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Letzte Änderung: 12.10.2009
Cyanobakterien kommen in Oberflächengewässern häufig vor. Viele von ihnen produzieren Giftstoffe – Cyanotoxine – die das Trinkwasser belasten und eine Gesundheitsgefährdung bei der Freizeitnutzung von Gewässern darstellen. Daher sind Cyanotoxine ein wichtiger Schwerpunkt des Umweltbundesamtes, um Maßstäbe für eine sichere Trinkwasserversorgung und Badegewässernutzung zu schaffen. Basis für diese Arbeit ist eine langjährige Forschungstätigkeit über toxische Cyanobakterien und Cyanotoxine, Möglichkeiten ihrer Entfernung in der Trinkwassergewinnung sowie ihrer Vermeidung durch Ressourcenschutz.
Als CyanoCenter berät und unterstützt das Umweltbundesamt bei der Analyse und gesundheitlichen Bewertung des Vorkommens möglicherweise toxischer Cyanobakterien sowie bei der Entwicklung und Optimierung von situationsangepassten Überwachungsprogrammen und Strategien zur Beherrschung des Problems.
Im Unterschied zu anderen Ländern (s.u.) wurden in Deutschland keine gesetzlichen Grenzwerte für einzelne Cyanotoxine festgelegt, da die Überwachung von Gewässern und Trinkwasser auf Cyanotoxine nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht angemessen in allgemeingültige Regularien zu fassen ist. Ein Grund ist, dass zahlreiche Cyanotoxine vorkommen, über die nicht genügend toxikologische Information vorliegen, um Grenzwerte festlegen zu können. Ein weiterer Grund ist, dass ihr Vorkommen im Gewässer sehr rasch variieren kann, z.B. in dem sogenannte „Wasserblüten“ an der Gewässeroberfläche durch Wind verdriftet werden.
Auch ohne Grenzwerte verlangen die geltenden Regularien Maßnahmen zum Schutz vor dieser Gefährdung:
Die allgemein gehaltenen Aussagen dieser Regularien lassen hinreichenden Spielraum, um vor Ort die für die jeweilige Situation wirksamsten Maßnahmen zu treffen. Die Bausteine dafür sind Risikobewertung, Risikomanagement sowie ggf. eine Routineüberwachung.
Die Risikobewertung beginnt mit Screening-Untersuchungen, um festzustellen, welche Cyanobakterien im jeweiligen Gewässer vorkommen, ob sie Cyanotoxine produzieren und falls ja, ob gesundheitsschädliche Konzentrationsbereiche zu erwarten sind. Ergeben sich daraus Hinweise auf ein Risiko, so gilt es, ein für die jeweilige Situation angepasstes Routineprogramme zur Überwachung auf Cyanobakterien und Cyanotoxine zu etablieren und für Akutsituationen kurzfristige Schutzmaßnahmen zu treffen – z.B. die vorübergehende Sperrung von Badestellen oder die Überprüfung und ggf. Optimierung der Trinkwassergewinnung und –aufbereitung. Zu einem nachhaltigen Risikomanagement gehören jedoch Maßnahmen, die an der Ursache des Problems ansetzen, d.h. Schutz und Bewirtschaftung der Gewässer so, dass ein Auftreten der (toxischen) Cyanobakterien minimiert wird.
(je nach Umfang gegen Kostenbeteiligung)
I. Beratung
II. Cyanotoxinanalytik und Bestimmung toxinproduzierender Cyanobakterien