Fit für den Klimawandel

Ein Verkehsschild steht mitten im Hochwasser. Die Straße ist nicht mehr zu sehen.zum Vergrößern anklicken
Sogenannte Jahrhunderthochwasser kommen immer häufiger vor.
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Die mittlere Lufttemperatur ist in Deutschland innerhalb des letzten Jahrhunderts bereits um knapp 1 °Celsius gestiegen.

Bis 2050 wird es wohl um 1 - 2,5 ° Celsius wärmer werden. Dadurch könnten in Zukunft Extremwetterereignisse häufiger auftreten.

Die Auswirkungen von Hitzewellen sind in Städten stärker zu spüren als auf dem Land, da dort die Gebäude dichter beieinander stehen und kühlende Luftschneisen sowie Frei- und Grünflächen oft fehlen. So staut sich Hitze an und die Luft kann schlechter zirkulieren. Bei extremen Temperaturen erhöhen sich die Sterberaten. Kinder, ältere und kranke Menschen sind besonders gefährdet. Um das Gesundheitsrisiko während Hitzewellen zu vermindern, sind neben technischen Maßnahmen, wie Kühlung, Abschattung und Gebäudeisolation vor allem Verhaltensänderungen notwendig, wie ausschließlich nächtliches Lüften und ein veränderter Aufenthalt im Freien. Langfristig müssen Warn-, Überwachungs-, Gesundheits- und Pflegesysteme aufrechterhalten, angepasst und weiter ausgebaut werden. Dabei sollten Städte und Kommunen zusammenarbeiten, beispielsweise indem sie besonders betroffene Stadtgebiete identifizieren.

Aber auch Stürme und Hochwasser könnten durch den ⁠Klimawandel⁠ in Deutschland zunehmen. Allein das Hochwasser an Donau und Elbe 2002 und 2013 verursachten volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von rund 20 Milliarden Euro. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb, sich bereits jetzt auf Klimaänderungen einzustellen und beispielsweise verstärkt auf Hochwasserschutz zu setzen.

Einerseits bieten sich technische Lösungen an. Kommunen können dezentral handeln, indem sie mobile Schutzelemente aufstellen. Hausbesitzer können individuell Schäden begrenzen, indem sie z. B. wertvolle Geräte wie Ölheizungen im Keller hochwassersicher machen. Außerdem müssen Menschen in gefährdeten Gebieten rechtzeitig informiert und gewarnt werden. Die Ausarbeitung von Notfall- und Evakuierungsplänen kann dabei helfen, im Hochwasserfall die Gesundheit der Einwohner zu schützen.

Andererseits bieten verstärkter Küstenschutz, höhere Inlandsdeiche oder Gebäudeschutz allein keine 100 prozentige Sicherheit vor Schäden durch Überflutungen. In besonders gefährdeten Regionen und für dünn besiedelte Polderflächen kann es sinnvoll sein, über einen Siedlungsrückzug nachzudenken. Bereits gesetzlich vorgeschriebene Bebauungsverbote in Überschwemmungsgebieten sind strikt einzuhalten. Landwirtschaftliche Flächen müssen künftig stärker dem Wasserrückhalt dienen. Das kann mit Flächennutzungsplanung oder Hochwasser-Risikomanagementplänen unterstützt werden.

Kommunen sowie kleine und mittlere Unternehmen werden bei der ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ durch den Klimalotsen des Umweltbundesamtes unterstützt. In fünf Schritten können Risiken und Chancen des Klimawandels erkannt und mögliche Maßnahmen entwickelt werden.