Einleitung
Polychlorierte Dibenzo-p-dioxine (PCDD) und Dibenzofurane (PCDF)und Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind persistente, bioakkumulierende und gesundheitsschädliche Verbindungen. Der Mensch nimmt diese Schadstoffe im Wesentlichen über fetthaltige, vom Tier stammende Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte, Eier sowie Fischereierzeugnisse auf.
Oft sind Kontaminationen von Futtermitteln aber auch der Umwelt (Boden, Luft) für eine Belastung von Lebensmitteln verantwortlich. In den letzten Jahren wurde in Deutschland das Lebensmittelmonitoring von dioxinähnlichen (dl-) PCB und auch nicht-dioxinähnlichen (ndl-) PCB intensiviert.
Bund und Ländern liegen Untersuchungsergebnisse zu PCDD/F, PCB und dl-PCB sowie weiteren chlororganischen Verbindungen aus Monitoringprogrammen und anlassbezogenen Projekten vor. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Belastungen mit PCDD/F, PCB und dl-PCB in Lebens- und Futtermitteln trotz geringer werdender Emissionen zu Überschreitungen von Höchstgehalten in Lebensmitteln führen können. Die Ursachen für die Belastung von Lebensmitteln mit dl-PCB sind bislang wissenschaftlich noch nicht so gut aufgeklärt, wie es für die Dioxinbelastung der Fall ist. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass auch weiterhin nach ggf. bislang unterschätzten und unbeachteten Quellen und Eintragspfaden insbesondere von PCB in die Nahrungskette gesucht werden muss. Es wurde deutlich, dass die Aufklarung der Ursachen für Dioxin- und PCB-Eintrage in die Nahrungskette nach wie vor ein komplexes Problem darstellt.
Aus diesem Grund führte das Umweltbundesamt ein Forschungsprojekt durch mit dem Ziel, eine bessere wissenschaftliche Grundlage zur Ursachen und Pfaden der Belastung der Umwelt und von Lebensmitteln mit organischen Schadstoffen zu schaffen. Ein Schwerpunkt wurde auf die Belastung von Rindfleisch gelegt. Mit dem bundesweiten Überwachungsprogramm unter Federführung des BVL (BÜp 2011), konnte festgestellt werden, dass insbesondere Rindfleisch aus extensiven Haltungen Überschreitungen des EU-Auslösewertes bzw. des EU-Höchstwertes für die Summe PCDD/F und dioxinähnliche PCB aufweisen (siehe Abschlussbericht Kapitel 5.2). Somit verfolgt das Projekt unter anderem das Ziel, Erkenntnisse zu den kausalen Zusammenhängen zwischen einer Grundbelastung von Umweltkompartimenten (u.a. Luft → Boden) und der Pfade zur (Bio)Magnifikation in der Nahrungskette zu gewinnen.
Zum besseren Verständnis und der Extraktion der wesentlichsten Informationen wurden während der Projektlaufzeit 10 Thesen mit Schlussfolgerungen erarbeitet. Dabei wurden Fragen der Haltung, Bodengehalte und Managementmaßnahmen zur Reduzierung/ Eliminierung von PCDD/F und PCB-Belastungen thematisiert. Diese wurden auf dem dritten Fachgespräch „Eintragspfade von PCB in Rindfleisch – Stand des Wissens und Schlussfolgerungen“ am 03. Juni 2014 in Bonn vorgestellt und mit den anwesenden Experten diskutiert.