Jetzt ist Zähltag: Wie funktioniert's?

UBA und BMUB wollen genau wissen, welcher Abfall wo am häufigsten „gelittert“ wird und haben hierzu eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ziel: Maßnahmen zur Reduzierung des Litterings zu erarbeiten. Einen wesentlichen Bestandteil dieser Studie stellt die bundesweite Zählstudie zur Erhebung von gelitterten Abfällen dar. Sie können aktiv mitwirken!

Inhaltsverzeichnis

 

Wer kann teilnehmen?

Jeder wird gebraucht! Daher sind sowohl interessierte Institutionen, Schulen und Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, sich an diesem Forschungsvorhaben zu beteiligen und einen entscheidenden Beitrag zu leisten, indem sie Art und Menge des gelitterten Abfalls mit Hilfe einer Zähl-App an öffentlichen Orten erfassen.

 

Wann kann man teilnehmen?

Die Zählstudie findet parallel zur „Let’s Clean Up Europe (LCUE)“-Kampagne vom 1. März bis 30. Juni 2018 statt. Die Registrierung für die Zählstudie ist vom 1. Februar 2018 bis zum 30. Juni 2018 auf der Webseite des Umweltbundesamtes möglich. Zur Anmeldung.

 

Wie ist der Ablauf?

  • Registrieren Sie sich auf der Website des Umweltbundesamtes.
  • Sie erhalten nach der Registrierung eine Bestätigungs-E-Mail mit der Bitte, anhand eines Links die Registrierung zu bestätigen. Dies dient der Sicherheit Ihrer Daten.
  • Lesen Sie sich die zur Verfügung stehenden Informationsmaterialien gründlich durch (eine ausführliche Handlungsanleitung, ein APP Manual, ein Webinar Manual sowie eine Checkliste sind ab 22. Februar 2018 auf der UBA Homepage verfügbar.  Zusätzlich werden ab Mitte April Informationen zum Schutz von Tieren in Sammelgebieten bereitgestellt).
  • Sie haben die Möglichkeit, als Gruppenleiter/-in oder Multiplikator/-in an einem Webinar teilzunehmen, in dem die Zielstellung, der Untersuchungsablauf und die Funktionsweise der App erläutert werden. Die Webinare finden ab dem 26. Februar 2018 statt. Genaue Informationen werden Ihnen nach der Anmeldung zugesandt. Zudem finden Sie die Termine auf der Website des Umweltbundesamtes.
  • Sie können in dem Zeitraum vom 01. März bis 30. Juni 2018 eine oder mehrere Zählungen durchführen. Dafür können Sie eine Web-App nutzen oder die Papier-Stift-Version downloaden. 
  • Entscheiden Sie, ob Sie Müll zählen und sammeln oder nur zählen. Sollten sie auch sammeln, besorgen Sie sich ggf. benötigtes Zubehör wie Müllsäcke oder Greifer.
 

Was soll gezählt werden?

Zählen Sie alle Abfallobjekte, die Sie in Ihrem Untersuchungsgebiet finden. In der Web-App und Papier-Stift-Version ist ein „Litteringkatalog“ hinterlegt. Die zu zählenden Abfallobjekte werden unterschieden nach Littering-Fraktionen und Materialart. 

Die Littering-Fraktionen teilen den gelitterten Abfall nach seiner Nutzungskategorie ein. In der Zählstudie sind das z.B.:

  • Getränkeverpackungen, Take-Away- und To-Go Verpackungen, Sonstiges Essen & Trinken sowie Konsumieren, Tragetaschen/Tüten, Hygiene- und Sanitätsartikel; Druckerzeugnisse, Biogenes, Sport- und Freizeitartikel, Medizinartikel, Problem- und Schadstoffe, Sonstiges

Allen Littering-Fraktionen werden die entsprechenden Abfallobjekte anhand ihrer Materialart zugeordnet. Zu den Materialarten gehören:

  • Kunststoff, Glas, Metall, Pappe & Papier, Holz, Textilien, Gummi, Organisches Material, Flüssigkeiten, Gemischtes Material und Undefinierbares.
 

Wo kann ich Müll zählen?

