Nachbarschaftslärm

Grafik der Lärmbelästigung in Deutschland: Die meisten Menschen fühlen sich vom Straßenverkehrslärm belästigt. Es folgen Nachbarschafts-, Schienenverkehrs-, Industrie-/Gewerbe- und Fluglärm.zum Vergrößern anklicken
Straßenlärm wird von den Deutschen als größte Lärmquelle benannt - gefolgt vom Nachbarschaftslärm
Quelle: Umweltbundesamt

Nach repräsentativen Umfragen des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2012 fühlen sich circa 42 Prozent der Befragten durch den Lärm von Nachbarn belästigt.

Geräusche, die durch Privatpersonen in der Nachbarschaft hervorgerufen werden und störend oder belästigend wirken, werden als Nachbarschaftslärm bezeichnet. Hierzu gehören beispielsweise laut eingestellte Fernseher, eine Party, Heimwerkerarbeiten in der Wohnung oder im Garten oder auch der Betrieb von Fahrzeugen auf privatem Gelände.

Rechtliche Regelungen zu Nachbarschaftslärm

Regelungen zum Nachbarschaftslärm sind in den Immissionsschutzgesetzen der Bundesländer, in Regelungen der Kommunen oder auch in Hausordnungen enthalten. Sie legen zum Beispiel fest, zu welchen Zeiten ein erhöhter Anspruch auf Ruhe besteht. In bestimmten Fällen kann auch das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 906 und § 1004 ) Anwendung finden.

Schallschutz in Gebäuden

Um Menschen in Wohnräumen vor unzumutbaren Belästigungen durch Schallübertragung zu schützen, wurden in der DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau – Anforderungen und Nachweise" Anforderungen an den Schallschutz festgelegt. Allerdings sind auch bei Einhaltung der Anforderungen der DIN 4109 Belästigungen durch Geräusche aus benachbarten Wohnungen oder von haustechnischen Einrichtungen nicht auszuschließen. Wirksamer Schallschutz lässt sich mit Hilfe der VDI 4100 „Schallschutz im Hochbau – Wohnungen – Beurteilung und Vorschläge für erhöhten Schallschutz“ erreichen.

Was tun, wenn man Lärm als belästigend empfindet?

Beim Nachbarschaftslärms ist es häufig entscheidend, ob Sie den Grund des Lärms kennen und sich hierüber informiert fühlen: Wurde die Party zum Beispiel vorher im Hausflur angekündigt oder wurden Sie über die Bauarbeiten informiert? Auch das nachbarschaftliche Verhältnis beeinflusst, ob ein Geräusch überhaupt als Lärm wahrgenommen wird. Sprechen Sie gegebenenfalls mit anderen Nachbarinnen und Nachbarn, ob diese sich auch gestört fühlen. Liegt eine Belästigung oder Störung vor, ist der Verursacher oder die Verursacherin immer der erste Kontakt. Sie können auch an den Vermieter beziehungsweise die Vermieterin oder die Hausverwaltung wenden. Der nächste Ansprechpartner ist die Ordnungsbehörde.

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