Globales Netzwerk entwickelt Aktionsplan für die gemeinsame Gestaltung nachhaltigen digitalen Wandels

UBA ist Mitglied der Coalition for Digital Environmental Sustainability (CODES)

Die Erdkugel und Wörter in einer Programmiersprache.zum Vergrößern anklicken
Die CODES-Initiative setzt sich für einen digitalen nachhaltigen Planeten ein.
Quelle: Pete Linforth / Pixabay

Heute wurde im Rahmen der Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA-5), die vom 28. Februar bis 2. März 2022 in Nairobi stattfindet, der Action Plan for a Sustainable Planet in the Digital Age („Aktionsplan für einen nachhaltigen Planeten im digitalen Zeitalter“) vorgestellt. Der Action Plan bietet internationale Vision und Fahrplan, um den digitalen Wandel für unsere Nachhaltigkeitsziele weltweit nutzbar zu machen. Er wird von der Coalition for Digital Environmental Sustainability (CODES) im Rahmen der Roadmap for Digital Cooperation des UN-Generalsekretärs mitentwickelt. Das Umweltbundesamt (UBA) ist Mitglied von CODES.

Das UNEA Side Event diente der ersten öffentlichen Präsentation des CODES Action Plan und half, ein letztes wichtiges Meinungsbild vor dessen Finalisierung einzuholen. An der Diskussion beteiligten sich auch hochrangige Persönlichkeiten wie die kommissarische Beauftragte des Generalsekretärs für Technologie, Maria-Francesca Spatolisano, die deutsche Bundesumweltministerin Steffi Lemke und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner.

Der Aktionsplan zeigt, dass digitale Innovationen das Potenzial haben, einige der weltweit drängendsten ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen wie ⁠Klimawandel⁠, Verlust der biologischen Vielfalt, Umweltverschmutzung, Ernährungsunsicherheit, Gesundheitsrisiken und Ungleichheit zu bewältigen. Die positive transformative Wirkmacht dieser Innovationen ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der 2030 Agenda und deren 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bis 2030. Um diese positive Vision zu realisieren, sind jedoch drei grundlegende Neuorientierungen erforderlich: 

  • Shift 1 - Digitalisierung und ⁠Nachhaltigkeit⁠ gemeinsam gestalten: es gilt die Voraussetzungen zu schaffen, um Vision, Werte und Ziele des digitalen Zeitalters im Sinne der nachhaltigen Entwicklung zu gestalten. Wichtige Prioritäten sind etwa die Verbindung bisher getrennter Communities in Forschung und Politik, die breite Entwicklung digitaler Kompetenzen oder der Aufbau starker Pionierkoalitionen für die Gestaltung nachhaltiger Digitalisierung.
  • Shift 2 - Negative Auswirkungen vermeiden: es braucht starkes Engagement für eine inhärent nachhaltige Digitalisierung, um die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen digitalen Wandels zu verhindern. Wichtige Prioritäten sind etwa die Bewältigung der erheblichen ökologischen Auswirkungen, die mit dem Energie- und Materialverbrauch sowie mit der Beschleunigung nicht nachhaltiger Konsummuster verbunden sind.
  • Shift 3 - Beschleunigung digitaler Innovation für Nachhaltigkeit: nötig sind starke Anreize und Investitionen für digitale Innovationen, die ökologische und soziale Nachhaltigkeit beschleunigen. Wichtige Prioritäten sind etwa Investitionen in Planetare Digitale Zwillinge für die sinnvolle Nutzung von Umweltdaten sowie Durchbrüche für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.

Die CODES-Community hat gemeinsam neun beispielhafte Impact-Initiativen entwickelt, die als Katalysator für diese drei zentralen Transformationsfelder und ihre strategischen Prioritäten erforderlich sind. Diese Impact-Initiativen umfassen beispielsweise eine hochrangige Weltkommission für Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter, ein neues Programm zur Stärkung von Forschung und Bildung für digitale nachhaltige Entwicklung, eine Verpflichtung für nachhaltige digitale Beschaffung und Infrastruktur oder ein regionales Netz von Innovationszentren und -beschleunigern für digitale Nachhaltigkeit.

„Wir müssen das enorme Potenzial digitaler Innovationen ausschöpfen, um die Umsetzung der Agenda 2030 zu beschleunigen, indem wir einen gemeinsamen Rahmen für globale Initiativen schaffen, um Digitalisierung zum Motor für unsere Nachhaltigkeitsagenda zu machen", sagte Dirk Messner, Präsident des deutschen Umweltbundesamtes und einer der Co-Champions von CODES.

„Mit dem CODES Action Plan wollen wir die fehlende Verbindung zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit überwinden, indem wir zentrale Transformationsfelder für gemeinsames und globales Handeln benennen. Mit unseren praxisorientierten Impact-Initiativen wollen wir Pfade für echte positive Veränderungen aufzeigen", sagt David Jensen von ⁠UNEP⁠, einem weiteren Vertreter von CODES.

Das Erscheinungsdatum des CODES Action Plan markiert den 50. Jahrestag der Gründung des ⁠UN⁠-Umweltprogramms UNEP, das sich der Förderung ökologischer Nachhaltigkeit verschreibt, wie etwa in der ehrgeizigen 2030 Agenda und deren Zielen für nachhaltige Entwicklung festgelegt. Der Action Plan soll eine Grundlage liefern für den Global Digital Compact, der im jüngsten Bericht des UN-Generalsekretärs Our Common Agenda vorgeschlagen wurde.

Über CODES

Die Coalition for Digital Environmental Sustainability (CODES) ist ein globales Netzwerk für Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft, das im Rahmen des Umsetzungsprozesses für die Roadmap for Digital Cooperation des UN-Generalsekretärs gegründet wurde. Die Vision von CODES ist eine digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft, die eine nachhaltige und gerechte Zukunft für alle ermöglicht. CODES wird von einer einzigartigen ⁠Mischung⁠ von Akteuren getragen – darunter UNEP, UNDP, der International Science Council, das deutsche Umweltbundesamt, Future Earth und das kenianische Umweltministerium. Sie alle sind vereint hinter der gemeinsamen Aufgabe, alle Politiken, Standards und Kooperationen voranzutreiben, die digitalen Wandel als positive Kraft für ökologische Nachhaltigkeit, ⁠Klimaschutz⁠ und Naturschutz in Stellung bringen.

Teilen:
Artikel:
Drucken
Schlagworte:
 CODES