Wir möchten, dass die Zählung des Abfalls an möglichst sehr verschiedenen Orten erfolgt. Sie wählen zunächst in der App einen Raumtyp aus, in dem Sie suchen. Raumtypen sind z.B. Großstadt, Mittelstadt, Kleinstadt, ländliche Räume oder Naturlandschaften.

Anschließend wählen Sie einen Platztyp aus z.B.

  • Durchgangszonen wie Bahnhofsvorplätze, Busbahnhöfe, Bus- und oberirdische Stadtbahn-Haltestellen, zentrale Einkaufsstraßen, Straßenränder, Gehwege, Parkplätze vor Einkaufszentren;
  • Freizeitzonen wie Spielplätze, Sportplätze, Parks/Grünflächen, Plätze oder sonstige Freizeitbereiche mit Aufenthaltsmöglichkeiten, Gewässerränder, Feld-, Wander- und Waldwege (kein Waldunterholz);
  • die Bereiche vor Party- und Unterhaltungszonen wie Bars, Kinos, Restaurants;

und geben die Größe der zu untersuchenden Fläche in m² an. Die Flächenangabe ergibt sich aus der Länge x Breite der gezählten Fläche in Metern. Bitte messen Sie diese oder schätzen Sie die Länge durch Abschreiten der Strecke ab. 

Im Vorfeld legen Sie fest, wo Sie zählen, bitte beachten Sie hierbei, dass für die Platztypen Begrenzungen vorgegeben sind, welche zur Vereinheitlichung und zur Hochrechnung des Litteringaufkommens eingehalten werden müssen.  

  • Bahnhofsvorplätze: vom Eingang bis zur nächsten Begrenzung, z.B. durch Straßen, bei sehr großen oder unübersichtlichen Vorplätzen schlagen wir Ihnen vor, eine Breite von max. 5 m für die Untersuchung anzusetzen. 
  • Busbahnhöfe: gesamte Länge und Breite des Wartebereiches.
  • Bus- und oberirdische Stadtbahnhaltestellen: Haltestelle und 3 m drum herum, Begrenzung: Straße und/oder Rasenflächen.
  • Einkaufsstraßen (ohne Durchgangsverkehr): Begrenzung durch Querstraßen, zur Vereinfachung sollten Sie zunächst eine Seite ablaufen bis zur Mitte der Einkaufsstraße zählen, anschließend an der Querstraße umdrehen und die andere Seite bis zur Mitte zählen. 
  • Straßenränder, Gehwege: Begrenzung nächste Querstraße (Länge) und Rasenflächen/Gebäude (Breite).
  • Parkplätze vor Einkaufszentren: Begrenzung durch Eingangsbereich und gegenüberliegendem Ende des Parkplatzes/Gebäude/Straße etc., Vorschlag: Breite max. 5 m.
  • Freizeitzonen, z.B. Spielplätze, Parks von der Mitte der Freizeitzone in eine Richtung bis zur nächsten Begrenzung, Vorschlag: Breite 5 m.
  • Party- und Unterhaltungszonen: vom Eingangsbereich bis zum Straßenrand oder max. 5 m vor dem Kinoeingang.
  • Gewässerränder, Wald-, Feld-, Wanderwege: mögliche oder gewollte Länge, Breite: max. 5 m. 
 

Wie erfolgt die Datenerfassung?

Für die Datenerfassung können Sie eine Web-App nutzen, die allerdings einen W-LAN-Zugang oder eine mobile Internetverbindung benötigt. 

Sollten Sie in Gebieten mit unregelmäßiger oder schlechter Netzabdeckung zählen, können Sie die Daten mit der Papier-Stift-Version erfassen, die auf der Website des Umweltbundesamtes ab 22. Februar 2018 zur Verfügung gestellt wird und anschließend am PC mittels der Web-APP hochladen.

 

Wie funktioniert die Zähl App?

  • Für die Zählstudie steht ab Ende Februar 2018 eine Web-App zur Verfügung, die geräteunabhängig, d.h. auf Smartphones, Tablets, Notebooks, PC`s mit unterschiedlichen Betriebssystemen (Android, iOS, Windows-Systeme, Blackberry OS), sowie mit unterschiedlichen Internet Browsern verwendet werden kann.
  • Die Nutzung der Web-App erfordert einen Zugang über mobile Daten oder W-LAN-Netz. Bei unterbrochenen Internetzugang gehen die Daten nicht verloren, sondern werden bis zum Zeitpunkt der Unterbrechung erfasst. Alternativ können Sie die Daten mit der Papier-Stift- Version erfassen und im Nachgang hochladen. 
  • Während des Zählens geben Sie die Daten in die Zähl-App ein, die Daten werden dann übertragen und auf einem gesicherten Server gespeichert. 
 

