Die Gesamtlärmbelastung fundiert bewerten: Leitfäden unterstützen

Fahrender Zug neben Bundesstraße nahe einem Wohngebietzum Vergrößern anklicken
Immer mehr Menschen fühlen sich von zwei oder mehr Geräuschquellen gestört.
Quelle: Ilhan Balta/Fotolia.de

Etwa 60 Millionen Menschen in Deutschland fühlen sich von zwei oder mehreren Geräuschquellen gestört. Um gezielt Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln, bedarf es einer Gesamtlärmbewertung. Sowohl der Koalitionsvertrag der Bundesregierung als auch die EU-Umgebungslärmrichtlinie zielen auf eine solche Bewertung ab. In einem UBA-Projekt sind Leitfäden für Kommunen und Planungsbüros entstanden.

Mit der Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure e. V. VDI 3722-2 ist ein wesentlicher Schritt zur einheitlichen Bewertung unterschiedlicher Verkehrsarten bezüglich Belästigung und Schlafstörungen gemacht –  eine fundierte Gesamtlärmbewertung erlaubt sie jedoch nicht. Hierfür gibt es noch keine einheitliche Methode. 

Daher hat das Umweltbundesamt ein Forschungsvorhaben vergeben, in dem die Grundlagen für eine wirkungsgerechte Beurteilung der Gesamtlärmproblematik erarbeitet wurden. Folgende Aspekte wurden näher betrachtet:

  • Entwicklung eines Berechnungsmodells basierend auf der VDI 3722-2
  • Berücksichtigung von Gesundheitsschutzaspekten
  • Erstellung eines Finanzierungsmodells für Lärmschutzmaßnahmen
  • Integration einer Gesamtlärmbewertung in das bestehende Recht
  • Qualitätssicherung des gesamten Konzepts

Mit diesem Gesamtkonzept soll die Erstellung von Lärmaktionsplänen unterstützt sowie die Planungs- und Rechtssicherheit bei Genehmigungsverfahren verbessert werden. Zudem wird ein Folgevorhaben vorbereitet, in dem ein Umsetzungskonzept erarbeitet und ein Planspiel durchgeführt wird.