Umweltprobleme durch Lebensmittel?

Drei Scheiben rohes Rindfleisch, umgeben von buntem Pfeffer und Dekozum Vergrößern anklicken
Wir wissen nicht genug über die Umweltbelastungen von Herstellung und Verbrauch unserer Lebensmittel
Quelle: Jacek Chabraszewski / Fotolia.com

Gesunde Ernährung, Umwelt- und Klimaschutz sind vielen Menschen sehr wichtig. Gleichzeitig wissen wir oft nicht, wie Lebensmittel die Umwelt belasten.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes zur Grünen Woche 2014 ergab: Die Hälfte aller Befragten ist an gesunder Ernährung, Umwelt- und Klimaschutz interessiert. Doch viele Menschen sagen selbst: Wir wissen nicht genug über die Umweltbelastungen von Herstellung, Verkauf und Verbrauch unserer Lebensmittel.

Erkannt als Umweltprobleme werden zwar Transport, Überdüngung oder Belastung von Böden und Gewässern, nicht aber der Verlust von Lebensräumen und Artenvielfalt. Und dass der Methan- und Lachgasausstoß der Landwirtschaft dem Klimawandel schadet, ist den Befragten eher nicht bewusst. Als besonders besorgniserregend empfinden Verbraucher dagegen die Belastung von Lebensmitteln mit Schadstoffen. Ganz allgemein finden viele Menschen, dass gesetzliche Regelungen und einheitliche Gütesiegel sich positiv auf die ökologische und gesundheitliche Qualität von Lebensmitteln auswirken. Die Mehrheit wünscht sich auch mehr Informationen dazu auf den Verpackungen. 

Den mit Abstand größten Handlungsbedarf sehen die Befragten bei der Lebensmittelverschwendung; auch die Nutzung von Lebensmitteln für die Energieproduktion stößt auf Bedenken. Und: Deutlich über die Hälfte der Befragten ist dafür, den Fleischkonsum zu reduzieren. Der größte Motivation für weniger Fleisch auf dem Teller sind jedoch nicht Umweltschutz oder Massentierhaltung, sondern die eigene Gesundheit. 

Bioprodukte kaufen die Verbraucher sowohl aus Sorge um die eigene Gesundheit, als auch wegen der Umweltfreundlichkeit. Manche Gruppen hegen aber eher Misstrauen gegenüber Bio-Produkten, sind nicht von deren Umweltfreundlichkeit überzeugt oder finden sie schlicht zu teuer. Ökolandbau wird insgesamt als eher sinnvoll, aber nur mittellmäßig wichtig eingeschätzt .

Der Verbrauchzentrale Bundesverband und das Umweltbundesamt haben wichtige Handlungsfelder für mehr Umweltschutz in der Lebensmittelherstellung skizziert, etwa um die Stickstoffeinträge zurückzufahren und Lebensmittelabfälle zu verringern. Nötig wäre dazu, die Düngeverordnung zu überarbeiten, den Ökolandbau zu fördern, geringerer Fleischkonsum und weniger Verschwendung.

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Quelle:
Green Radio / Detektor.fm

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Quelle:
Green Radio / Detektor.fm
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Schlagworte:
 Biolandwirtschaft  Konsumentwicklung und Nachhaltigkeit