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Energiesparen

Letzte Änderung: 23.02.2010

In welchen Bereichen kann man Energie und gleichzeitig Energiekosten sparen? Wie viele Kraftwerke könnten durch konsequentes Stromsparen überflüssig werden? Was behindert das Energiesparen? Wie hilft die Politik beim Energiesparen? Was kann jeder selbst tun, um Energie zu sparen?

Energiesparen bedeutet, mit weniger Endenergien (elektrischem Strom, Brenn- und Kraftstoffen) die gleichen Energiedienstleistungen zu erbringen: einen warmen und hellen Wohnraum zu haben oder ein Produkt herzustellen.

In allen Bereichen – Haushalte, Industrie, Gewerbe – gibt es Möglichkeiten zum Energiesparen, die sich über die eingesparten Energiekosten über kurz oder lang auszahlen. Energiesparen ist also doppelt vorteilhaft: Es spart Energiekosten und mindert die Umweltbelastungen, die die Energienutzung verursacht.

Doch zahlreiche Hemmnisse verhindern, diese wirtschaftlichen Klima- und Umweltschutzmaßnahmen zu erschließen. Es bedarf deshalb vielfältiger Instrumente, die einerseits fördern und andererseits verbindlich fordern.

Informationen zum Energiesparen im Verkehr finden Sie auf der Seite Verkehr.

 

Stromverbrauch und Einsparpotentiale in Deutschland

Stromsparen: weniger Kosten, weniger Kraftwerke, weniger CO2

Durchgestrichenes KohlekraftwerkUnser stetig angestiegener Stromverbrauch macht viele Klimaschutzerfolge wieder zunichte. Obwohl der Stromverbrauch nur ein Fünftel des gesamten Endenergieverbrauches ausmacht, verursacht er – über die Emissionen der Kraftwerke – fast die Hälfte aller energiebedingten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland. 30 neue Kraftwerke müssten nicht gebaut werden, wenn wir alle, auch die Industrie als größter Stromverbraucher, die wirtschaftlichen Möglichkeiten zum Stromsparen ausschöpfen würden. Mehr über die Stromsparmöglichkeiten, ob in der Industrie oder im Privathaushalt, können Sie im UBA-Positionspapier Stromsparen: weniger Kosten, weniger Kraftwerke, weniger CO2 - Fakten und Argumente für das Handeln auf der Verbraucherseite lesen.

Die Ökodesign-Richtlinie kurz und bündig erklärt - Was bringt sie für die Energieeinsparung?

Stromzähler; Quelle: @bilderbox © www.fotolia.deDie Ökodesign-Richtlinie der EU ist ein starkes und geeignetes Instrument, um die Energieeffizienz von Produkten zu erhöhen. Aus den beachtlichen Effizienzgewinnen aber auch absolute Einsparungen zu machen, ist eine Herausforderung. Mit der Publikation „Umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte” stellt das Umweltbundesamt die Richtlinie, ihren Ausgestaltungsprozess sowie ihre Auswirkungen auf Hersteller und Verbraucher leicht verständlich dar.

Energievergeudung durch Leerlaufverluste elektrischer Geräte

Viele elektrische Geräte verbrauchen auch dann noch Strom, wenn sie vermeintlich ausgeschaltet sind. Lesen Sie, wie sie „Leerlaufverluste” vermeiden können.

Stromverbrauch für die Beleuchtung

GlühlampenBeschlüsse der EU sollen die Energieeffizienz der Beleuchtung in Privathaushalten verbessern, indem die meisten herkömmlichen Glühlampen schrittweise vom Markt genommen werden („Glühlampenausstieg”). Ähnliche Regelungen hat die EU für gewerbliche bzw. industrielle Beleuchtung ausgearbeitet.

Der Wettbewerb „Energieeffiziente Stadtbeleuchtung” soll Kommunen helfen, bei der Beleuchtung von Straßen und Plätzen Energie einzusparen. Eine Sammlung energieeffizienter Techniken zeigt konkrete Einsparmöglichkeiten.

Weiterführende Informationen zu den EU-Beschlüssen und zum Wettbewerb.

Nachtspeicherheizungen

NachtspeicherheizungMit elektrischem Strom zu heizen, verursacht mehr Treibhausgase als nötig. 2004 betrug der gesamte Stromverbrauch für Raumwärme und elektrische Warmwasserbereitung 14 % des gesamten Stromverbrauchs. Jede 25. Wohnung in Deutschland wird elektrisch beheizt. Informationen über Gründe für den Ersatz klimaschädlicher Stromheizungen und zur Wirtschaftlichkeit des Austauschs von Nachtspeicherheizungen finden Sie beim Bundesumweltministerium.

