlich identisches Magazin auf Frischfaserpapier.

Ist das umweltfreundlichere Papier teurer?

In der Regel ist es billiger. A4-Recyclingpapiere in 70er und 80er Weiße kosten fünf bis zehn Prozent weniger als vergleichbare Primärfaserpapiere, die 90er Weiße etwa gleich viel. Nur Recyclingpapier mit  100er Weiße ist knapp zehn Prozent teurer. 

Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt Recyclingpapier, welches den Kriterien des Blauen Engels nach RAL-UZ 14 entspricht. Dieses Recyclingpapier vereinigt die hohen Ansprüche an die Archivierbarkeit und die Optik mit den Zielen des  Umweltschutzes, insbesondere des Ressourcenschutzes, am besten. Es müssen 100 % Recyclingpapier eingesetzt werden und davon mindestens 65 % der unteren, mittleren und krafthaltigen Altpapiersorten. Bei Fertigprodukten, wie z.B. Briefumschlägen,  ist eine Toleranz von 5 % zulässig. Zudem dürfen kritische oder technisch vermeidbare Chemikalien nicht verwendet werden.

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