In der Umweltpolitik gilt allgemein: Vermeiden vor Vermindern vor Ausgleichen: Zuerst ist zu prüfen, ob sich vermeiden lässt, das eine Lärmquelle entsteht oder bestehen bleibt (zum Beispiel einen Weg zu Fuß statt mit dem Auto zurückzulegen). Danach sind bei nichtvermeidbaren Quellen die Emissionen und die resultierenden Immissionen so weit wie möglich zu mindern (zum Beispiel Maßnahmen an den Fahrzeugen und Bau einer Lärmschutzwand). Schließlich sind für die dann noch bestehenden Immissionen Ausgleichsmaßnahmen zu treffen (Lärmschutzfenster, Entschädigungen unter anderem).
Grund für dieses gestaffelte Vorgehen ist, dass das Vermeiden in der Regel die kostengünstigsten Maßnahmen mit den wenigsten Nebenwirkungen und meisten Synergien umfasst (Beispiel „Verkehr vermeiden“: führt zu weniger Unfällen, weniger Lärm, weniger Abgasen, weniger Flächenverbrauch usw.). Das Mindern ist weniger kostenwirksam und hat stärkere negative Nebenwirkungen. Ausgleichsmaßnahmen sind letztlich nur ein Notbehelf.
Die Rangfolge der Maßnahmen beim Straßenverkehrslärm ist zum Beispiel:
Vermeiden von Lärmemissionen (Synergien mit Zielen wie Sicherheit, Klima, Luftverschmutzung):
- Lokal: Vermindern der Menge der emittierenden Verkehrsmittel Pkw, Lkw, ÖPNV,
- Global: Fahrleistungen verringern,
- Verlagern auf nichtemittierende Verkehrsmittel wie Fahrräder und die eigenen Füße,
- Erhöhung der Auslastung von Fahrzeugen.
Verringern der Lärmemissionen
(im Allgemeinen Synergien, meist geringe negative Nebenwirkungen, oft umfassende Wirkung):
- Verlagern auf leisere Verkehrsmittel,
- Technische Maßnahmen an Fahrwegen- und zeugen,
- Leisere Fahrweise,
- Niedrigere Geschwindigkeiten.
Verringern der Lärmimmissionen außen
(im Allgemeinen isolierte und kostspielige Maßnahmen mit negativen Nebenwirkungen):
- Abschirmungen (teuer, Sichtbehinderungen),
- Räumliche und zeitliche Verlagerung (zum Beispiel Entlastung einer Ortsdurchfahrt durch den Bau einer Ortsumgehung, die aber zu einer Belastungszunahme andernorts führt und deswegen zwar lokal als „Vermeidung“ erscheint, aber die Gesamtmenge der Emissionen nicht senkt,
- Lärmoptimierte Grundrisswahl.
Verringern der Lärmimmissionen innen (baulicher Schallschutz).