Informationsveranstaltung zur F-Gas-Verordnung im Umweltbundesamt

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Deutschland
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Am 2. Februar 2018 fand im Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau eine Informationsveranstaltung zur F-Gas-Verordnung statt, an der knapp 100 Personen aus dem Kälte-Klima-Wärmepumpen-Sektor teilnahmen.

Die europäische Verordnung (EU) 517/2014 über fluorierte Treibhausgase (F-Gas-Verordnung) ist ein integraler Baustein der Klimaschutzziele der Europäischen Union. Um diese Ziele für fluorierte Treibhausgase zu erreichen, werden die am EU-Markt verfügbaren Mengen an teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) in einem sogenannten Phase-down stufenweise reduziert. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 eine Reduktion auf 21 % der für das Jahr 2015 festgelegten Ausgangsmenge – also eine Reduktion um fast 80 % – zu erreichen.

Im aktuell erfolgten Schritt wird die Menge an HFKW für die Jahre 2018 - 2020 auf 63 % gegenüber der festgelegten Ausgangsmenge aus dem Jahr 2015 verringert und über ein Quotensystem registrierten Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt. Das Angebot an F-Gasen mit hohem Treibhauspotential (GWP-Wert) wird stark eingeschränkt, „um Innovationen und die Verwendung von Stoffen mit niedrigem GWP und HFKW-freien Alternativen zu stimulieren.“ (Bericht der KOM vom 13.07.2017 zur Bewertung der Quotenzuweisungsmethode). 

Auch wenn der HFKW-Verbrauch in Deutschland (bezogen auf die Menge an CO2-Äquivalenten) in den letzten Jahren zurückgegangen ist, hat der Markt auf das Phase-down bisher nicht ausreichend reagiert: HFKW werden noch immer als Kältemittel in zu vielen Kälte- und Klimatechniken (z. B. Kälteanlagen in Supermärkten, Klimaanlagen, Wärmepumpen) eingesetzt, obwohl Alternativen verfügbar sind. Durch die Verringerung der HFKW-Mengen sind erwartungsgemäß die Preise gestiegen  und Hoch-GWP-Kältemittel teilweise nicht mehr verfügbar. Die aktuelle Situation in Deutschland ist zusätzlich dadurch verschärft worden, dass in den letzten Jahren in erheblichem Umfang noch Kälte- und Klimaanlagen mit Hoch-GWP-Kältemitteln neu gebaut wurden.

Die Vorgaben der Verordnung von 2014 (Phase-down, Verbote und Beschränkungen) basieren auf Studien, die darlegen, dass Alternativen verfügbar und technisch machbar sind. Seitdem wurden zudem zahlreiche weitere Alternativen entwickelt.

Notwendige Sofortmaßnahmen sind:

  • Dichtheit von Bestandsanlagen konsequent verbessern, um die Menge für Nachfüllungen zu minimieren
  • Rückgewinnung und Aufbereitung gebrauchter HFKW ausbauen
  • Einsatz natürlicher Kältemittel nach dem Stand der Technik bei allen Neuanlagen

Die F-Gas-Verordnung enthält nur wenige Verbote und Einschränkungen. Stattdessen setzt sie auf Marktmechanismen, die durch das Phase-down ausgelöst werden. Es bleibt damit weitgehend den Marktteilnehmern überlassen, wie die Minderungsziele erreicht werden. Alle Marktteilnehmer sind nun in der Pflicht, schnellstmöglich Strategien zu entwickeln, um die Versorgung sicherzustellen. Daher empfiehlt sich eine konzertierte Aktion von Industrie, Handel und Handwerk.

Programm & Vorträge

  • Programm

    Programm zur Informationsveranstaltung

  • F-Gas-Verordnung: Phase-Down

    Arno Kaschl, Europäische Kommission - GD KLIMA

    Vortrag

  • EPEE Gapometer. Wege zum HFKW Phase-down

    Andrea Voigt, The European Partnership for Energy and the Environment (EPEE)

    Vortrag

  • HFKW-Verbrauch in Deutschland

    Kerstin Martens, Umweltbundesamt, Fachgebiet III 1.4

    Vortrag

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