Vernetzt unterwegs mit Smartphone, ÖPNV und Co.

Bus und Fahrradfahrer zum Vergrößern anklicken
Multimodale Konzepte kombinieren verschiedene Mobilitätsangebote
Quelle: connel design / Fotolia

Kein eigenes Auto, aber trotzdem mobil und flexibel unterwegs? Diese Möglichkeit bieten Mobilitätskarten und ähnliche Produkte. Hierbei wird der ÖPNV mit anderen Angeboten wie Carsharing oder Leihfahrrädern vernetzt.

Was genau ist eine Mobilitätskarte?

Mobilitätskarten kombinieren verschiedene Mobilitätsangebote. Basisbaustein ist der öffentliche Nahverkehr, der mit verschiedenen anderen Bausteinen wie Bike- und Carsharing kombiniert wird. Denkbar sind aber auch vergünstigte Taxifahrten, BahnCards für den Regional- und Fernverkehr oder Aufbewahrungsmöglichkeiten für Gepäck und Einkäufe in Bahnhofsnähe.

Mobilitätskarten können mit dem Umweltzeichen Blauer Engel ausgezeichnet werden. Voraussetzungen für die Vergabe eines Blauen Engels sind u.a., dass in größeren Städten (über 250.000 Einwohner) mindestens drei verschiedene Angebote miteinander verknüpft werden, in kleineren Städten mindestens zwei. Außerdem sollen die Verkehrsunternehmen oder Verkehrsverbünde ausgezeichneter Mobilitätskarten nachweisen, dass sie tatsächlich zu einer Verlagerung auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel beitragen. Dazu führen sie Neukundenbefragungen durch.

Neben den mit dem Blauen Engel ausgezeichneten Angeboten gibt es aber noch eine Reihe anderer sogenannter multimodaler Angebote, die ebenfalls verschiedene Mobilitätsangebote miteinander verknüpfen. Multimodal unterwegs sein bedeutet, für verschiedene Wege verschiedene Verkehrsmittel zu benutzen – zum Beispiel mit dem Bus zur Arbeit, mit dem Leihrad zum Geburtstag der Tante und mit dem Carsharing-Auto zum Einkaufen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat im Rahmen seines Projekts „Multimodal unterwegs - intelligent vernetzt durch die Stadt der Zukunft“ gute Beispiele gesammelt, in welchen Städten Sie intelligent multimodal unterwegs sind. Diese finden Sie unter Good-Practice-Beispiele beim VCD.

Wie funktionieren solche multimodalen Angebote?

Das ist unterschiedlich, Infos gibt es beim jeweiligen Anbieter – das sind oft die kommunalen Verkehrsbetriebe oder Verkehrsverbünde. Die Kontakte dazu finden sich ebenfalls bei den Good-Practice-Beispielen des VCD.

Viele multimodale Angebote sind zu regulären Monatsfahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr zubuchbar. In einigen Konzepten sind auch Apps für Buchung, Planung und Abrechnung und spezielle Karten fürs Smartphone integriert, über die man alle Haltestellen und Carsharing-Stationen einsehen oder sich sogar Routen planen lassen kann.

Die meisten Angebote funktionieren über eine Zeitkarte, die als Ticket und Ausweiskarte für die Nutzung der gebuchten Angebote fungiert. Abgerechnet wird – je nach Anbieter – oft auch erst am Monatsende mit einer Sammelrechnung für alle genutzten Angebote. In der Regel muss jedoch ein Abonnement des ÖPNV gekauft werden. 

Hinzu kommen Konzepte, die weniger naheliegende Funktionen in die Karte integrieren: Eine kostenlose Fahrradwäsche zum Beispiel.

Warum sollte ich solche Angebote nutzen?

Multimodale Konzepte sollen den Nutzerinnen und Nutzern mehr Flexibilität und Mobilität bieten, damit sie eine echte Alternative zum eigenen Auto werden. Sinn und Zweck ist es, das innerstädtische Verkehrsaufkommen mit dem privaten Pkw deutlich zu senken und damit Städte wieder lebenswerter zu machen und wieder mehr Raum für die Menschen zu schaffen. Mithilfe von Mobilitätskarten werden weniger Parkplätze und weniger Platz auf den Straßen für private Autos benötigt.

Wer die Möglichkeit hat, sich eine Mobilitätskarte zu kaufen, verzichtet vielleicht auf den Kauf eines eigenen Autos – und das spart im Sinne der Umwelt nicht nur Energie und Ressourcen, sondern schont in vielen Fällen auch den eigenen Geldbeutel. Der Preis für eine Karte liegt aktuell zwischen 60 und 70 Euro im Monat, je nachdem ob neben dem ÖPNV ein oder mehrere Bausteine dazu gebucht werden.

Und zeitsparend kann es auch noch sein: Studien haben ergeben, dass die meisten innerstädtischen Fahrten mit dem Auto unter fünf Kilometer lang sind – eine Strecke, auf der man mit einem Fahrrad oder Pedelec eigentlich viel schneller ist. Und auch die lästige Parkplatzsuche in der Innenstadt würde dann wegfallen. Im Idealfall berechnen Apps den schnellsten Weg und die schnellsten Verkehrsmittel von A nach B und schlagen dabei gleich den günstigsten Preis vor.

Erklärfilm: Verkehr in der Stadt

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