Schadstoff- und Treibhausgas-Emissionen des Straßenverkehrs

Pkw und Lkw emittieren heute im Durchschnitt weniger Treibhausgase und Luftschadstoffe als noch 1995. So sanken die kilometerbezogenen Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid im Schnitt bei Pkw um 12 Prozent, bei Lkw um 30 Prozent. Weil aber mehr Lkw unterwegs sind, sind die gesamten Kohlendioxid-Emissionen im Straßengüterverkehr heute um 13 Prozent höher als 1995.

Inhaltsverzeichnis

Pkw fahren klima- und umweltverträglicher

Im Schnitt belasten Pkw heute Umwelt und Klima weniger als etwa im Jahr 1995. Das hat vor allem drei Gründe: Der Gesetzgeber hat stufenweise Abgasvorschriften für neu zugelassene Pkw verschärft, woraufhin Autohersteller ihre Motoren technisch verbessert haben. Er hat zudem verlangt, dass Bestands-Pkw mit Katalysatoren oder Partikelfiltern nachgerüstet werden, um auch bei diesen Fahrzeugen die Emissionen zu verringern. Und zum dritten verpflichtete er Raffinerien, die Kraftstoffqualität zu verbessern. Die Folge ist, dass die spezifischen Emissionen an Schadstoffen und am Treibhausgas Kohlendioxid pro Verkehrsaufwand (Personenkilometer) gegenüber 1995 gesunken sind.

Die Erfolge im Einzelnen: Die spezifischen Emissionen an Schwefeldioxid verringerten sich bis zum Jahr 2013 gegenüber dem Ausgangsniveau um rund 98 Prozent (%) und die von flüchtigen organischen Chemikalien ohne Methan (NMVOC) um etwa 86 %. Die Abgasmengen an Stickstoffoxiden sanken im betrachteten Zeitraum um 60 %, die der Feinstaubemissionen um 68 %. Die Kohlendioxid-Emissionen nahmen allerdings nur um 12 % ab (siehe Abb. „Spezifische Emissionen Pkw“). Die Stickstoffoxid-Emissionsminderungen sind überwiegend auf deutliche Verbesserungen bei Benzin-Pkw durch die Einführung des geregelten Katalysators zurückzuführen, bei Diesel-Pkw konnten die Stickstoffoxid-Emissionen trotz technischer Fortentwicklung in der Realität nur unzureichend reduziert werden.

Von 1995 bis 2013 sank der kilometerbezogene Ausstoß an Schwefeldioxid um 98 %, der von flüchtigen organischen Substanzen um 86 %, der von Stickstoffoxiden um 60 % und der von Feinstaub um rund 68 %. Die Kohlendioxid-Emission sank nur um 12 %.
Spezifische Emissionen Pkw (Emissionen Pkw / Verkehrsaufwand Pkw)
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Das Mehr an Pkw-Verkehr hebt den Fortschritt auf

Das Mehr an Verkehr hebt zudem die erreichten Verbesserungen im Klima- und Umweltschutz zum Teil auch wieder auf. So hat der Pkw-Verkehr zwischen 1995 und 2013 um 11 Prozent (%) zugenommen. Im Einzelnen:

  • Die gesamten Kohlendioxid-Emissionen des Pkw-Verkehrs sind zwischen 1995 und 2013 nur um 2 % gesunken, die spezifischen Emissionen jedoch um 12 %.
  • Die gesamten Stickstoffoxid-Emissionen aus Pkw sind von 1995 bis 2013 um 56 % gesunken, die spezifischen Stickstoffoxid-Emissionen hingegen um 60 %.
  • Bei den Partikel-Emissionen aus Pkw steht eine Minderung um 65 % bei den Gesamtemissionen einer Minderung von 68 % bei den spezifischen Emissionen gegenüber.

Ursache hierfür ist, dass die von Pkw mit Dieselmotor erbrachte Fahrleistung seit 1995 um rund 160 % zugenommen hat. Aufgrund dieser Entwicklung sind in den nächsten Jahren auch weitere deutliche Emissionsminderungen – bei Partikeln, aber insbesondere auch bei Stickstoffoxiden – notwendig.

Die Umwelt- und Klimaentlastung im Personenverkehr kann letztlich nicht allein durch technische Verbesserungen am Fahrzeug erreicht werden. Diese Herausforderung kann nur in Kombination mit Maßnahmen wie einer Erhöhung der Verkehrseffizienz oder einer verbesserten Verkehrsmittelwahl gelöst werden.

Straßengüterverkehr

Im Lkw-Verkehr sind die spezifischen Emissionen pro Verkehrsaufwand (Tonnenkilometer) seit 1995 ebenfalls durch bessere Motoren und eine bessere Kraftstoffqualität gesunken. Die Schwefeldioxid-Emissionen verringerten sich um mehr als 99 Prozent (%) im Vergleich zum Ausgangsniveau, die der Kohlendioxid-Emissionen nur um 30 % (siehe Abb. „Spezifische Emissionen Lkw“). In Bezug auf die Gesamtemissionen des Straßengüterverkehrs zeigt sich auch hier, dass die technisch bedingten Senkungen je Tonnenkilometer aufgrund des gestiegenen Verkehrsaufwands zum Teil wieder ausgeglichen wurden. Bei den Kohlendioxid-Emissionen wurde die Einsparung sogar überkompensiert. Die absoluten Kohlendioxid-Emissionen des Straßengüterverkehrs erhöhten sich zwischen 1995 und 2013 trotz technischer Verbesserungen von 34,2 auf 38,7 Millionen Tonnen, also um 13 %.

Von 1995 bis 2013 sank der kilometerbezogene Ausstoß an Schwefeldioxid um 99,6 %, der von Feinstaub um rund 88 %, von flüchtigen organischen Substanzen um 90 % und der von Stickstoffoxiden um 77 %. Die Kohlendioxid-Emission sank um 30 %.
Spezifische Emissionen Lkw (Emissionen Lkw / Verkehrsaufwand Lkw)
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Minderungsziele der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 zu mindern (siehe Artikel "Treibhausgas-Emissionen in Deutschland", Textabschnitt "Minderungsziele für Treibhausgase"). Auch der Verkehrssektor muss dafür seinen Beitrag leisten – bis 2013 konnte im Vergleich zu 1990 jedoch bisher nur eine Minderung um etwa 3 % erreicht werden. Bei den Gesamtemissionen liegt die Minderung im gleichen Zeitraum bei rund 24 %. Im Rahmen des Kyoto-Protokolls werden die Emissionen entsprechend der nationalen Kraftstoffabsätze berechnet – die Daten in den obigen Absätzen beruhen auf dem Emissionsmodell TREMOD, bei dem die Emissionen mithilfe von Verkehrsleistungen kalkuliert werden. Aufgrund verschiedener Abgrenzungen (Grauimporte, Biokraftstoffe) sind diese Zahlen nicht eins zu eins miteinander vergleichbar.