Forschungsprojekt AdNEB „Neues Europäisches Bauhaus weiterdenken“

an einem Kanal in der Stadt stehen weiße, vierstöckige Häuser im Bauhausstil mit Dachterrassen, Balkonen und kleinen Gärten mit Sonnenschutzzum Vergrößern anklicken
Ziel der Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“: Klimawandelanpassung und mehr Lebensqualität
Quelle: Miriam Dross / UBA

Das Eigenforschungsprojekt des UBA „Neues Europäisches Bauhaus weiterdenken: Nachhaltige Mobilität und resiliente Räume für mehr Lebensqualität“ knüpft an die Initiative der Europäischen Kommission zum „Neuen Europäischen Bauhaus“ an. Ziel ist, Empfehlungen für urbane Räume zu entwickeln, in denen es sich trotz Klimawandel für alle gut, gesund sowie klima- und umweltfreundlich leben lässt.

Internationale AdNEB-Kick-Off-Veranstaltung

Am 15.09.2022 von 09 bis 13 Uhr diskutieren internationale Expert*innen über die Chancen und Herausforderungen des Neuen Europäischen Bauhaus im Angesicht der nachhaltigen Transformation unserer Städte. Das Umweltbundesamt wird das Projekt vorstellen und Praxisakteur*innen werden im Rahmen von interaktiven Workshops Erfahrungswerte mitteilen. Die Veranstaltung wird ausschließlich auf Englisch gehalten.

mehr Informationen auf der Konferenzwebsite

Anmeldung

Hintergrund und Zielsetzung

Das Projekt „AdNEB – Neues Europäisches Bauhaus weiterdenken: nachhaltige Mobilität und resiliente Räume für mehr Lebensqualität“ („Advancing the New European Bauhaus: Sustainable Mobility and Resilient Urban Spaces for a Better Quality of Life) ist ein Eigenforschungsprojekt des Umweltbundesamts. Es knüpft an die Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“ (NEB) der Europäischen Kommission an. Im Zentrum dieser Initiative steht die Frage, wo und wie wir in Zukunft leben und wie eine ökologisch nachhaltige, sozial inklusive, gesundheitsverträgliche und attraktive Entwicklung urbaner Räume gelingen kann. Das NEB will kreative Orte der Begegnung schaffen, an dem unter Einbeziehung von Kunst, Kultur, sozialer Inklusion, Wissenschaft und Technologie künftige Lebensweisen ökologisch gestaltet werden. Einen Schwerpunkt der EU-Initiative bilden die gebauten Strukturen und damit verknüpfte Fragen wie Transformation des Gebäudebestands, nachhaltige Baumaterialien und Energieeffizienz.

Zur Idee des Neuen Europäischen Bauhauses will AdNEB einen konzeptionellen, methodischen und interdisziplinären Beitrag liefern. Dazu soll der derzeitige Schwerpunkt Bauen um zusätzliche Dimensionen auf alle urbanen Räume – Gebäude, graue Infrastruktur und Grün- und Freiräume – erweitert werden. Bauen und Wohnen sollen mit Frei- und Grünräumen, Gesundheit und Wohlbefinden, Klimawandelanpassung, Umweltgerechtigkeit sowie aktiver und nachhaltiger Mobilität zusammengedacht werden. Damit sollen Antworten auf drängende Herausforderungen, wie die Anpassung urbaner Räume an den ⁠Klimawandel⁠, die Gestaltung einer attraktiven urbanen blau-grünen Infrastruktur, die Umsetzung der urbanen Verkehrswende und damit die Verbesserung der Lebensqualität in Städten, entwickelt werden.

Im Rahmen des Projekts werden u. a.

  • Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Innenstädte und Freiräume untersucht,
  • Daten zur Gesundheit und zum Wohnumfeld in Deutschland mit einem besonderen Fokus auf soziale Ungleichheiten ausgewertet,
  • multifunktionale gebaute und landschaftliche Strukturen und ihren Potenzialen zur Klimaanpassung analysiert,
  • Chancen der nachhaltigen Mobilität in Reallaboren untersucht und
  • ein Kristallisationspunkt für eine globale Bauwende geschafft.

Es sollen wissenschaftliche Konzepte für umwelt- und klimaverträgliche Siedlungsstrukturen mit hoher Lebensqualität für alle Bevölkerungsgruppen entwickelt werden. Dabei soll ein Beitrag zur sozialökologischen Transformation der Städte entstehen, indem die zahlreichen Forschungsstränge des Umweltbundesamtes zu diesen übergreifenden Fragestellungen in diesem Projekt zusammengeführt werden. Im Ergebnis soll das Projekt zu der kreativen interdisziplinären NEB-Initiative auf europäischer Ebene beitragen und dabei Wege zu einer ansprechenden gemeinsamen ökologischen Zukunft aufzeigen.

Arbeitsprogramm

AdNEB hat eine Projektlaufzeit von März 2022 bis September 2025 und verteilt sich auf fünf Arbeitspakete (AP):

In AP 1 wird der Ansatz des Neuen Europäischen Bauhauses durch die inhaltliche Untersetzung des Leitbilds der dreifachen Innenentwicklung, also der Verbindung von baulicher Innenentwicklung mit der Qualifizierung von Grünräumen und Transformation der Mobilität, weiterentwickelt.  Ebenso werden Perspektiven zur Gestaltung resilienter und multifunktionaler Siedlungs- und Freiraumstrukturen auch vor dem Hintergrund der Veränderungen durch die Corona-Pandemie aufgezeigt.

In AP 2 stehen relevante Forschungsfragen zur klimaresilienten, nachhaltigen und gesundheitsfördernden Stadtentwicklung im Fokus. Hier werden Umweltgerechtigkeit und Gesundheit im urbanen Raum sowie Klimaanpassungsstrategien und das Konzept der Schwammstadt und der blau-grünen Infrastruktur (Wasser und Grün in der Stadt) untersucht.

In AP 3 wird vor dem Hintergrund des Ziels von Teilhabe und Partizipation die Erprobung umweltverträglicher Mobilitätsformen in Reallaboren im Rahmen von Aktivitäten der Europäischen Mobilitätswoche durchgeführt.

AP 4 zielt auf zentrale Beiträge des Bauens im Rahmen der Initiative Neues Europäisches Bauhaus der Europäischen Kommission gemeinsam mit der wissenschaftlichen und politischen Ebene mit deutschen und europäischen Partnern.

AP 5 dient der themenübergreifende Synthese, bringt die verschiedenen Zielsetzungen und Themenstränge zusammen und formuliert Schlussfolgerung und Entscheidungshilfen für die Transformation des urbanen Raums vor dem Hintergrund von Klimaneutralität, hoher Lebensqualität und anpassungsfähigen, gesunden und resilienten Strukturen.