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Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz

Schutz der Meere

Letzte Änderung: 10.08.2010

Eutrophierung: Was bedeutet das?

Der Begriff Eutrophierung stammt aus dem Griechischen und bedeutet „gut ernährt”. Er bezeichnet die negativen Effekte der anthropogenen Nährstoffanreicherung in ursprünglich nährstoffarmen Gewässern. Ein Überangebot der Nährstoffe Stickstoff (N) und Phosphor (P) gelangt als Einträge aus der Landwirtschaft, aus kommunalen Kläranlagen, aus der Industrie und aus dem Verkehr über die Flüsse und die Atmosphäre in die Meere und führt dort zu einem erhöhten Wachstum der einzelligen Algen, dem Phytoplankton. Diese halten sich vorzugsweise im belichteten Teil der Wassersäule auf, da sie nur dort Sonnenlicht für die für sie essentielle Photosynthese umsetzen können. Die hohe Algenbiomasse lässt weniger Licht zu den auf dem Sediment wachsenden Großalgen (Makrophyten) und Seegräsern durchdringen. Wegen der Beschattung können diese Pflanzen allmählich absterben, oder weniger sensible Arten setzen sich gegen sie durch. Die erhöhte Nährstoffzufuhr fördert auch Organismen, die die Blätter des Seegrases bewachsen und damit negativ beeinflussen können. Es kann zu einer Abnahme der Biodiversität kommen.

Das Phytoplankton sinkt zudem allmählich zum Meeresboden. Bakterien bauen es unter Sauerstoffverbrauch ab. Wegen der starken Sauerstoffzehrung stirbt die am Boden lebende Fauna - wie Seesterne, Seeigel und Muscheln. Fischsterben kann eine weitere Folge sein.

EutrophierungEutrophierung hat zahlreiche weitere ökologische und ökonomische Auswirkungen: Großflächige Algenblüten – zum Teil bestehend aus Arten, die Giftstoffe produzieren – können auftreten. Außerdem kann sich die Wasserqualität verschlechtern: Mit der Zersetzung der Algen und deren mechanischer Zerstörung durch Wellenschlag - wobei Zelleiweiße freigesetzt und zu Schaum "geschlagen" werden - können im Strandbereich Schaumberge und Schleim entstehen.

Mit der Umsetzung der WRRL und der zukünftigen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der EU gibt es neue Instrumente, um Maßnahmen zur Nährstoffreduktion rechtlich verbindlich durchzusetzen und der Eutrophierung damit entschlossener entgegenzuwirken. Die Anforderungen der EG-Nitratrichtlinie, der EG-Richtlinie für Kommunales Abwasser und der EG-Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie) flankieren diese Maßnahmen.

Die beiden für den Nordostatlantik, einschließlich der Nordsee, und die Ostsee zuständigen Übereinkommen setzen sich schon seit Mitte der 1980er Jahre dafür ein, die als eine Hauptursache identifizierten Nährstoffeinträge (Stickstoff und Phosphat) über die Flüsse in Nord- und Ostsee drastisch (~50 %) zu verringern. Während die Phosphateinträge in die betroffenen Gebiete wegen der Einführung phosphatfreier Waschmittel, der Errichtung von Kläranlagen und der Einführung der Phosphatfällung erheblich sanken, stehen vergleichbare Erfolge für die Stickstoffeinträge bis heute noch aus. Der größte Stickstoffeintrag erfolgt über die landwirtschaftliche Düngung. Die unterschiedlichen Reduktionserfolge führten zu einer Veränderung im Verhältnis der Konzentrationen von Stickstoff und Phosphat zueinander, was eigene Probleme mit sich brachte, wie zum Beispiel Massenentwicklungen von Algen.

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