Luftreiniger – Wie sinnvoll sind die neuen High-Tech-Geräte?

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Frischere Luft dank Luftreinigungsgeräten - halten sie, was sie versprechen?
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Luftreiniger sollen Staub und Schadstoffe aus der Raumluft herausfiltern.

Täglich blasen Industrie, Verkehr und andere Emissionsquellen tonnenweise Schadstoffe und Feinstaub in die Luft, die auch in Wohn- und Arbeitsbereiche eindringen. Auch im Innenraum selbst gibt es eine Reihe von Schadstoffquellen. Sei es der Zigarettenqualm, Lösemittelausgasungen aus Möbeln oder Baumaterialien oder aber der Haus- und Feinstaub, der uns umgibt. Innenräume sind daher oft höher belastet als die Außenluft. Abhilfe versprechen moderne Luftreinigersysteme, die allergene und belastende Partikel weitestgehend aus Innenräumen herausholen sollen. Daher werden Luftreiniger vor allem Allergikern empfohlen.
 
Luftreiniger sind Geräte, die die Raumluft von Schadstoffen befreien sollen. Sie finden nicht nur bei Allergikern oder MCS-Kranken – hierbei handelt es sich um Betroffene von multipler chemischer Sensibilität, die eine Überempfindlichkeit gegenüber chemischen Substanzen haben - steigenden Zuspruch, sondern erlangen auch allgemein zunehmende Beliebtheit. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin 2014 waren daher zahlreiche Hersteller vor Ort, die Luftreiniger vermarkten.
In Amerika, Kanada und in England gehören Raumluftverbesserer bereits zur Haus- bzw. Wohnungseinrichtung wie der Staubsauger und die Kaffeemaschine. In Deutschland und den anderen europäischen Ländern sind Luftreiniger noch nicht so verbreitet, jedoch wächst die Nachfrage stetig.
 
Mit Luftreinigersystemen werden allerdings immer nur die Symptome bekämpft. Daher fordert Dr. Heinz-Joern Moriske vom Umweltbundesamt (UBA), „die Ursache der Luftverunreinigung im Innenraum abzustellen. Geht das nicht sofort, kann man vorübergehend auch Luftreiniger einsetzen“.

In Puncto Staubeintragsverringerung funktionieren die Systeme gut. Es gibt solche, die den Staub am Filter binden (wie beim Staubsauger) und solche, die die Luft durch Wasser leiten und die Partikel aus der Luft darin zurückhalten. Allerdings muss der Filter regelmäßig gewechselt werden und auch das Wasser im Vorratstank ist regelmäßig zu tauschen. Andernfalls kommt es zur Bakterienvermehrung im Wasser, die dann mit in die Luft abgegeben werden.

Bei chemischen Gasen sind die Luftreiniger nicht so wirkungsvoll. Zwar gibt es auch da Techniken, die chemische Stoffe zurückhalten sollen. Das funktioniert aber meist nicht für alle Stoffe auf einmal und zudem auch nicht immer zu 100 Prozent. Zudem weiß niemand, für wie lange die Geräte wirksam sind.

Das UBA ist daher grundsätzlich skeptisch gegenüber dem Einsatz solcher Luftreiniger und empfiehlt stattdessen, den Ursachen auf den Grund zu gehen und mehrmals am Tag zu lüften. Lüften ist immer noch die beste Art, Raumluft zu reinigen.

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 Innenraumlufthygiene  Luftfilter