Sie sind hier: Startseite > Umweltbewusstsein und Nachhaltiger Konsum - Aktuelles > Umweltbewusstsein / Umweltkommunikation
Letzte Änderung: 21.01.2013
Die Förderung des Umweltbewusstseins der Bevölkerung ist eine grundlegende Herausforderung der Umweltpolitik. Ein wichtiges Mittel dazu ist die Verbesserung der Umweltkommunikation, welche eine breite Palette von Maßnahmen (Umweltaufklärung, Umweltinformation, Umweltberatung, Umweltbildung) umfasst. Die Durchführung von Forschungsprojekten zu diesen Themen gehört zu den zentralen Aufgaben der sozialwissenschaftlichen Umweltforschung.
Eine erfolgreiche Umweltkommunikation setzt die zuverlässige und valide Kenntnis der subjektiven Sichtweisen (inkl. Werthaltungen und Handlungsbereitschaften) der Bevölkerung voraus. Die seit dem Jahr 1996 alle zwei Jahre im Auftrag des Umweltbundesamtes bundesweit durchgeführten Repräsentativumfragen geben einen Überblick über den Stand des Umweltbewusstseins. Die Studie Umweltbewusstsein in Deutschland 2012 verfolgt einen neuen Ansatz: Auf vier verschiedenen Handlungsfeldern – Mobilität, Lebensmitteleinkauf, Haushaltsorganisation und Wohnen – werden die Innovationspotenziale für mehr Nachhaltigkeit im Alltag der Befragten herausgearbeitet. Dabei kommt ein neues Modell von „Typen der Lebensführung“ zum Einsatz. Bundesumweltminister Peter Altmaier und der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, haben am 18. Januar 2013 die Ergebnisse der Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2012" (Video) vorgestellt.
Vertiefende Milieu-Profile im Spannungsfeld von Umwelt und Gerechtigkeit:
Ausgehend von der häufig geäußerten These, dass sozial benachteiligte Gruppen auch überproportional von Umweltbelastungen (z. B. Lärm, Luftverschmutzung, weniger Grünflächen im Wohnquartier) betroffen sind, werden Handlungsvorschläge gemacht, wie sich die Potenziale dieser Milieus für das umweltbewusste Handeln mobilisieren lassen.
Engagement und Delegation:
In den unterschiedlichen Milieus existieren verschiedene Konzepte im Hinblick auf die Bereitschaft einen eigenen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und auch verschiedene Erwartungen an die staatliche Umweltpolitik. In dieser Vertiefungsstudie wurde eine Typologie entwickelt bezüglich der Zusammenhänge zwischen Engagement im eigenen Alltagsleben und Delegation im Sinne von „andere in die Pflicht nehmen“.
Umweltbewusstsein und Umweltverhalten junger Erwachsener:
Wollen Umwelt- und Naturschutzorganisationen wieder vermehrt die Zielgruppen der jungen Erwachsenen erreichen, müssen sie deren Lebenswelten besser verstehen und den dort existierenden Bedürfnissen angemessene Engagementformen anbieten. Wichtig ist dabei besonders die deutliche Differenz zwischen den pragmatischen Milieus und den „bildungsfernen“ jungen Erwachsen. Für diese gilt es besondere Angebote zu entwickeln.
Die Studie Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der sozialen Milieus in Deutschland identifizierte auf Basis der Umfragedaten im Jahre 2008 vier "Kernzielgruppen", die eine starke Leit- und Multiplikatorenfunktion für die Gesellschaft ausüben. Während das Milieu der "Postmateriellen" jetzt schon stark umweltorientierte Einstellungen aufweist, sind die anderen Kernzielgruppen ("Etablierte", "Moderne Performer" und "Bürgerliche Mitte") erst noch davon zu überzeugen, dass Umweltschutz zu mehr Lebensqualität führt. In Bezug auf die eher konsumorientierten (z. B. "Hedonisten") oder traditionell eingestellten Milieus (z. B. "Konservative") ist eine stark fokussierte, mit möglichst einfachen Botschaften und öffentlichen Vorbildern arbeitende Umweltkommunikation erfolgversprechend.
Auch zur Umfrage im Jahr 2006 stehen vertiefende sozialwissenschaftliche Analysen zum Download zur Verfügung:
Die Studie Tendenzen der Umwelt- und Risikowahrnehmung in einer Zeit des Wertepluralismus beschäftigt sich vor allem mit der Frage, welche Typen von Wertorientierungen sich bei den Befragten feststellen lassen und welche Auswirkungen diese Typen unter anderem auf die Einschätzung der Umweltverhältnisse sowie auf die Akzeptanz der unterschiedlichen umweltpolitischen Instrumente haben.
Das primäre Thema der Studie Determinanten des Umweltverhaltens - Zwischen Rhetorik und Engagement ist das Einkaufsverhalten der Bürgerinnen und Bürger und die dabei zu beobachtende Verantwortungsbereitschaft.
Die Untersuchung Informationsverhalten im Umweltschutz und Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement gibt Auskunft darüber, wie die Menschen im Alltag mit der Informationsflut umgehen und welche Bedingungen dazu führen, dass bislang erst wenige Bürgerinnen und Bürger zu einer aktiven Mitarbeit im Umweltschutz bereit sind.
In der Studie Das Spannungsfeld Umwelt und Gerechtigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung bilden die zunehmend zu beobachtenden Überschneidungen zwischen den Themen Umweltschutz sowie soziale Gerechtigkeit den zentralen Gegenstand der Analyse.
