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Klimaschutz
Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) und seine Berichte
Letzte Änderung: 17.09.2009
Wegen der weltweiten Bedeutung des Klimawandels und der komplexen wissenschaftlichen Fragen haben die Weltorganisation für Meteorologie (WMO-World Meteorological Organization) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP-United Nations Environment Programme) 1988 den Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen – IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) gegründet. Das IPCC – oft auch als Weltklimarat bezeichnet – ist ein von den Regierungen unabhängiges wissenschaftliches Gremium, in dem Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt mitwirken. Sie erarbeiten und bewerten anhand der aktuellen und anerkannten wissenschaftlichen Veröffentlichungen den jeweils neuesten Kenntnisstand zu Klimaänderungen und fassen ihn in regelmäßigen Sachstandsberichten sowie in Sonderberichten zu ausgewählten Themen zusammen.
Im Mittelpunkt der Arbeiten des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen stehen folgende Themen:
- Wissenschaftliche Grundlagen der anthropogenen (durch den Menschen verursachten) Klimaänderung;
- Beobachtete Klimaänderungen;
- Projektionen künftiger Klimaänderungen;
- Maßnahmen zur Minderung der Emissionen treibhauswirksamer Gase;
- Maßnahmen zur Anpassung an projizierte(für die Zukunft berechnete) Klimaänderungen.
Seit dem ersten Sachstandsbericht des Weltklimarates im Jahre 1990 erschienen drei weitere umfassende Sachstandsberichte. Diese Berichte sind eine äußerst wichtige Arbeitsgrundlage und Standardreferenz für Politiker und Fachexperten aus Regierungen, Industrien und Universitäten sowie alle diejenigen, die sich detaillierter mit dem Problem der anthropogenen Klimaänderung auseinandersetzen.
Die Sachstandsberichte bestehen aus den Berichten der IPCC-Arbeitsgruppen I (Wissenschaftliche Grundlagen), II (Auswirkungen, Anpassung und Verwundbarkeiten) und III (Verminderung des Klimawandels) sowie dem Synthesebericht.
Der Synthesebericht fasst wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Informationen zum Klimawandel zusammen, die besonders für die Politik von Bedeutung sind. Ziel ist es, Regierungen und andere Entscheidungsträger im öffentlichen und privaten Sektor mit dem nötigen Wissen zu versorgen, um der anthropogenen Klimaänderung wirksam mit Maßnahmen begegnen zu können.
In seinem letzten – dem vierten –Sachstandsbericht von 2007 hält der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen unter anderem folgende Erkenntnisse fest:
- Die globalen atmosphärischen Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas) stiegen seit 1750 markant an und sind die Folge menschlicher Aktivitäten. Der weltweite Anstieg der Kohlendioxidkonzentration ist primär auf den Verbrauch fossiler Brennstoffe und auf Landnutzungsänderungen zurückzuführen, während der Anstieg von Methan und Lachgas primär durch die Landwirtschaft verursacht wird.
- Die Konzentrationen dieser Treibhausgase im Jahr 2005 übertreffen die aus Eisbohrkernen bestimmten natürlichen Bandbreiten der letzten 650.000 Jahre bei Weitem.
- Das seit dem dritten Sachstandsbericht verbesserte Verständnis der anthropogenen Einflüsse auf das Klima führte zu einem sehr hohen Vertrauen, dass der globale durchschnittliche Netto-Effekt der menschlichen Aktivitäten seit 1750 eine Erwärmung des Klimas war .
- Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig. Das zeigen Beobachtungen des Anstiegs der mittleren globalen Luft- und Meerestemperaturen, des ausgedehnten Abschmelzens von Schnee und Eis und des Anstiegs des mittleren globalen Meeresspiegels.
- Der lineare Erwärmungstrend über den 100-jährigen Zeitraum 1906 – 2005 beträgt etwa 0,74°C. Elf der Jahre zwischen 1995 und 2006 gehören zu den zwölf wärmsten Jahren seit Beginn der instrumentellen Messung und der Ermittlung der globalen bodennahen Mitteltemperatur (1850).
