Qualität des Trinkwassers aus zentralen Versorgungsanlagen

Das Trinkwasser größerer Trinkwasserversorger besitzt eine gute bis sehr gute Qualität. Mehr als jeweils 100.000 Messungen in den Jahren 2011 bis 2013 zeigten, dass alle mikrobiologischen und chemischen Qualitätsparameter bis auf eine Ausnahme zu mehr als 99 Prozent eingehalten wurden. Grenzwerte wurden nur vereinzelt überschritten.

Inhaltsverzeichnis

 

Messdaten zur Trinkwasserqualität in Deutschland

Die Messdaten aus den Jahren 2011 bis 2013 zeigen: Das Trinkwasser hielt bis auf eine Ausnahme zu mehr als 99 Prozent alle Parameter ein (siehe Tab. „Qualität des Trinkwassers aus größeren Wasserwerken Deutschlands“). Diese Daten haben das Bundesgesundheitsministerium und das Umweltbundesamt zu Beginn des Jahres 2015 auch im vierten „Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamtes an die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasser) in Deutschland (2011 - 2013)“ veröffentlicht.

In den Jahren 2011 bis 2013 war die Qualität des Trinkwassers in 2.464 Wasserversorgungsgebieten gut. Das Wasser hielt alle 14 Parameter zu mehr als 99 Prozent ein. Grenzwerte wurden vereinzelt überschritten – so bei Bakterien und bei Pestiziden.
Tab: Qualität des Trinkwassers aus größeren Wasserwerken Deutschlands
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle zur vergrößerten Darstellung im Acrobat Reader
 

Mehr als 2.000 große Wasserversorgungsgebiete

Die Beschaffenheit des Trinkwassers wird repräsentativ nach einer von der Europäischen Union vorgegebenen Auswahl von Parametern beurteilt. Berücksichtigt werden dafür alle Wasserversorgungsgebiete, in denen mehr als 5.000 Einwohner mit Trinkwasser beliefert oder im Durchschnitt täglich mehr als 1.000 Kubikmeter Trinkwasser verteilt werden. Im Jahr 2013 waren das 2.464 Wasserversorgungsgebiete. In ihnen wurden 73,16 Millionen Einwohner – das sind nahezu 90 Prozent (%) der Bevölkerung – mit 4.482 Millionen Kubikmeter Trinkwasser versorgt. Das Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung kommt zu 68 % aus Grundwasser, zu 15 % aus Oberflächenwasser und zu 17 % aus Quellen wie dem Uferfiltrat oder künstlich angereichertem Grundwasser.

 

Berichte der Bundesregierung zur Trinkwasserqualität

Die Bundesregierung informiert alle drei Jahre die Europäische Kommission über die Trinkwasserqualität. Das geschah zuletzt im Jahr 2014 mit dem „Sektoralen Bericht über die Trinkwasserbeschaffenheit“. Dieser Bericht berücksichtigt die Messdaten aus den Jahren 2011 bis 2013 unter anderem zu 14 ausgewählten Parametern:

  • Der Geruch, die Trübung und die Färbung müssen für Verbraucherinnen und Verbraucher annehmbar sein und dürfen keine anormalen Veränderungen aufweisen.
  • Die Leitfähigkeit muss als Maß für den Salzgehalt im vorgeschriebenen Bereich liegen wie auch der pH-Wert als Maß für den sauren oder alkalischen Charakter des Wassers.
  • Ein Liter Trinkwasser darf nicht mehr als 0,01 Milligramm (mg) Blei, 2 mg Kupfer, 0,02 mg Nickel und 50 mg Nitrat enthalten.
  • Ein Liter Trinkwasser darf von einem Pestizid nicht mehr als 0,1 Mikrogramm (µg) enthalten und die Gesamtkonzentration aller Pestizide darf 0,5 µg nicht überschreiten.
  • In 100 Milliliter (ml) Wasser dürfen weder die Darmbakterien Escherichia coli noch Enterkokken oder coliforme Bakterien vorkommen.
  • In einem ml Wasser am Zapfhahn einer Verbraucherin oder eines Verbrauchers dürfen nicht mehr als 20 Kolonien bildende Einheiten bei 22 °C auftreten.

