Essensreste, Lebensmittelabfälle

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Rund ein Drittel der Nahrung wird weltweit weggeworfen.
Quelle: S. Marahrens / Umweltbundesamt

Inhaltsverzeichnis

 

Unsere Tipps

  • Prüfen Sie Ihre Vorräte vor dem Einkauf. Kaufen Sie mit Einkaufszettel ein, nicht nach Gefühl.
  • Kaufen Sie maßvoll ein, nicht auf Vorrat. 
  • Prüfen Sie nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, ob die Lebensmittel noch genießbar sind (Ausnahme: verderbliche tierische Produkte).
  • Stellen Sie Reste kühl oder frieren Sie diese ein.
  • Entsorgen Sie Essensreste über die Biotonne.
 

Gewusst wie

Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr rund 80 Kilogramm Lebensmittel im Wert von rund 230 Euro weg. Die Lebensmittel wurden sozusagen für die Mülltonne hergestellt, verursachten aber trotzdem Umweltbelastungen wie andere Lebensmittel auch (z.B. Klimagase, Energieverbrauch, Gewässer- und Bodenbelastungen). Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen schont deshalb nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Überblick bewahren: Verschaffen Sie sich vor dem Einkaufen und dem Kochen einen Überblick darüber, welche Lebensmittel noch vorrätig sind. Lagern Sie Ihre Lebensmittel übersichtlich, damit diese nicht in Vergessenheit geraten und verderben. Räumen Sie neue Ware nach hinten, ältere nach vorne. Beschriften Sie Eingemachtes und Eingefrorenes mit dem Datum, an dem es hergestellt beziehungsweise eingefroren wurde. Die meisten Lebensmittel lassen sich sechs bis zwölf Monate ohne Bedenken einfrieren.

Planvoll einkaufen: Supermärkte sind Könner der Verführung. Wer sich hier zu stark von seinen spontanen Gelüsten leiten lässt, kauft schnell zu viel ein. Stellen Sie sich deshalb zum Beispiel einen wöchentlichen Speiseplan zusammen. Notieren Sie sich die benötigten Lebensmittel für den Speiseplan und gleichen Sie diesen mit Ihren Vorräten ab. Der Einkaufszettel hilft Ihnen dabei, nur das einzukaufen, was Sie auch essen können.

Vorräte beschränken: Jeder schöpft gerne aus dem Vollen. Doch die zu gut gemeinte Vorratshaltung ist ein wesentlicher Grund für anfallende Lebensmittelabfälle. Nutzen Sie deshalb die gut gefüllten Vorratslager der Lebensmittelmärkte und halten Sie die persönlichen Vorräte bei verderblichen Lebensmitteln klein. Greifen Sie eher zu kleinen Packungen. Mit „Sonderpreis“ beworbene Großpackungen sind letztlich teurer, wenn man am Ende die Hälfte wegschmeißen muss.

Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum: Mit Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Lebensmittel nicht automatisch schlecht. Vielmehr sollte jetzt die Qualität des Lebensmittels vor Verzehr genauer geprüft werden. Vertrauen Sie auf Ihren eigenen Geruchs- und Geschmackssinn und entscheiden Sie selbst. Bei leicht verderblichen tierischen Produkten dagegen, wie zum Beispiel Fleisch und Fisch, gilt es, das Verbrauchsdatum zu beachten. Ist dieses überschritten, müssen die Produkte weggeworfen werden, sonst besteht die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung.

Richtig entsorgen: Nicht für weitere Mahlzeiten verwertbare Essensreste kommen ohne Verpackung in die Biotonne. Auf den Kompost gehören aber keine tierischen und keine gekochten Essensreste, da dies Wildtiere wie Ratten anlockt. Werfen Sie sie in den Restmüll. Essensreste dürfen auf keinen Fall über Toiletten oder Abwasser entsorgt werden. Beachten Sie dabei die kommunalen Vorgaben.

Was Sie noch tun können:

  • Essensreste sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dann können Sie sie am nächsten Tag aufwärmen oder auch für neue Mahlzeiten verwerten. Alternativ lassen sich Essensreste auch einfrieren.
  • Beachten Sie unsere weiteren Tipps zu Kompost, Eigenkompostierung und Bioabfälle.
 

Hintergrund

Umweltsituation: Elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich als Abfall entsorgt, davon entfallen etwa 6,7 Millionen Tonnen auf die Privathaushalte. Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger 82 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg (Kranert u.a. 2012). Hierdurch geht zum einen der Nährwert der Lebensmittel verloren, zum anderen werden wertvolle Ressourcen (z.B. Wasser, Energie) verschwendet. Werden Lebensmittelabfälle nicht ordnungsgemäß entsorgt, gehen zudem die enthaltenen Mineralstoffe verloren. Vor etwa 20 Jahren wurde in Deutschland begonnen, biogene Abfälle getrennt zu sammeln. Diese werden kompostiert oder in Biogasanlagen vergoren und anschließend kompostiert.

Gesetzliche Aspekte: Gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist Abfallvermeidung prioritäres Ziel. Die Regelungen zur Verwertung von Bioabfällen finden sich in der Bioabfallverordnung und im Kreislaufwirtschaftsgesetz. Mit dem 1.1.2015 wurde eine flächendeckende getrennte Erfassung von Bioabfällen in Deutschland eingeführt. Die Bestimmungen zum Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum finden sich in der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV).

Marktbeobachtung: Bisher werden erst 15 Prozent der Bioabfälle aus Haushalten und Gärten für die Vergärung und die Energieproduktion eingesetzt. Nur etwa die Hälfte aller deutschen Haushalte besitzt eine Biotonne.

 

Quellen

Kranert, M. u.a. (2012): Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland. Studie im Auftrag des BMELV.

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Schlagworte:
 Essensreste  Lebensmittelverschwendung  Lebensmittelabfall