Fortschritt oder Stillstand im Umweltschutz?

Neue Broschüre zu 44 Umweltindikatoren gibt Auskunft

Wie geht es der Umwelt in Deutschland? Antworten gibt die aktuelle Broschüre „Umweltdaten Deutschland – Umweltindikatoren” des Umweltbundesamtes. Egal ob Energieproduktivität, Flächenverbrauch oder Schadstoffe in Luft, Wasser oder Boden – die Broschüre bietet wichtige Fakten der täglichen Umweltdiskussion aus dem Umwelt-Kernindikatorensystem. Die Umweltindikatoren sind Teil des Umwelt-Kernindikatorensystems des Umweltbundesamtes (UBA), welches über umweltrelevante Fortschritte auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland informiert. Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht die Broschüre„Umweltdaten Deutschland - Umweltindikatoren” in Zusammenarbeit mit den Bundesämtern für Naturschutz und für Strahlenschutz, dem Statistischen Bundesamt und dem Deutschen Wetterdienst.

Umweltindikatoren beschreiben den Zustand der Umwelt und berichten über positive sowie negative Trends. Die Indikatoren geben so einen schnellen sowie aktuellen Überblick über die Umweltsituation in Deutschland – und zeigen, wo Umweltpolitik erfolgreich ist und wo noch besondere Anstrengungen erforderlich sind.

Hier einige Ergebnisse für eine erfreuliche Entwicklung:

  • Die Treibhausgasemissionen gingen von 1990 bis 2005 um 18,5 Prozent zurück. Vorläufige Zahlen für 2007 zeigen sogar eine Minderung um 20,4 Prozent gegenüber 1990.
  • Der Beitrag der erneuerbaren Energien zur Bruttostromerzeugung betrug 2006 11,7 Prozent und liegt nach vorläufige Zahlen für 2007 bei 14,2 Prozent. Damit hat Deutschland sein Ziel von 12,5 Prozent bis 2010 bereits übertroffen.
  • Die Energieproduktivität erhöhte sich von 1990 bis 2006 um knapp 31 Prozent. Erfreulich ist, dass die Energieproduktivität im Jahr 2007 um 7,7 % anstieg. Auf diesem Wege kann die von der Bundesregierung beschlossene Verdoppelung der Energieproduktivität bis 2020 realisiert werden.
  • Die Transportintensität des Personenverkehrs lag 2005 mit rund 96 Prozent nicht weit unter dem Basiswert des Jahres 1999. Hier müssen die Anstrengungen weiter verstärkt werden: Denn bis 2020 soll die Transportintensität auf 80 Prozent des Jahres 1999 sinken. Transportintensität bezeichnet die Personenbeförderungsleistung im Inland im Verhältnis zum preisbereinigten Brutto-Inlandsprodukt.
  • Gegenüber 1990 sank der Luftschadstoffindex der Emissionen bis 2005 um 55 Prozent; bis zum Ziel einer 70-prozentigen Minderung bis 2010 muss sich dieser Trend fortsetzen.
  • Die Rohstoffproduktivität erhöhte sich zwischen 1994 und 2005 um 33,5 Prozent, wobei das Tempo weiter  erhöht werden muss, um das Ziel der Verdopplung bis 2020 zu erreichen


Besondere Anstrengungen sind vor allem in diesen Bereichen erforderlich:

  • Bei der Flächeninanspruchnahme verringerte sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche seit dem Zeitraum 1992 und 1996 von 120 Hektar pro Tag nur geringfügig auf 113 Hektar pro Tag für den Zeitraum 2003 bis 2006 und ist von dem Ziel „30 Hektar pro Tag bis 2020” noch weit entfernt.
  • Die Anbaufläche für den ökologischen Landbau ist von 1994 mit nur 1,6 Prozent bis 2006 lediglich auf 4,9 Prozent gestiegen und wird das Ziel von 20 Prozent einer ökologisch bebauten Landwirtschaftsfläche bis 2010 kaum erreichen.
  • Seit 1991 gingen die Stickstoffüberschüsse der Gesamtbilanz für die landwirtschaftlich genutzte Fläche um insgesamt 8 Prozent zurück und sind mit 103,9 Kilogramm/Hektar noch weit von den angestrebten 80 Kilogramm/Hektar bis 2010 entfernt.
  • Die Transportintensität des Güterverkehrs, gemessen als inländische Güterbeförderungsleistung in Tonnenkilometer im Verhältnis zum preisbereinigten BIP, stieg 2005 gegenüber dem Basiswert des Jahres 1999 auf 110 Prozent, sie entwickelt sich damit gegenläufig zu dem Ziel, die Transportintensität des Güterverkehrs bis 2020 auf 95 Prozent derjenigen des Jahres 1999 zu senken.

Umweltbundesamt Hauptsitz

Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Deutschland

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 Landwirtschaftliche Umweltindikatoren  Umweltdaten  Umwelt-Kernindikatorensystem