 

In den Jahren 2011 bis 2013 war die Qualität des Trinkwassers in 2.464 Wasserversorgungsgebieten gut. Das Wasser hielt alle 14 Parameter zu mehr als 99 Prozent ein. Grenzwerte wurden vereinzelt überschritten – so bei Bakterien und bei Pestiziden.
Tab: Qualität des Trinkwassers aus größeren Wasserwerken Deutschlands
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle zur vergrößerten Darstellung im Acrobat Reader
 

Sporadisch zu viele Bakterien

Grenzwertüberschreitungen gab es bei dem Parameter „coliforme Bakterien“. Im Berichtsjahr 2013 wurden in 0,7 Prozent (%) der im Wasserwerk und Rohrnetz genommenen Proben coliforme Bakterien gefunden. In den Trinkwasserproben am „Zapfhahn“ der Verbraucherinnen und Verbraucher waren noch 0,1 % aller Proben hinsichtlich coliformer Bakterien zu beanstanden. Dabei handelt es sich um Indikatorbakterien, deren Auftreten im Trinkwasser nicht immer als direkte Gesundheitsgefahr zu deuten ist, sondern oft eine allgemeine Verschlechterung der Wasserqualität und damit die Notwendigkeit anzeigt, weitere Untersuchungen als vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung einzuleiten. Es handelte sich oft um sporadische Überschreitungen, die bei weiterer Untersuchung nicht bestätigt wurden.

 

Weniger Nitrat, weniger Blei

Beim Parameter Nitrat setzte sich im Berichtszeitraum wie in den Jahren davor der Rückgang der Grenzwertüberschreitungen fort: Im Jahr 1999 gab es 1,1 Prozent (%) Überschreitungen des Grenzwerts, im Jahr 2004 0,13 %, im Jahr 2007 noch 0,08 % und ab dem Jahr 2010 keine mehr. Diese Abnahme bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass auch der Nitratgehalt der Rohwässer im gleichen Zeitraum in diesem Maße zurückgegangen ist. Die Erfolge bei der Einhaltung des Trinkwassergrenzwertes können ihren Grund auch in weiterreichenden Aufbereitungsmaßnahmen zur Nitrateliminierung haben.

Grenzwertüberschreitungen beim Parameter Blei wurden hauptsächlich am Zapfhahn der Endverbraucherinnen und -verbraucher nachgewiesen. Sie sind ein Indiz für noch vorhandene Bleileitungen in der Trinkwasser-Installation oder für Armaturen, die nicht die allgemein anerkannten Regeln der Technik erfüllen. Ein Nichtbeachten allgemein anerkannter Regeln der Technik ist meist auch Ursache für die Nichteinhaltung der Parameterwerte für Kupfer und Nickel.

 

Regelungen zur Trinkwasserüberwachung

In Deutschland ist die Trinkwasserüberwachung durch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) geregelt. Die Bundesregierung hat mit dieser Verordnung die Vorgaben der Trinkwasserrichtlinie der Europäischen Union aus dem Jahr 1998 in nationales Recht umgesetzt. Die deutsche Verordnung enthält Vorgaben zur Aufbereitung des Trinkwassers und zu dessen Beschaffenheit. Eine Grundanforderung ist, dass Trinkwasser rein und genusstauglich sein muss. Es darf keine Krankheitserreger aufweisen und keine Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen enthalten. Die Verordnung nennt weitere Pflichten der Versorgungsunternehmen und gibt Behörden vor, was und wie sie die Trinkwasserqualität überwachen müssen.

Eine zusammenfassende Übersicht über die Qualität des gesamten in Deutschland abgegebenen Trinkwassers kann aufgrund der inhomogenen Datenbestände nicht gegeben werden. Die Beschaffenheit des Trinkwassers wird daher repräsentativ nach einer von der Europäischen Union vorgegebenen Auswahl von Parametern beurteilt.

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 Trinkwasser  Trinkwasserqualität  Nitrat  Blei  Grenzwertüberschreitungen