Welche Informationen sollen noch erhoben werden?

Bitte geben Sie auch die Anzahl der Abfallbehälter, die sich in Ihrem Untersuchungsgebiet befinden, an und ermitteln Sie den Füllgrad. Dazu haben Sie folgende Auswahloptionen „weniger als die Hälfte (50%)“, „mehr als die Hälfte (50%)“, „voll (100%)“ und „überquellend“.

Es wäre zudem hilfreich zu erfahren, wann die letzte Leerung der Abfallbehältnisse sowie die Reinigung der Fläche durch die Stadtreinigung erfolgte. Diese Informationen erhalten Sie bei Ihren kommunalen Straßen- oder Stadtreinigungsunternehmen. Wenn Sie diese Frage nicht beantworten können, überspringen Sie die Frage in der App. 

Welche Platztypen können mehrfach untersucht werden (Wiederholungsläufe)?

Grundsätzlich können Sie alle Platztypen mehrfach untersuchen, so lässt sich das Littering-Aufkommen in einem bestimmten Areal besser untersuchen. Geben Sie einfach an, ob es sich um einen Wiederholunglauf handelt und zu welchem Zeitpunkt Sie die Untersuchung erneut durchführen.

 

Welche Hinweise muss ich beachten?

  • Die Teilnahme an der Zähstudie erfolgt auf eigenes Risiko. Für etwaige Sach- und Personenschäden besteht keine versicherungsrechtliche Absicherung durch das Umweltbundesamt oder die Forschungsnehmer.
  • Führen Sie keine Zählungen in der Dunkelheit oder bei extremen Wettersituationen durch und beachten Sie den Verkehr sowie ggf. Aufsichtspflichten gegenüber Minderjährigen.
  • Statten Sie sich mit Handschuhen aus, um eventuell nicht sofort erkennbaren Abfall ggf. identifizieren bzw. sammeln zu können. 
  • Beachten Sie bitte den Tierschutz: Ab März (besonders im Zeitraum von Mitte April bis Mitte Juni) beginnen Vögel und andere Tiere ihre Nachkommen aufzuziehen. Beschränken Sie die Zählungen in Naturräumen auf die Wege und sehen Sie von Zählungen im Unterholz oder Gebüsch ab. 

In Naturschutzgebieten, Nationalparks, EU-Vogelschutzgebieten und Brut- oder Rastgebieten seltener Arten sollte grundsätzlich nicht gesammelt werden. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer unteren Naturschutzbehörde oder Naturschutzverbänden vor der Planung einer Sammel- oder Zählaktion, ob Reinigungen dort möglich sind (z.B. wegen seltener Artenvorkommen). Zusätzlich wird ab April ein Infoblatt „Sammeln und Schützen“ auf den Homepages zur Verfügung gestellt.

 

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse der Zählstudie sowie interessante Initiativen und Maßnahmen gegen Littering werden den Teilnehmenden im Rahmen einer Onlinekonferenz vorgestellt. Dazu finden Sie im Frühjahr 2019 Informationen auf der Website des Umweltbundesamtes.

Nach Abschluss des gesamten Projektes werden alle Informationen auf der Seite des Umweltbundesamtes veröffentlicht.

Ziel der Studie ist es, eine Bestandsaufnahme der Littering-Situation in Deutschland zu erhalten und geeignete Maßnahmen, Instrumente und Handlungsansätze für eine Verminderung des Littering-Aufkommens zu identifizieren und herauszuarbeiten. Die Zählstudie knüpft dabei auch an laufende Forschungsaktivitäten des Umweltbundesamtes an. Die gesammelten Daten werden genutzt, um die vorhandenen Erkenntnisse und die Datenbasis zu erweitern und das Ausmaß des Littering-Aufkommens in Deutschland besser einschätzen zu können. 

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 Littering