Ölheizung

eine Katze schläft auf einem Heizkörper in der Wohnungzum Vergrößern anklicken
In alten Heizungen schlummert ein großes Einsparpotenzial. Neue Energieetiketten helfen beim Neukauf
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Unsere Tipps

  • Prüfen Sie den Austausch Ihres Heizkessels, wenn er älter als 20 Jahre ist.
  • Achten Sie beim Erwerb einer Ölheizung auf einen hohen Nutzungsgrad und geringe Schadstoffemissionen (Brennwertgeräte statt Niedertemperaturkessel).
  • Nutzen Sie erneuerbare Energien (Solarthermie).
  • Sparen Sie die Heizenergie mit Wärmedämmung, angepasstem Verhalten und regelmäßiger Wartung.

Gewusst wie

Die Heizung ist der mit Abstand größte Erzeuger von CO2 im Haushalt. Die Reduktion des Ölverbrauchs durch effiziente Technik und sparsames Heizen senkt deshalb nicht nur die Nebenkostenrechnung, sondern ist wirksamster Klimaschutz.

Austausch alter Heizkessel: Heizkessel, die älter als 20 Jahre sind, entsprechen in der Regel nicht mehr dem Stand der Technik. In den meisten Fällen lohnt es sich, einen effizienteren Heizkessel einzubauen. Ölkessel verursachen hohe Emissionen an Treibhausgasen und Luftschadstoffen. Prüfen Sie, ob Sie auf eine umweltfreundlichere Heiztechnik umsteigen können. Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen ausgetauscht werden, ausgenommen Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Nach der Energieeinsparverordnung muss der Schornsteinfeger überprüfen, ob der alte Kessel ausgebaut wurde.

Effiziente Heizung: Neben der Leistung sollten Sie beim Erwerb einer neuen Heizung auf einen hohen Nutzungsgrad und geringe Emissionen achten. Eventuelle Mehrkosten können in der Regel durch einen geringeren Brennstoffbedarf wieder eingespart werden. Bei der Brennwerttechnik wird die Wärme im Abgas besser ausgenutzt. Im Vergleich zu Niedertemperatur-Heizkesseln sparen Öl-Brennwertgeräte bis zu 6 Prozent Energie. Voraussetzung dafür ist, dass der Heizkessel auch tatsächlich im Brennwertbetrieb arbeiten kann (siehe unten). Dieser Effekt ist bei Ölkesseln aber niedriger als bei Gaskesseln.

Richtige Größe der Heizung: Ein gut gedämmtes Haus benötigt weniger Heizleistung als ein schlecht gedämmtes Haus. Deshalb sollte – nach Möglichkeit – bei einer Haussanierung zuerst gedämmt werden, bevor man über die Auswahl der Heizung entscheidet. Lassen Sie sich hierbei von einem Energieberater unterstützen.

Kombination mit erneuerbaren Energien: Eine Ölheizung lässt sich sehr gut solar unterstützen. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zu Sonnenkollektoren.

Heizung als Gesamtsystem: Damit eine Heizung möglichst effizient funktioniert, müssen alle Heizkomponenten optimal aufeinander abgestimmt sein: Wärmeerzeuger, Heizflächen, Thermostatventile, Pumpen- und Reglereinstellungen. Eine solche „Heizungsoptimierung“ lohnt sich auch bei bestehenden Heizkesseln. Es reicht oft eine niedrigere Vorlauftemperatur, und auch die Rücklauftemperatur sinkt: Nur unter dieser Voraussetzung arbeiten Brennwertkessel auch tatsächlich im Brennwertbetrieb (d.h. der Wasserdampf im Abgas wird abgekühlt und fällt als Kondensat an). Achten Sie deshalb auf eine fachmännische Planung und regelmäßige Wartung der Heizung.

Was Sie noch tun können:

Hintergrund

Umweltsituation: Fossile Energieträger wie Erdöl sind begrenzte Ressourcen, die bei der Verbrennung erhebliche CO2- und Schadstoffmissionen verursachen. Die Haushalte in Deutschland erzeugten ihre Raumwärme 2014 noch zu 24 % aus Heizöl; mit abnehmender Tendenz (Bundesministerium Wirtschaft 2016). Auch die Gewinnung und der Transport von Erdöl führen zu Umweltbelastungen v. a. durch Leckagen. Der Mineralölverbrauch (Erdölprodukte) lag 2008 weltweit bei 3.910 Mt (Bundesanstalt 2009). Heizölkessel weisen deutlich höhere Treibhausgas-Emissionen als andere Heiztechniken auf.

Gesetzeslage: Die Energieeinsparverordnung fordert, dass Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, außer Betrieb genommen werden müssen; ausgenommen Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Beim Einbau neuer Heizkessel gibt die Energieeinsparverordnung mindestens den Einsatz von Niedertemperatur- oder Brennwertkesseln vor. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz verpflichtet die Eigentümer neu errichteter Gebäude, einen Anteil des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Soll ein Neubau einen Ölkessel erhalten, muss z.B. eine Solaranlage installiert oder das Haus sparsamer gebaut werden. Die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) enthält Grenzwerte für die Luftschadstoffemissionen und Abgasverluste von Heizkesseln; dies weist der Hersteller nach. Sie begrenzt die Stickoxidemissionen. Schornsteinfeger messen regelmäßig die Abgasverluste und die Emission staubförmiger Partikel.

Marktbeobachtung: Rund 78% der Heizanlagen in Deutschland sind nicht auf dem aktuellen Stand und verbrauchen zu viel Energie (BDH 2012). Brennwertkessel, die fossile Brennstoffe effizient nutzen können, hatten 2011 einen Marktanteil von etwa 65%. Die weniger effizienten Niedertemperaturkessel haben immer noch einen Marktanteil von rund 21%. Im Jahr 2011 wurden bei den Investitionen in Heizsysteme in 25% aller Fälle – ausschließlich oder ergänzend – Biomasse-Heizungen, Wärmepumpen oder solarthermische Anlagen eingebaut.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Themenseiten:

Quellen

  • Bundesministerium für Wirtschaft (Hrsg.) (2016): Energiedaten – Nationale und internationale Entwicklung, Berlin.
  • Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hrsg.) (2009): Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen. Kurzstudie 2009.
  • Bundesindustrieverband Deutschland – Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) (2012): Heizungsindustrie: Arbeitsplatz- und Umsatzrekord trotz Modernisierungsstau in Heizkellern, Pressemitteilung vom 10.02.2012.
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