Meere ohne Plastik

Plastikmüll im Meer - Strategien für den Schutz von Nord- und Ostsee --- Plastikmüll ist ein globales Problem und gefährdet in zunehmendem Maße unsere Meere und Küsten. Von den jährlich weltweit produzierten 225 Millionen Tonnen Plastik landen nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) mehr als 6,4 Millionen Tonnen in den Weltmeeren. Die Überbleibsel unserer zivilisierten Wegwerfgesellschaft kosten jedes Jahr Tausenden von Meeresbewohnern das Leben und gefährden die sensiblen marinen Ökosysteme. Jüngste Forschungen zeigen, dass bereits nach einem Jahr durch die UV-Strahlung, Salzwasser und mechanische Kräfte Zersetzungsprozesse einsetzen, die gefährliche Chemikalien wie Bisphenol A (BPA) oder Styrolverbindungen freisetzen. Diese auch für den Menschen bereits in geringen Dosen toxischen Stoffe reichern sich in der Nahrungskette an und schädigen nachhaltig das Erbgut und den Hormonhaushalt mariner Lebewesen. Welche Möglichkeiten bieten sich den Umweltverbänden, den politischen und gesellschaftlichen Interessengruppen, aber auch dem einzelnen Bürger, den Zustrom von Plastik in unsere Meere zu stoppen? Ziel des Projektes ist es, eine regionale Strategie für Meere ohne Plastik zu entwickeln. Es werden praktische Lösungsansätze entworfen, um dem zunehmenden Müllproblem in Nord- und Ostsee entgegenzuwirken. Die Kernprobleme des Plastikmülls liegen im Konsum-und Wegwerfverhalten der Menschen, einer regional unvollständigen Abfallentsorgung, einer mangelhaften Kooperation der Interessengruppen und einer unzureichenden Umsetzung der politischen Instrumente. Folgende Projektstrategien sollen umgesetzt werden: a) Plastikfischen - Fischer entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste helfen, die Meere sauberer zu machen. Das Sammeln und die Abgabe des Plastikmülls in den Häfen soll gefördert und regional etabliert werden. b) Kreuzfahrer für saubere Meere - moderne Kreuzfahrtschiffe dienen als positive Beispiele für nachhaltige Abfallwirtschaft auf See. Die Kreuzfahrtschiffe von AIDA Cruises und TUI, mit denen der NABU bereits im Rahmen des Black Carbon Projektes in Kontakt ist, sollen dabei wichtige Kommunikationsplattformen darstellen. c) Segler für saubere Meere - Freizeitkapitäne sollen die Idee von Meeren ohne Plastik aktiv unterstützen und die notwendige Öffentlichkeit schaffen. d) MARPOL und Richtlinie 2000/59/EC - der gesetzliche und politische Rahmen soll verständlich und zusammenfassend dargestellt sowie Probleme bei der Umsetzung diskutiert werden. e) OSPAR - die wissenschaftliche und politische Arbeit des Meeresschutzabkommens soll aktiv unterstützt werden. f) Müllsammelaktionen - das NABU-Netzwerk hilft aktiv, die Meere und Küsten zu säubern und das regionale Müllmonitoring unter OSPAR und HELCOM zu unterstützen.
Thema (Bereich)Wasser und Gewässerschutz
AntragstellerNABU Berlin
Laufzeit bis
verlängert bis