Fachtagung „Schutz der Bevölkerung vor Schienenverkehrslärm“

Fahrender Güterzug

27. April 2017 in Berlin

Viele Menschen sind hohen Lärmbelastungen ausgesetzt, so dass ihre Lebensqualität gemindert und Gesundheit beeinträchtigt ist. Die Belästigungssituation in Deutschland kann anhand regelmäßiger repräsentativer Umfragen beurteilt werden. In der Untersuchung „Umweltbewusstsein in Deutschland 2014“ wurde ermittelt, dass sich in Deutschland rund 54 % der Befragten in ihrem Wohnumfeld durch Straßenverkehr gestört oder belästigt fühlen. Nach dem Straßenverkehr ist der Luftverkehr die bedeutendste Ursache für Verkehrslärm bedingte Belästigungen mit ca. 21%. Durch Schienenverkehrslärm fühlen sich fast ein Fünftel der befragten Menschen belästigt.

Im Gegensatz zum Straßenverkehrslärm, der fast flächendeckend auftritt, ist der Schienenverkehrslärm stärker auf einzelne Korridore konzentriert. Dort können aber je nach Zugart und -dichte sehr hohe Lärmpegel vorkommen, insbesondere entlang der Güterverkehrskorridore, auf denen nachts ein Großteil des Verkehrs stattfindet. Als Beispiel ist das Mittelrheintal zu nennen, das Teil des europäischen Güterverkehrskorridors Rotterdam – Genua ist. Dabei treten Lärmpegel auf, die vielerorts wesentlich über den Werten liegen, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes anzustreben sind. Die durch den Schienenverkehr verursachte Lärmbelastung ist somit die ökologische „Achillesferse“ der Bahn.

Andererseits ist eine Verlagerung des Verkehrs – insbesondere des Güterverkehrs – auf die Schiene notwendig, um die umwelt- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen.

Um diesen Zielkonflikt zu lösen, hat das Umweltbundesamt ein Forschungsvorhaben „Strategien zur effektiven Minderung des Schienengüterverkehrslärms“ vergeben, dass kürzlich abgeschlossen wurde. Das Vorhaben zeigt deutlich, das im Schienenverkehr noch große Lärmminderungspotenziale zu heben sind.

Ziel der Fachtagung ist es einen Überblick über die durch den Schienenverkehr ausgelöste Lärmsituation in Deutschland einschließlich der Lärmüberwachung zu präsentieren und Lösungen für eine effektive Lärmminderung des Schienenverkehrslärms aufzuzeigen.