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Internationaler Umweltschutz, Antarktis

Umwelt- und Ressourcenkonflikte

Letzte Änderung: 14.06.2011

Viele Menschen in den weniger entwickelten Ländern sind auf den Zugang zu natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser oder Wald für ihren Lebensunterhalt angewiesen. Falls dieser Zugang wegen Übernutzung, Umweltdegradation (Umweltzerstörung) oder klimatischer Veränderungen nicht mehr gewährleistet sein sollte, könnten gewaltsame Konflikte entstehen. Eine weitere Folge könnten Migrationsbewegungen sein, die die Stabilität der betroffenen Länder gefährden. In einigen Ländern führen der mangelnde Zugang zu Land und fehlender Landbesitz zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Auch ist der Bau von Großstaudämmen oftmals umstritten, weil er mit Umsiedlungen verbunden ist und nachteilige Folgen für die örtliche Bevölkerung nach sich ziehen kann. Die Verteilung und Nutzung von Ressourcen – wie Öl, Holz, Gold, Diamanten oder Mineralien – kann zu Konflikten zwischen Bevölkerungsgruppen oder der Regierung und der Bevölkerung führen. Zum Beispiel ist in Nigeria die Umweltdegradationdurch die Ölgewinnung seit langem ein Streitpunkt zwischen der betroffenen Bevölkerung, den Ölunternehmen und der Regierung.

In einigen Ländern ist es für  bewaffnete Gruppen einfach, sich der  abbaubaren Rohstoffe – wie Diamanten oder Coltan – zur Finanzierung von Konflikten zu bedienen.

Coltan ist ein Erz, das Tantal enthält. Tantal wird für Kondensatoren in der Telekommunikations- und Informationstechnik u. a. in Mobiltelefonen und Computern  verwandt. Zu den Produzentenländern zählt auch die Demokratische Republik Kongo. Während des Krieges in der Demokratischen Republik Kongo 1998-2004 nutzten die Kriegsparteien die Erlöse aus dem Abbau von Coltan und der Vergabe von Abbaurechten als Finanzierungsinstrument. Dies verlängerte und intensivierte die kriegerische Auseinandersetzung, deren Opfer auf 3,9 Millionen Menschen geschätzt werden. Im Auftrag des Umweltbundesamtes untersuchte das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung IZT Berlin am Beispiel des Coltan-Abbaus in der Demokratischen Republik Kongo, inwieweit die Nachfrage nach seltenen Metallen bewaffnete Konflikte verschärft und stellte Lösungsansätze zur Konfliktprävention vor.

Beiträge Deutschlands zur Krisenprävention und Friedenssicherung

Mit dem Aktionsplan Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung vom Mai 2004 hat die Bundesregierung einen nationalen  Maßnahmenplan zur Vermeidung von umwelt- und ressourcenbedingten Konflikten geschaffen.

Zur Information der Öffentlichkeit über die Zusammenhänge zwischen Umweltschutz, Ressourcenschutz, nachhaltiger Entwicklung und Friedenspolitik zeigte das Umweltbundesamt vom 18. 0ktober bis 17. November 2006 in Dessau die von Adelphi Research, Adelphi Consult und Weltformat Design konzipierte Wanderausstellung Umwelt zwischen Konflikt und Kooperation. Die Ausstellung beleuchtete verschiedene Aspekte des Themas „Umweltschutz und Sicherheit”, – wie die Auswirkungen des Klimawandels auf die Stabilität der betroffenen Staaten und Konflikte um Wasser.

Der Aufbau der  Informationsplattform Zivile Krisenprävention Umwelt und Ressourcen und der dazugehörige Newsletter sollen den fachlichen Austausch über den Zusammenhang zwischen Umwelt-, Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik anregen und einen Beitrag zur Koordination dieser Politikfelder leisten.

Außerdem fördert das Umweltbundesamt mit der  Beratungshilfe für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas  verschiedene Vorhaben zur Friedenskonsolidierung. Für das Flusseinzugsgebiet Kura bereitete das UBA zum Beispiel die Zusammenarbeit zur Störfallvorsorge zwischen den Ländern Georgien, Armenien und Aserbaidschan durch eine Machbarkeits- und Risikountersuchung vor und unterstützte diese fachlich. Für das Einzugsgebiet des Flusses Neman/Nemunas in Belarus, Litauen und der Russischen Föderation entwickelte das Fachgebiet „Anlagensicherheit und Störfallvorsorge” einen grenzüberschreitenden Warn- und Alarmplan.

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