Die Überblicksbroschüren der Vorgängerstudien stehen ebenfalls zum Download zur Verfügung:
Als Ergänzungsstudie zur genannten Umfrage im Jahre 2004 hat der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e.V. im Auftrag des Umweltbundesamtes einen Fragenblock in die "Reiseanalyse 2004" (eine themenspezifische regelmäßige Repräsentativumfrage mit insgesamt 7700 Befragten) aufnehmen lassen, dessen Auswertung belegte, dass nachhaltigkeitsorientierte Tourismusangebote weiterhin gute Chancen haben.
Denn das Thema Umwelt ist für die deutschen Touristen keineswegs "out". Im Gegenteil: Die Deutschen legen im Urlaub hohen Wert auf eine saubere Umwelt. Eine intakte Umwelt am Reiseziel und der Respekt vor den Gebräuchen im Gastland gelten als sehr wichtig. Über 70 Prozent lehnen eine Beeinträchtigung durch verbaute Landschaft ab. Nur ein kleiner Teil der Befragten – 14 Prozent – fühlt sich durch die Rücksichtnahme auf die Umwelt im Reisezielgebiet stark eingeschränkt, fast zwei Drittel sehen dadurch gar keine Beeinträchtigung.
Allerdings muss das tendenziell hohe Umweltbewusstsein der Deutschen im Zusammenhang mit dem Urlaub noch weiter gefördert werden, um damit wirklich Trends auszulösen, die auch eine große Breitenwirkung entfalten. Daher sind in der aus dieser Befragung entstandenen Studie so genannte "Ansprechbarkeits-Typen" entwickelt worden, beispielsweise im Hinblick auf speziell naturinteressierte oder besonders anspruchsvolle Urlauber.
Die Studie „Urlaubsreisen und Umwelt. Eine Untersuchung über die Ansprechbarkeit der Bundesbürger auf Natur- und Umweltaspekte in Zusammenhang mit Urlaubsreisen” können Sie (gegen Zahlung eines Versand- und Verpackungskostenbeitrags) beim Auftragnehmer, dem Studienkreis für Umwelt und Entwicklung e.V., in Ammerland (per E-Mail: info@studienkreis.org oder unter www.studienkreis.org Kategorie "Publikationen") anfordern.
In ihren Einstellungen zu Umweltfragen unterscheidet sich die mit rund 2,5 Millionen Menschen größte in Deutschland lebende Zuwanderergruppe - die der türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten - kaum von der Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig bestehen jedoch große Informationsdefizite, wie ein umweltgerechtes Verhalten aussehen soll. Dies sind die Ergebnisse einer Studie der Stiftung Zentrum für Türkeistudien (ZfT) im Auftrag von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt, die im September 2002 als Ergänzung der allgemeinen Bevölkerungsumfrage durchgeführt wurde.
Diese Studie kombinierte Experten-Interviews mit einer telefonischen Befragung von 500 türkischstämmigen Haushalten in Deutschland. Sie zeigte, dass auch bei den türkischen Migrantinnen und Migranten eine hohe Sensibilität hinsichtlich der Gefahren durch Umweltverschmutzung sowie eine positive Grundeinstellung gegenüber Umweltschutzmaßnahmen besteht. Gleichzeitig ist jedoch sowohl ein erhebliches Wissensdefizit über tiefer liegende Zusammenhänge von Umweltproblemen als auch ein – von den befragten Migranten selbst beklagtes – Informationsdefizit über praktische Möglichkeiten des Umweltschutzes festzustellen. Wie vor allem die begleitend durchgeführten Experten-Befragungen zeigten, gibt es bisher nur wenige Projekte und Maßnahmen, die Migranten zielgruppenspezifisch in die Informations- und Beratungsarbeit zum praktischen Umweltschutz einbeziehen.
Die Studie "Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der türkischen Migranten in Deutschland – Untersuchung zum gegenwärtigen Stand und Ermittlung von Möglichkeiten ihrer Einbeziehung" ist im Jahre 2003 in der Schriftenreihe der UNESCO-Verbindungsstelle für Umwelterziehung im Umweltbundesamt erschienen.
Es besteht heute ein allgemeiner Konsens darüber, dass mit der Etablierung des Nachhaltigkeitsleitbildes eine neue Phase in der Umweltpolitik begonnen hat. Das Leitbild der partizipativen Zukunftsgestaltung rückt in den Mittelpunkt der einschlägigen öffentlichen Debatten.
Generell stellt das Nachhaltigkeitsleitbild erhebliche Anforderungen an eine erweiterte, mehr Menschen erreichende Umweltkommunikation. Dabei kommt der Integration sozialwissenschaftlicher Ergebnisse eine entscheidende Rolle zu. Mit dem Projekt "Strategien der Popularisierung des Nachhaltigkeitsleitbildes" hat das Umweltbundesamt diese Herausforderung aufgegriffen. Daraus ist der Bericht "Perspektiven für die Verankerung des Nachhaltigkeitsleitbildes in der Umweltkommunikation. Chancen, Barrieren und Potenziale der Sozialwissenschaften" Berlin 2001, Erich Schmidt Verlag hervorgegangen. Er ist im Buchhandel erhältlich.
In einem weiteren Projekt mit dem Thema „Integration des sozialwissenschaftlichen Wissens in die Umweltkommunikation” erforschte die Forschungsstelle für Umweltpolitik an der Freien Universität Berlin die Möglichkeiten der Verbesserung des Wissenstranfers zwischen den Sozialwissenschaften und den umweltpolitischen Akteuren erforscht. Der Bericht ist in der Schriftenreihe der UNESCO-Verbindungsstelle für Umwelterziehung im Umweltbundesamt erschienen.