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Luft und Luftreinhaltung

Stickstoffoxide

Letzte Änderung: 14.01.2009

Stark befahrene Straßen sind nicht nur wegen der vielen Raser gefährlich. Auch die Abgase, haben es in sich. Stickstoffoxide, die so in die Luft gelangen, machen den Menschen krank.
Doch auch die Lüneburger Heide hat ein Problem. Sie blüht im Herbst an manchen Stellen nicht mehr ganz so üppig. Trotz Pflege finden sich vergrasende Flächen in früher mit Heidekraut übersäten Gebieten. Die Überlebenskünstler der Heide leiden an der Überdüngung des Bodens und werden langsam verdrängt.
Der Eintrag von Stickstoffoxide und anderen Stickstoffverbindungen aus der Luft zeigen hier negative Wirkung. Ihre Verminderung und die Bekämpfung stickstoffbedingter Umweltschäden sind noch zu lösende Aufgaben.

Verursacher

Stickstoffoxide in der Luft stammen insbesondere aus Abgasen von Industrieanlagen, Kraft- und Fernheizwerken, von Gebäudeheizungen und Verkehrsabgasen. Den größten Anteil an der Emission von Stickstoffoxiden hat hier mit Abstand der Verkehr.
Bei den Schädigungen der Pflanzen und dem Eintrag von Stickstoffverbindungen in den Boden spielt NH3 eine bedeutende Rolle, er kommt aus der Landwirtschaft.Den Eintrag aller Stickstoffverbindungen in die Umwelt betrachtet, ist die Landwirtschaft der Hauptverursacher. Eine große Rolle spielt hierbei Ammoniak.

Direkte Wirkungen

Wie andere Luftschadstoffe auch wirken Stickstoffoxide schädlich auf die Atemwege. Eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Atemwegsinfektionen, chronische Bronchitis bei länger einwirkenden höheren Konzentrationen lassen sich nachweisen.
In der Außenluft sind Stickstoffoxide an der Bildung von Feinstaub und bodennahem Ozon beteiligt.
Bei Pflanzen schädigen sie Blattoberschichten und Nadeln. „Saurer Regen“, der Stickstoffoxide enthält, führt zur Versauerung von Böden und Gewässern.
Karge Böden werden durch das zunehmende Nährstoffangebote überdüngt und die an diese nährstoffarme Umgebung angepassten Pflanzen verdrängt.

Wandlungsfähiger Schadstoff

Stickstoffverbindungen sind Verwandlungskünstler: Sie sind sehr mobil und ineinander transformierbar. Sie werden mit der Luft verbreitet, dringen über Niederschläge in Böden und Gewässer ein, gelangen von dort in die Meere. Inzwischen stören Stickstoffeinträge weiträumig natürliche Stoffkreisläufe und Ökosystembeziehungen.
Die Wandlungsfähigkeit macht Stickstoffverbindungen auch so problematisch. Minderungsmaßnahmen in einem Umweltbereich können unter Umständen dazu führen, Probleme in einen anderen Bereich zu verschieben und sie noch zu verstärken.

Zukünftig integrierte Stoffminderungsstrategie

Prognosen des Umweltbundesamtes zeigen, dass die im Multikomponenten-Protokoll vereinbarte Emissionshöchstmenge für Stickstoffoxide, die im Jahr 2010 eingehalten werden soll, mit den derzeitigen Maßnahmen vermutlich nicht zu erreichen ist.
Doch selbst wenn diese Höchstmengen eingehalten werden könnten, wären die Flächen empfindlicher Ökosysteme weiter überdüngt und die Versauerung von Böden und Gewässern nicht gestoppt.
Die Wandlungsfähigkeit und die Vielzahl der Wirkungen zeigen deutlich, dass auf ein einzelnes Umweltmedium beschränkte Minderungsmaßnahmen nicht ausreichen. Ziel muss die Entwicklung einer integrierten Stickstoffminderungsstrategie sein, die einerseits Mobilität und Transformierbarkeit von Stickstoffverbindungen und andererseits ihre mögliche Verlagerung von einem Medium in ein anderes berücksichtigt.

 

 

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