 

Energiesparen im Privathaushalt

Energiesparen im Haushalt schont den Geldbeutel und ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, weil so der Ausstoß des Treibhausgases CO2 gesenkt wird. Das Umweltbundesamt bietet Ihnen zahlreiche Tipps und Hilfen hierfür:

 

Energiesparende Gebäude

Ratgeber

Gebäudesanierungen durch günstige rechtliche Rahmenbedingungen vorantreiben

Spielzeughäuser auf Energiepass; Quelle: m.schuckart © fotolia.deIm Gebäudebestand existieren enorme Möglichkeiten, den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß zu vermindern. Diese bleiben aber oft ungenutzt, da zu selten, und dann häufig nicht anspruchsvoll genug, energetisch saniert wird. Wie das Recht die Entwicklung zu energieeffizienteren Gebäuden unterstützen kann, zeigt die Studie Rechtskonzepte zur Beseitigung des Staus energetischer Sanierungen im Gebäudebestand.

EU führt besonders effiziente Umwälzpumpen als Standard ein

Umwälzpumpe; Quelle: http://www.energypluspumps.euDer Einsatz besonders effizienter Umwälzpumpen spart Energie und CO2, und die Verbraucherinnen und Verbraucher sparen Geld. Deshalb beschloss die EU Anforderungen an die Mindesteffizienz von Umwälzpumpen: Ab 2013 sollen ineffiziente Umwälzpumpen in zwei Stufen vom Markt verschwinden. Die Verordnung (EG) Nr. 641/2009 trat mit der Veröffentlichung am 22. Juli im Amtsblatt der EU in Kraft. Eine Presse-Information fasst diese Anforderungen und ihre Auswirkungen auf das Klima, auf Verbraucherinnen und Verbraucher und auf die Hersteller von Umwälzpumpen und Heizungsanlagen zusammen. Weitere Informationen bietet ein Hintergrundpapier. Informationen zum Pumpentausch finden Sie unter http://www.sparpumpe.de.

Bauen und Wohnen: Die Umweltbilanz muss besser werden

UBA-Broschüre "Nachhaltiges Bauen und Wohnen"Wie wir bauen, wohnen und siedeln schadet der Umwelt mehr als nötig. Unsere Häuser und Wohnungen verbrauchen zu viel Energie, mehr Fläche als nötig, und mit Baumaterialien gehen wir wenig sparsam um. Das muss sich ändern. Wie, erläutert die UBA-Broschüre "Nachhaltiges Bauen und Wohnen".

Energiespar-Contracting in öffentlichen Liegenschaften

Energiesparen für den Klimaschutz und damit verbundene Kosteneinsparungen werden immer wichtiger. Für Investitionen in öffentlichen Liegenschafen fehlt aber oft das Geld. Energiespar-Contracting kann hier weiterhelfen. Ein Ratgeber mit Musterverträgen steht als Druck und zum Herunterladen bereit:

Energiemanagement in Wohnungsunternehmen

Broschüre Energiemanagement in Wohnungsunternehmen - Chancen nutzen - Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit verbindenWie kann ein Wohnungsunternehmen zugleich seine Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und einen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten? Autoren aus der Wohnungswirtschaft zeigen, wie diese Synthese durch eine entsprechende Ausrichtung der Unternehmensstrategie, des Managements, der Planung und des Controllings geleistet werden kann. Die in der Broschüre Energiemanagement in Wohnungsunternehmen - Chancen nutzen - Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit verbinden dargestellten Beispiele veranschaulichen den Weg zu einer energetisch optimierten Sanierung des Gebäudebestands.

 

Energiesparen in Industrie und Gewerbe

Die Sektoren Industrie und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen verbrauchen zusammen rund 70 % des gesamten Stroms in Deutschland, die Industrie allein fast die Hälfte (45 %). Ihr Stromverbrauch stieg von 1993 bis 2005 um 31 %. Daher ist es wichtig, die in diesen beiden Sektoren vielfach vorhandenen Stromeinsparpotenziale zu erschließen.