- Gebirgsgletscher und Schneebedeckung haben im Mittel sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel abgenommen. Der Grönländische Eisschild zeigt deutliche Eismassenverluste, die durch Abschmelzprozesse bedingt sind.
- Die durchschnittlichen Temperaturen in der Arktis stiegen in den letzten 100 Jahren fast doppelt so schnell wie im globalen Mittel. Satellitendaten seit 1978 belegen, dass die durchschnittliche jährliche Ausdehnung des arktischen Meereises um ungefähr 2,7% pro Jahrzehnt geschrumpft ist. Die Abnahme im Sommer betrug sogar etwa 7,4% pro Jahrzehnt.
- Im Zeitraum 1905 – 2005 belegen die Beobachtungen signifikante Zunahmen des Niederschlags in östlichen Teilen von Nord- und Südamerika, im Norden Europas und in Nord- und Zentralasien. Dagegen wurden das südliche Afrika, der Mittelmeerraum, der Sahel und Teile von Südasien trockener.
- In den letzten 50 Jahren nahm die Häufigkeit von kalten Tagen, kalten Nächten und Frost ab, während heiße Tage, heiße Nächte und Hitzewellen häufiger auftraten. Seit den 1970er Jahren beobachten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders in den Tropen und Subtropen intensivere und länger andauernde Dürren über größeren Gebieten.
- Der größte Teil des Anstiegs der mittleren globalen Temperatur seit Mitte des 20. Jahrhunderts geht sehr wahrscheinlich (das bedeutet, die Eintrittswahrscheinlichkeit für diese Aussage liegt oberhalb von 90 Prozent) auf die Zunahme der vom Menschen verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre zurück.
- Andauernd gleich hohe oder höhere Treibhausgasemissionen als heute würden eine Erwärmung verursachen und im 21. Jahrhundert viele Änderungen im globalen Klimasystem bewirken, die sehr wahrscheinlich größer wären als die im 20. Jahrhundert beobachteten.
- Unter Zugrundelegung verschiedener Emissionsszenarien (künftige zeitliche Entwicklung der Treibhausgasemissionen) haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit mehreren Klimamodellen mögliche Klimaänderungen in diesem Jahrhundert simuliert. Die Ergebnisse des 4. Sachstandsberichtes fußen auf den Resultaten von 23 verschiedenen Klimamodellen unter Zugrundelegung von 6 Emissionsszenarien. Die projizierten Änderungen der globalen Mitteltemperatur bis zum Zeitraum 2090 – 2099 verglichen mit 1980 – 1999 sind erheblich. Sie reichen von 1,8°C beim niedrigsten Emissionsszenario bis 4°C beim höchsten Szenario (beste Schätzungen). Die zugehörigen wahrscheinlichen Bandbreiten (die wahrscheinlichen Unsicherheitsbereiche der besten Schätzungen) sind noch größer. Selbst wenn die atmosphärischen Konzentrationen von Treibhausgasen künftig auf konstantem Niveau des Jahres 2000 gehalten werden, ergeben die Klimamodelle bis Ende des Jahrhunderts eine Zunahme der globalen Mitteltemperatur von etwa 0,6°C.
- Die anthropogene Erwärmung und der Anstieg des Meeresspiegels würden aufgrund der Zeitskalen, die mit Prozessen im Klimasystem und Rückkopplungen verbunden sind, über Jahrhunderte andauern, selbst wenn die Treibhausgaskonzentrationen stabilisiert würden.
Der fünfte Sachstandsbericht des IPCC wird voraussichtlich im Jahr 2014 erscheinen.
Die Berichte des IPCC sind im Internet (auf Englisch) veröffentlicht. Einige Berichte gibt es in deutscher Übersetzung.
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