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Letzte Änderung: 25.05.2011
Luft kennt keine Grenzen. Schadstoffe können über hunderte Kilometer transportiert werden und verschmutzen die Luft nicht nur in ihrem Ursprungsland. Bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Luftverschmutzung kooperiert die Bundesrepublik Deutschland daher im Rahmen des Genfer Luftreinhalteabkommens und weiterer Programme mit anderen Staaten.
Zur Kontrolle der internationalen Aktivitäten und Luftreinhaltestrategien messen die beteiligten Staaten nach einheitlichen Vorgaben die Schadstoffkonzentrationen in weiträumig und grenzüberschreitend transportierten Luftmassen.
Diese Immissionsmesswerte werden von internationalen Datenzentren erfasst und fließen zusammen mit Emissions- und meteorologischen Daten in Computermodelle. Mit deren Hilfe lassen sich Herkunft, Verteilung, Frachten und Verbleib der Luftschadstoffe berechnen.
Das internationale Kontrollinstrument der Genfer Luftreinhaltekonvention heißt beispielsweise EMEP (European Monitoring and Evaluation Programme). Über einhundert Stationen in 25 Ländern messen in diesem Programm grenzüberschreitende Luftverschmutzungen.
Die Messungen, zu denen sich Deutschland international verpflichtet hat, werden vom Umweltbundesamt durchgeführt. Verteilt über das gesamte Bundesgebiet arbeiten hierfür sieben Messstationen. Um nur weiträumig und grenzüberschreitend transportierte Luftmassen zu erfassen, liegen diese Messstationen möglichst weitab von lokalen Schadstoffquellen. Ballungsräume mit starkem Verkehr, Industrie oder Heizungen sollen die Messergebnisse nicht beeinflussen.
Das Luftmessnetz des Umweltbundesamts unterscheidet sich somit bezüglich Aufgaben und Lage der Messstationen grundlegend von denen der Bundesländer.
Seit 1998 liegt die Betriebszentrale des Luftmessnetzes im hessischen Langen nahe Frankfurt am Main.
Hier laufen sämtliche an den Messstationen des Umweltbundesamtes ermittelten Daten zusammen. Für Schwefeldioxid, Stickoxide und Ozon werden diese Werte online übermittelt. Schon kurze Zeit später stehen sie der Öffentlichkeit als Informationen zur aktuellen Immissionssituation zur Verfügung.
Die chemische Analyse von Staub und Regenwasser ermöglichen in Langen moderne Laboratorien, in denen sich Plasma-Massenspektrometrie, Atomabsorptions- und Atomfluoreszenzspektrometrie, Gaschromatographie und Ionenchromatographie durchführen lassen.
Die im Luftmessnetz des Umweltbundesamtes eingesetzten Messgeräte und Prüfgase kalibriert das ebenfalls in Langen untergebrachte Referenzlabor.