Elektrische Antriebe in Industrie und Gewerbe verbrauchen fast zwei Fünftel des gesamten Stromes in Deutschland und ca. 80% in diesen zwei Sektoren. Gerade bei elektrischen Antrieben und den davon angetriebenen Aggregaten besteht ein bedeutendes, auch wirtschaftliches Stromeinsparpotenzial – so insbesondere bei Druckluft, Pumpen und Ventilatoren. So können z.B. nach der Studie Optionen und Potentiale für Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen des Wuppertal-Instituts bis 2010 in den Sektoren Industrie und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen ca. 71 Mrd. Kilowattstunden Strom eingespart werden. Die größten Stromeffizienzpotenziale bestehen danach insbesondere bei dem Einsatz effizienter Pumpen (21 Mrd. kWh), bei Strom sparender Prozesswärmebereitstellung (16 Mrd. kWh), effizienter Beleuchtung (13 Mrd. kWh) und effizienten Kühlgeräten für Lebensmittel (4 Mrd. kWh).

Hauptgründe dafür, dass die umfangreichen, wirtschaftlichen Potenziale nur unzureichend genutzt werden, sind mangelnde Information und finanzielle Einschränkungen. Industrie- und Gewerbeunternehmen verwenden die verfügbaren Investitionsmittel vorrangig für das Kerngeschäft und stellen hohe Anforderungen an die Amortisationszeit von Energieeffizienzmaßnahmen (vielfach Soll-Amortisationszeit kleiner 1,5 Jahre).

Bundesländer, Bundesregierung und Europäische Kommission helfen bereits, die genannten Effizienzpotenziale zu erschließen: Ökodesign-Richtlinie, Förderprogramme im Rahmen der Klimaschutz-Initiative des BMU oder das ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm der KfW-Bank sowie verschiedene Informationskampagnen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten, in Industrie und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen existierende Energieeffizienzpotenziale zu erschließen. Hervorzuheben ist die Einführung von Energiemanagementsystemen, z.B. gemäß DIN EN 16001 oder VDI 4602/1. Sie ermöglichen nahezu immer, wirtschaftliche Effizienzpotenziale zu erkennen und zu erschließen, insbesondere in der Industrie.

Weitere Information für Effizienzpotenziale in Industrie und Gewerbe:

Energiesparen im Büro

Computer mit abschaltbarer SteckerleisteAuch im Büro lässt sich Energie einsparen, denn hier laufen elektrische Geräte, Heizung und zum Teil Klimaanlagen viele Stunden täglich. Wie identifiziere ich Energieschleudern? Woran erkenne ich beim Einkauf Energie sparende Bürogeräte? Und wie ließe sich in Bürobauten der Energieverbrauch für Heizung, Klimatisierung, Beleuchtung und EDV reduzieren? Diese und weitere Fragen beantwortet Christoph Mordziol, Energieexperte des UBA, im Interview mit dem „Magazin für Verbraucher”.

Auch Leerlaufverluste (Energieverbrauch ausgeschalteter elektrischer Geräte) sollten im Büro vermieden werden.

Energieeffizienz – die intelligente Energiequelle

Die Broschüre „Energieeffizienz – die intelligente Energiequelle PDF / 622 KB” des Bundesumweltministeriums nennt Industrie- und Gewerbebetrieben erste Ansatzpunkte, um ihre Energieeffizienz zu verbessern und Energie einzusparen. Die Tipps umfassen allgemeine Querschnittstechniken wie Druckluft, Elektromotoren und Beleuchtung, aber auch branchentypische Verbesserungsmöglichkeiten.

Effizienzsprung bei Elektromotoren

Ab 2011 dürfen ausschließlich hocheffiziente Asynchron-Drehstrommotoren in Verkehr gebracht werden. Das veröffentlichte der Ökodesign-Regelungsausschuss für Elektromotoren kürzlich im Amtsblatt der EU. Mit dieser Maßnahme werden bis zum Jahr 2020 voraussichtlich 63 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart.  

Förderung demonstrativer Konzepte und Techniken

Mit dem Umweltinnovationsprogramm unterstützen Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium Industrie- und Gewerbebetriebe, die ihre Umweltbelastungen deutlich reduzieren wollen. Das schließt auch Konzepte und Techniken der Energieeinsparung, der umweltgerechten Energieversorgung und der Nutzung erneuerbarer Energien ein.

Beispiel: Energiesparen im Bäckereibetrieb

Der wirtschaftliche Erfolg von Bäckereien hängt zunehmend auch vom Energieverbrauch ab. Die Ökobäckerei Schwarzmaier in Oberbayern konnte mit Unterstützung des Umweltbundesamtes ein umweltfreundliches und innovatives Energiekonzept verwirklichen, das vielfältige Energieeinsparmaßnahmen sowie den Einsatz des klimafreundlichen Energieträgers "Holzpellets" umfasst.

Weitere Beispiele finden Sie beim Bundesumweltministerium.

Förderbeispiele

 

 

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